Donna Imperato

WPP, der britische Konzern aus Werbedienstleistern und Medienunternehmen, räumt weiter auf. Der Konsolidierungsdruck der weltweiten Nr. 1 ist so groß, dass nun auch eigenständige Agenturen zusammengelegt werden. So wird aus den beiden PR-Agenturen Burson Marsteller und Cohn & Wolfe künftig die Agentur Burson Cohn & Wolfe (BCW). Das berichtete der „Holmes Report“ am 27. Februar. CEO der neuen Agentur wird die bisherige Chefin von Cohn & Wolfe, Donna Imperato. Chairman wird Don Baer, bisher CEO und Chairman bei Burson Marsteller.

Die Zwangsfusion bringt die weltweit drittgrößte PR-Agentur hervor. Nach Weber Shandwick und Edelman rangiert BCW künftig mit weltweit rund 4.000 Mitarbeitern und Vertretungen in 42 Ländern auf Platz 3.

In Deutschland verzeichneten beide Agenturen zuletzt eine unterschiedliche Entwicklung. Burson Marsteller war zwar mit 8,14 Millionen Euro Honorarumsatz und 74 Mitarbeitern im Jahr 2016 beinahe doppelt so groß wie Cohn & Wolfe (4,5 Mio. € / 45 Mitarbeiter), doch lag das Wachstum von Burson Marsteller nur bei knapp drei Prozent. Cohn & Wolfe hingegen verdoppelte 2016 seinen Umsatz (+95 %) und setzte das Wachstum auch 2017 fort.

Welche Folgen die Zwangsheirat nun in Deutschland hat, ist noch nicht absehbar. Burson Marsteller mit Standorten in Frankfurt am Main, Berlin und München wird von CEO Alexander Fink geführt. Cohn & Wolfe hat unter der Führung von Managing Director Wolfgang Lünenburger-Reidenbach seinen Sitz in Hamburg. Aufgrund der unterschiedlichen Kundenstruktur geht man auf internationaler Ebene von einer komplementären Ergänzung aus, so dass die Zahl der möglichen Konflikte überschaubar sei.

Laut WPP-CEO Martin Sorrell kombiniere Burson Cohn & Wolfe die Digital- und Kreativexpertise von Cohn & Wolfe im Consumer-, Healthcare- und Technologie-Sektor mit der Public-Relations-Kompetenz von Burson-Marsteller. Sorell: „Unsere Entscheidung, die beiden Agenturen zu fusionieren, beruht auf den starken, kompatiblen Kompetenzen und Expertisen, der kombinierten Fähigkeit, integrierte Lösungen über mehrere Sektoren hinweg zu liefern, und der Möglichkeit, mit den größten Kommunikationsagenturen der Welt zu konkurrieren.“

Auch in Deutschland kommen sich beide auf den ersten Blick nicht ins Gehege. Die Schwerpunkte bei Burson Marsteller sind eher bei Corporate- und Change-Kommunikation, Krise, Content Marketing und Media Relations sowie Organisationsberatung von Kommunikations- und Marketingabteilungen anzusiedeln. Cohn & Wolfe konzentriert sicher stärker auf Marketing- und Produktkommunikation.


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