Gazdar Kaevan Piwinger Manfred Reporting ExpertDie neue CSR-Richtlinie von 2017 verpflichtet Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur jährlichen Veröffentlichung von Informationen über ihr Geschäftsmodell, über Arbeitnehmer-, Sozial- und Umweltbelange, über ihren Umgang mit den Menschenrechten sowie mit Korruption und Bestechung. Diese Nichtfinanziellen Erklärung (NFE) kann im Geschäftsbericht, im Nachhaltigkeitsbericht oder im Rahmen einer gesonderten Veröffentlichung erscheinen. Nicht auf die Form, sondern auf den Inhalt kommt es an.

Reportingexpert.de – dahinter verbergen sich die beiden Experten für die Begutachtung von Geschäftsberichten, Kaevan Gazdar und Manfred Piwinger, die diesen Beitrag auch geschrieben haben – hat das Nonfinancial-Reporting von Deutschlands führenden börsennotierten Unternehmen zum zweiten Mal in Folge untersucht und ein Ranking der besten DAX-Unternehmen erstellt. An erster Stelle steht Henkel, gefolgt von BASF und Bayer.

Einige Highlights der Bewertung:

  • Henkel – die Transparenz in allen Bereichen ist vorbildlich. Beispielsweise werden die Umweltziele von minus 30 Prozent Fußabdruck in Verhältnis zum Umsatz gesetzt. Somit besteht ein Konnex zwischen Financials und Nonfinancials. Die Chancengerechtigkeit ist so weit gediehen, dass der Frauenanteil an den Führungskräften – ca. 34 Prozent – dem Frauenanteil in der Belegschaft entspricht.
  • BASF – das Unternehmen punktet mit einer vorbildlich prozessorientierten Darstellung von Verantwortung entlang der Wertschöpfungskette. Hinzu kommt ein messbares System von Zielen 2020 und Fortschritten im Geschäftsjahr 2018.
  • Bayer – bemerkenswert ist die Ausführlichkeit und Aussagekraft der Daten über das neu übernommene US-Unternehmen Monsanto. Insgesamt ist die Darstellung eher als maximalistisch zu bezeichnen: gigantische Datenmengen mit teils relevanten Kennzahlen. Was fehlt: Kommentierung, Hervorhebung.
  • Deutsche Bank – die Relevanz sozialer Investitionen wird anhand exzellenter Kennzahlen zum Social Impact verdeutlicht. Damit steht Deutschlands führende Bank einsam an der Spitze der Darstellung von Sozialbelangen.
  • Lufthansa – die gesamte Erklärung ist weitgehend nach den Vorgaben der CSR-Richtlinie gegliedert. Dadurch wird dem Leser die Navigation durch die komplexe Thematik erleichtert. Darüber hinaus fokussiert das Luftfahrtunternehmen im Umweltbereich auf relevante Themen wie CO2-Ausstoß und Schallschutz.
  • Deutsche Post – das Unternehmen setzt ehrgeizige Langzeitziele für 2025 und 2030 und misst Fortschritte bei relevanten Indikatoren wie CO2-Ausstoß. Diese wohltuende Fokussierung auf Relevanz gilt auch für Sozialbelange: Die Deutsche Post nutzt ihre Kernkompetenz als Transportunternehmen, um Katastrophenhilfe vor Ort in der ganzen Welt zu leisten.
  • Fresenius – die Vorgehensweise ist stringent und folgt einer Wesentlichkeitsanalyse. Eine Eingangstabelle verdeutlicht die Schwerpunkte in einzelnen Bereichen und steigert damit die Übersichtlichkeit der Darstellung.
  • adidas – das Verständnis des Unternehmens von Nonfinancials geht weit über konventionelle Vorstellungen von Nachhaltigkeit hinaus und schließt viele andere Bereiche wie Unternehmensstrategie, Markenkraft, weltweite Geschäftssteuerung und Qualitätsmanagement ein.

Fazit: Es gibt eine große Bandbreite von Lösungsansätzen. Maßgeblich ist nicht die Form, sondern die Substanz, genauer gesagt: die Qualität der Darstellung.

Weitere Informationen auf der Website der Reportingexperten.

 


Wir haben die Kommentarfunktion wegen zu vieler Spam-Kommentare abgeschaltet. Sie können uns aber trotzdem Ihre Meinung zu diesem Artikel als Leserbrief direkt zusenden. Falls Sie wünschen, dass wir Ihren Leserbrief als Kommentar dem Artikel hinzufügen, vermerken Sie dies bitte in der Mail an uns.
leserbrief@pr-journal.de


Werbung

Heute NEU im PR-Journal