Tschugg Michael TwitterIm Interview mit dem „PR-Journal“ „Was Medien und PR im Land der ‚Medienmuffel‘ tun können“ fordert Edelman.ergo-CEO Susanne Marell eine Debatte über den Qualitätsjournalismus. Michael Tschugg (Foto), Journalist, PR-Experte und Inhaber der Agentur Tschugg.PublicRelations.Branding, Ilvesheim, stimmt ihr zu. In einem Leserkommentar fordert er aber, dass die Diskussion im Management der Verlage geführt werden müsse.

Leserbrief von Michael Tschugg vom 6. Februar 2017

Natürlich hat Frau Marell recht: wir brauchen dringend eine Debatte über Qualitätsjournalismus in Deutschland. Diese wird von den Journalistenverbänden schon lange gefordert und auch geführt. Doch zugleich irrt Frau Marell. Nicht in den Redaktionen wird über Geschäftsmodelle diskutiert. Dort sitzen Journalisten, die an der Verknappung der journalistischen Ressourcen – wie sie Frau Marell beschreibt – seit Jahren täglich verzweifeln.

Im Management der Verlage werden die neuen Geschäftsmodelle diskutiert. Und zugleich die Redaktionen ausgedünnt, Volontäre nicht mehr übernommen und als „bessere Praktikanten“ verheizt. Auf solchermaßen reduzierter Basis soll dann eine Verzahnung crossmedialer Kanäle Rezipienten zurückbringen, um die wirtschaftliche Abwärtsspirale zu durchbrechen.

Sicher. Auch ich freue mich, wenn zunehmend gut ausgebildete Journalistinnen und Journalisten aufgrund dieser Umstände ihren Weg in die PR finden. Aber machen wir uns nichts vor: PR braucht um ihrer Glaubwürdigkeit willen den Qualitätsjournalismus auf der anderen Seite des Schreibtisches. Sonst bleibt von dem Nimbus „Earned“ nicht viel.

Und schon deshalb ist es gut, wenn wir uns auch in unserer Profession dieses Themas annehmen und Journalisten in ihrem Einsatz (und vielleicht auch in ihrem - tariflichen/gesellschaftlichen - Kampf dafür) bestärken und unterstützen.

Für diese Anregung und diesen Gedanken: Danke, Frau Marell!

Michael Tschugg, Inhaber der Agentur Tschugg.PublicRelations.Branding, Ilvesheim

 


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