Das LPRS-Forum findet 2021 erstmals digital statt.

„Need for Lead – Führung & Kommunikation in der digitalisierten Arbeitswelt“: Der Leipziger Public Relations Studenten e.V. (LPRS) lädt am Abend des 16. April zum LPRS-Forum. Unter der charmanten und eloquenten Moderation von Sandrina Mahlberg, die seit Januar 2021 die interne Kommunikation der DB Regio AG leitet, soll der Frage nachgegangen werden, welchen Anforderungen sich Führungskräfte heute und in Zukunft gegenübersehen. Der LPRS feiert damit die 15. Ausgabe des Formats – und die digitale Premiere.

Der für externes Publikum öffentliche Teil beginnt mit einer Podiumsdiskussion mit Florian Flaig, Leiter Communications & Brands der Michelin Region Europe North, Andrea Montua, Geschäftsführerin bei MontuaPartner Communications GmbH, Raphael Neuner, Partner bei Finsbury Glover Hering, und Annette Siragusano, Global Head of Content Strategy & Cross Channel Campaign Management bei Engel & Völkers. Digital zugeschaltet ist Magdalena Rogl, Head of Digital Channels bei Microsoft Germany, die gleich zu Beginn die These formuliert, dass einerseits alle Menschen mit Personalverantwortung Leadership-Skill benötigten, andererseits Leadership-Persönlichkeiten nicht zwingend Personalverantwortung: „Leadership ist ein Thema für alle und nicht nur für Führungskräfte“, so Rogl.

Dass damit auch gemeint ist, Ziele nicht nur als Einzel-Ziele zu definieren sondern als Team-Ziele zu betrachten; darin besteht Einigkeit auf dem Podium. „Die entscheidende Frage ist doch, was über einen bestimmten Zeitraum realistisch ist“, sagt Siragusano. „Hier kommen Enabling und Mindset ins Spiel.“

Gefragt nach der Definition dieses geforderten Mindsets erwidert Flaig: „Sich selbst zu hinterfragen ist ein großes Thema. Zudem müssen wir die Mitarbeitenden zu Reflexion anhalten und wirklich zuhören, um herauszufinden, ob und wie die Dinge und Wege funktionieren.“ Empathie ist ein Schlagwort. Empathische Führung wird vielerorts gefordert, doch Neuner ordnet ein: „Ich halte wenig davon, dass die eigene Verletzlichkeit und das Zeigen eigener Schwächen den Alltag prägt. Ja, Leadership erfordert Mut. Auch Mut sich zu zeigen. Aber eine Führungskraft muss klare Grenzen ziehen.“ Also rein in die Veränderung. Aber nicht zu weit. Nicht bis in die Panikzone.

„Eines der wichtigsten Skills ist Kommunikationsvermögen“, sagt Montua. „Kommunikatoren und Kommunikatorinnen müssen deshalb jetzt Coaches für die Mitarbeitenden sein und diese kommunikationsbezogenen Skills vermitteln.“ Heißt auch ganz klar: Kommunikation lässt sich erlernen.

Unterm Strich herrscht Einigkeit unter den Speakern: Das „neue“ Leadership ist geprägt von Empathie, Mut, Kommunikationsvermögen, ständiger Entwicklung und nicht zuletzt Spaß. Und wer das genauer hinterfragen will, kann dem Podium in einzelnen Q&A-Sessions im Anschluss persönlich auf den Zahn fühlen.

Nach einer Pause, um etwas zwischen dieselben zu bekommen, wird der Günter-Thiele-Preis der Günter-Thiele-Stiftung für herausragende Bachelor- und Masterarbeiten an der Universität Leipzig vergeben. Die diesjährige Jury, zu der sich Prof. Dr. Günter Bentele, Prof. Dr. Bernd Schuppener und Dr. Christine Viertmann zählen, zeichnet Björn Borchardt (B.A.) für die Untersuchung der Kommunikation als Treiber der Innovation und Jeanne Link (M.A.) für ihre Arbeit über das ethische Dilemmata in der digitalen Kommunikation aus. Einen Einblick in beide Arbeiten gibt es auf dem YouTube-Kanal der Günter-Thiele-Stiftung.

Der LPRS überzeugt ein Mal mehr als professioneller Veranstalter. Die in den sozialen Netzwerken geteilten Bilder des Organisationsteams hinter den Kulissen hinterlassen jedoch auch ein wenig Wehmut. Liebes Leipzig, nächstes Jahr wollen wir dich alle wieder ganz persönlich erleben!


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