Katharina Schwarzkopf, Berlin

In einem früheren Artikel hat Weber Shandwick im agentureigenen Blog bereits über den rasanten Anstieg von Live-Videos auf Social-Media Plattformen und ihre Funktionen für Nutzer geschrieben. Auf die Verwendung von Live-Videos für Unternehmen ist die Agentur allerdings nur am Rande eingegangen – dabei bieten Live-Videos besonders für Unternehmen viele Vorteile. Welche, das erklärt die Werkstudentin Katharina Schwarzkopf nachfolgend für das „PR-Journal“.

Warum sind Live-Videos für Unternehmen unverzichtbar?

Im April 2016 launchte Facebook das erste Live-Video Format für Social-Media-Plattformen und andere Unternehmen folgten. Zu Recht wie man sieht, denn seit ihrem Start haben Live-Videos stetig an Wachstum zugelegt. So sehen sich Nutzer Live-Videos, einer Statistik von Facebook nach, dreimal so lange an wie andere Videos. Die Antwort auf die Frage danach, wieso Live-Videos so beliebt sind, erklärt gleichzeitig auch, wieso Live-Videos für Unternehmen unverzichtbar sind.

Authentisch, interaktiv und zielsicher

Durch Live-Videos können Zuschauern gleich mehrere Eindrücke vermittelt werden. In erster Linie sind Live-Videos authentisch – sie machen Unternehmen transparent und schaffen dadurch Nähe. Gleichzeitig unterstreichen sie den Eventcharakter des ausgestrahlten Contents. Zwar wurden bei einigen Plattformen die Funktion eingefügt auch nachträglich den Content anzusehen, trotzdem macht das gemeinsam erlebte Live-Moment der Zuschauer einen großen Teil der Erfahrung aus.

Zusätzlich erlauben Live-Videos Unternehmen, direkt mit ihren Zuschauern zu interagieren, je höher die Interaktionsrate, desto besser werden die Videos gerankt. Um das Format zu pushen, ranken soziale Netzwerke Live-Videos zudem insgesamt besser als andere Videos. Ein Grund mehr, warum Live-Videos für Unternehmen so attraktiv sind. Zuletzt kann natürlich auch bei Live-Videos auf die praktischen Targeting Funktionen von sozialen Netzwerken zurückgegriffen und somit die Target Audience direkt erreicht werden.

Welche Formate eignen sich?

Live-Videos vermitteln Nähe und Transparenz, weswegen sich vor allem Formate anbieten, die sich eben darauf beziehen. „Hinter den Kulissen“-Formate oder andere exklusive Einblicke, wie beispielsweise bei Shop-Eröffnungen eignen sich besonders gut. Die Interaktionsrate von Live-Videos kann zudem genutzt werden, um mit der Community in Kontakt zu treten. Dafür bieten sich beispielsweise Fragerunden mit Vertretern des Unternehmens an. Betrachtet man hingegen den Eventcharakter der Videos. So können sie einerseits Produktlaunches oder Sales noch aufregender machen. Andererseits können so auch gewöhnliche Events, wie beispielsweise Produktionsabläufe oder Trainingseinheiten aufgepeppt werden.

Was gibt es im Vorfeld zu beachten?

In erster Linie muss es einen Anlass für das Video geben, der die Zuschauer zum Einschalten aber auch Weiterschauen bewegt. Um entsprechend viele Nutzer in das Video miteinzubeziehen, sollten Unternehmen ihre Live Videos außerdem vorher ankündigen. Die beste Vorlaufzeit für Nutzer ist dabei ein Tag. Ein gutes Live-Video benötigt außerdem eine entsprechend gute Beschreibung. Je fesselnder die Beschreibung, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass Nutzer auch auf den Stream klicken. Wie andere Videos auch, benötigt ein Live-Video zudem eine gute Anmoderation, die erklärt was den Zuschauer im Live-Stream erwartet. Vor der Übertragung sollte außerdem die Internetverbindung geprüft werden, ein gut funktionierendes WLAN oder ein 4G Netz sind Voraussetzung.

Was ist bei der Übertragung wichtig?

Das Besondere bei Live-Videos ist die direkte Interaktion mit Zuschauern. Diese können durch die Kommentarfunktion Fragen und Feedback zum Video geben. Die Moderatoren des Live-Videos sollten also Kommentatoren explizit mit Namen ansprechen und auf Fragen und Anmerkungen reagieren. Unternehmen wie Facebook bieten außerdem die Möglichkeit, künftige Live-Videos zu abonnieren. Hinweise auf diese Funktion können dabei helfen, ein Publikum aufzubauen.

Was die Länge von Live-Videos betrifft, so sollten sie mindestens zehn Minuten lang sein. Da das Video während seiner Ausstrahlung noch an Reichweite gewinnt und somit auch neue Zuschauer generiert. Außerdem sollten Live-Videos, wie auch andere Videos nicht einfach abrupt enden, sondern entsprechend abmoderiert werden.

Und langfristig?

Damit Unternehmen die Videofunktion auch langfristig erfolgreich nutzen können, müssen neben dem aktuellen Live-Video auch zukünftige Ausstrahlungen im Vordergrund stehen. Verweise auf die Möglichkeit, die Videos zu abonnieren, wiederkehrende Formate und regelmäßige Live-Streams sind dabei der Schlüssel zum Erfolg. Klar ist, Live-Videos sind ein Trend, der immer weiter Fahrt aufnimmt und somit für Unternehmen unverzichtbar.

Über die Autorin: Katharina Schwarzkopf macht gerade ihren Master in Medienwissenschaften an der TU Berlin und ist bei Weber Shandwick als Werkstudentin für Social Media und Content zuständig. Dabei ist das Wertvolle für sie, die Theorie direkt in die Praxis umsetzen zu können. Der obige Beitrag ist bereits im Blog von Weber Shandwick erschienen. Wenn Katharina nicht gerade für die Uni lernt oder spannende Artikel verfasst, reist sie mit dem Rucksack um die Welt.


Wir haben die Kommentarfunktion wegen zu vieler Spam-Kommentare abgeschaltet. Sie können uns aber trotzdem Ihre Meinung zu diesem Artikel als Leserbrief direkt zusenden. Falls Sie wünschen, dass wir Ihren Leserbrief als Kommentar dem Artikel hinzufügen, vermerken Sie dies bitte in der Mail an uns.
leserbrief@pr-journal.de