25 Prozent der Deutschen halten inzwischen jede Form von Information für unglaubwürdig. Ein alarmierender Wert – auch für Strategen der Unternehmenskommunikation. (Grafik: A-Gap-Studie / FleishmanHillard)

Die Diskussion um Fake News in der politischen Auseinandersetzung hat einen zunehmend negativen Einfluss auf die Glaubwürdigkeit von Unternehmensnachrichten im Allgemeinen. Zu diesem Ergebnis kommt die 2017/18 Authenticity Gap (A-Gap) Studie von FleishmanHillard. Demnach halten inzwischen 25 Prozent der Deutschen jede Form von Information für unglaubwürdig. Diese Vorbehalte haben sich in den letzten beiden Jahren fast verdreifacht. 2015 lag der Vergleichswert noch bei neun Prozent.

Besonders schlecht ist es um die Glaubwürdigkeit der Repräsentanten von Unternehmen bestellt. Nur neun Prozent der Deutschen haben Vertrauen in die Aussagen von Vorständen und Geschäftsführern. Diese liegen damit nur knapp vor dem Schlusslicht in Sachen Glaubwürdigkeit: den Politikern mit sechs Prozent. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Mitarbeiter bei Unternehmensnachrichten als dreimal glaubwürdiger gelten als ihre Chefs. Mit 29 Prozent sind sie weit vor den klassischen Kanälen und werden lediglich knapp von direkten Freunden und Familie (30 %) übertroffen.

Glaubwürdigkeit der Unternehmenskommunikation nachhaltig erschüttert

„Skandale wie Fipronil, die Diesel-Abgasmanipulationen oder der Schlecker-Prozess haben offensichtlich das Vertrauen in Unternehmen und damit die Glaubwürdigkeit der Unternehmenskommunikation nachhaltig erschüttert. Die Kontroverse um Fake News und Lügenpresse haben diese Tendenz mit Sicherheit verstärkt. Reputationsaufbau und -management werden vor diesem Hintergrund immer komplexer. Dazu müssen sämtliche Touchpoints der Customer Journey permanent auf ihren spezifischen Beitrag zur Reputation justiert werden. Klassische, plakative Reputationskampagnen sind dazu ungeeignet“, erläutert Hanning Kempe, CEO FleishmanHillard Deutschland.

In der aktuellen A-Gap Studie wurden die Glaubwürdigkeit der verschiedenen Informationskanäle sowie die Erwartungen an das Management von 290 Unternehmen aus 20 Branchen in fünf Ländern untersucht. Dabei werden die Erwartungen an die Branche und die Unternehmenserfahrungen entlang der wichtigsten Reputationstreiber gegenübergestellt und die jeweiligen Abweichungen, die sogenannten Authenticity Gaps, in der Wahrnehmung der Zielgruppen ermittelt. Die Studie wird von FleishmanHillard seit 2013 durchgeführt.

Weitere Informationen zur Authenticity Gap Studie 2017/18 finden sich auf der Website zur Studie. Das Whitepaper zur Authenticity Gap Studie kann ebenfalls über die Webseite angefordert werden.

Über den Authenticity Gap: Der Authenticity Gap stellt Erwartungen und Erfahrungen im Hinblick auf die Reputation von Unternehmen gegenüber. Dabei identifiziert er etwaige Lücken und zeigt die Stellschrauben auf, über die sie geschlossen werden können. Die Daten umfassen fünf Länder (China, Deutschland, Großbritannien, Kanada, USA) mit jeweils 20 Branchen und insgesamt über 290 Unternehmen. Darüber hinaus beleuchtet die Studie den Einfluss von Fake News auf die Glaubwürdigkeit von Unternehmen in den Medien und die Erwartungen an CEOs und ihre Unternehmen.


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