Christian Faltin (© Raimund Verspohl)

Zu den Top PR-Agenturen in Deutschland möchten viele gehören. Für Transparenz im Markt will deshalb nicht zuletzt das „PR-Journal“ sorgen. Das PR-Kreativ-Ranking und vor allem das PR-Agentur-Umsatz- und Mitarbeiter-Ranking von Gerhard Pfeffer geben hier jährlich Auskunft auf Basis von nachvollziehbaren Kriterien und Daten. Was aber aktuell die Zeitschrift „Business Punk“ in Kooperation mit dem Statistikportal Statista versucht, wird von cocodibu-Geschäftsführer Christian Faltin als Bauernfängerei eingeordnet. Lesen Sie nachfolgend seinen Kommentar zum Versuch, ein teures Siegel der Marke „Top-PR-Agentur“ zu verkaufen, ohne dass es dafür echte und nachvollziehbare Anhaltspunkte gibt.

Von Christian Faltin, München

cocodibu gehört zu den Top-PR-Agenturen in Deutschland! Dazu gratulieren uns die von uns eigentlich geschätzte Zeitschrift Business Punk und das Statistikportal Statista. Wow, super, oder? Als wir die Nachricht per Mail bekamen, haben wir uns wirklich gefreut. Das ganze Team. Schließlich haben wir unsere Kunden viele Wochen vorher gebeten, uns bei der Umfrage zu bewerten.

Aber die Freude währte nur kurz. Und aus Freude wurde Ärger. Denn am Tag darauf kam das Belegexemplar der Business Punk und ein Anschreiben. Im Belegexemplar findet sich das „Ranking“ der Top PR-Agenturen: Es ist eine alphabetische Liste von insgesamt 150 PR-Agenturen. Selbst das ernstzunehmende Umsatzranking von Gerhard Pfeffer listet derzeit nur 117 PR-Agenturen. Kein Wort über eine Bewertung der einzelnen Agenturen. Das mag als Marktübersicht vielleicht nützlich sein, nicht aber als qualitativer Maßstab.

Die eigentliche Enttäuschung kommt aber noch. Denn Statista und Business Punk versenden gleich eine Urkunde mit und ein Schreiben, in dem sie den Agenturen anbieten, das „Gütesiegel“ als „Top PR-Agentur Deutschlands“ auch werblich zu nutzen. Kostenpunkt: 7000 € pro Jahr zzgl. Mehrwertsteuer. Dadurch, so die Argumentation von Gruner + Jahr, könne man sich „klar von den Wettbewerbern differenzieren“ und „die Strahlkraft der Marke Business Punk nutzen“. Ja, genau.

Das mag ein kreatives Geschäftsmodell Marke Bauernfänger sein. Den beiden vergebenden Marken dürfte es eher schaden. Wenn ihr also demnächst eine PR-Agentur seht, die damit wirbt, dass Business Punk sie zu den „Top PR-Agenturen Deutschlands“ gekürt hat, sendet ihr unser Mitgefühl. Sie wirbt mit einem Preis, der seinen Preis nicht wert ist.


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