(Grafik © [m]Science / GroupM)

Künstliche Intelligenz (KI) ist keine Science Fiction mehr, sondern längst beim Konsumenten angekommen: In Bereichen wie dem Automobil (67 Prozent), der Unterhaltungselektronik (63 Prozent), Telekommunikation (59 Prozent) und der Medizin (56 Prozent) gehört KI gefühlt schon heute für viele Deutsche zum festen Bestandteil ihres Alltags. Als unsichtbarer Assistent gewinnt KI für sie zukünftig vor allem in der Gesundheit, Freizeit, Mobilität und im Beruf an Bedeutung. Zutage gebracht hat diese Einstellungen die aktuelle Umfrage „Spotlight: Künstliche Intelligenz“, die [m]Science als zentrale Forschungsunit der GroupM durchgeführt hat.

Demnach werden ganz konkret in fünf Jahren insbesondere intelligente Putzroboter (46 Prozent), Smart Home Anwendungen (42 Prozent) und selbstfahrende Autos (28 Prozent) gefragt sein. Aber auch bei ebenso unbeliebten wie zeitaufwändigen Aufgaben wie der Steuererklärung erhofft sich in Zukunft mehr als jeder zweite Deutsche (52 Prozent) wertvolle Unterstützung von KI. Rund ein Drittel (32 Prozent) würde sich im Krankheitsfall sogar von einem KI-gesteuerten Sprachassistenten medizinisch beraten lassen, anstatt zum Arzt zu gehen.

Gesundheit: Patienten fragen Doktor KI

(Grafik © [m]Science / GroupM)KI Studie 2019 MGroup Doktor KI Grafik 3

KI kann nach Ansicht der Deutschen besonders nützlich für ihre Gesundheit sein: Knapp jeder Fünfte (18 Prozent) nutzt sie bereits für das Fitness- und Gesundheitstracking. In fünf Jahren wird nahezu jeder zweite Deutsche (44 Prozent) die Gesundheitswerte von einer KI überwachen lassen. Jeweils 15 Prozent könnten sich zudem vorstellen, dass KI-gesteuerte Sprachassistenten in Zukunft einen Psychotherapeuten ersetzen und ihnen ein Freund sein könnten. Profitieren werden nach Ansicht der Befragten vor allem Menschen mit körperlichen Defiziten, die von KI im Alltag unterstützt werden (79 Prozent). Weitere Vorteile für die Gesundheit werden in den neuen Möglichkeiten für eine innovativere Forschung (64 Prozent) und in neuen Wegen, Krankheiten besser diagnostizieren und behandeln zu können (59 Prozent), gesehen.

Mobilität: Stauhelfer KI regelt den Verkehr

Die größten Wachstumspotenziale von KI sehen die Deutschen im Auto (73 Prozent). KI-gesteuerte Fahrassistenzsysteme werden zwar bislang nur von sechs Prozent genutzt. Doch beim Thema Navigation (47 Prozent) und der Steuerung von Multimedia-Anwendungen (41 Prozent) liegen intelligente Sprachassistenten bereits voll im Trend. Einen echten Mehrwert erkennen die Deutschen nicht zuletzt im Kampf gegen den Verkehrskollaps: 61 Prozent sind der festen Überzeugung, dass KI einen wesentlichen Beitrag leisten kann, die zunehmenden Staus im Straßenverkehr zu reduzieren. Mehr als jeder Vierte (28 Prozent) glaubt zudem daran, dass sich selbstfahrende Autos in den nächsten fünf Jahren durchsetzen werden.

Beruf: Kollege KI übernimmt die Knochenjobs

Für knapp jeden fünften Deutschen (21 Prozent) spielt KI schon heute eine Rolle im Beruf oder in der Ausbildung. Der große Vorteil dabei aus ihrer Sicht: Körperlich belastende Tätigkeiten (81 Prozent) und häufig anfallende Routineaufgaben (76 Prozent) können durch KI auf Maschinen übertragen und schneller erledigt werden. Rund jeder Zweite ist sich sicher, dass die Arbeit durch KI weniger fehleranfällig wird (49 Prozent) und sie dadurch insgesamt weniger Stress haben (45 Prozent). Gleichzeitig sehen viele Deutsche jedoch die Gefahr, dass Arbeitskräfte durch KI ersetzt werden (73 Prozent). Besonders gefährdet sind ihrer Meinung nach Berufe in den Bereichen Produktion und Verarbeitung (75 Prozent), Logistik und Transport (72 Prozent) sowie IT und Datenverarbeitung (66 Prozent).

Freizeit: DJ KI takes the Track

Egal, ob beim Musikhören (51 Prozent, in fünf Jahren: 68 Prozent), online Einkaufen (23 Prozent, in fünf Jahren: 51 Prozent), Spielen (13 Prozent, in fünf Jahren: 31 Prozent) oder beim Essen bestellen (10 Prozent, in fünf Jahren: 40 Prozent): KI ist in der Freizeit der Deutschen angekommen und wird in Zukunft immer wichtiger. Insbesondere in Übersetzungsprogrammen (45 Prozent), Empfehlungsdiensten (43 Prozent) und digitalen Sprachassistenten (28 Prozent) kommt KI bei vielen Deutschen immer wieder zum Einsatz. Insgesamt sind 43 Prozent der festen Überzeugung, dass sie durch die Unterstützung von KI mehr Freizeit haben.

KI in Deutschland: Freund oder Feind?

KI ist inzwischen fast allen Deutschen ein Begriff: 97 Prozent haben schon einmal davon gehört. Über drei Viertel (79 Prozent) können den Begriff KI auch erklären. Trotz der generellen Technik-Skepsis der Deutschen stehen der KI mehr Befragte positiv (38 Prozent) als negativ (16 Prozent) gegenüber. Nutzen und Risiko halten sich dabei für die Mehrheit (51 Prozent) die Waage. Als Hauptrisiken von KI werden Kontroll- und Sicherheitsverlust (29 Prozent), eine hohe Fehleranfälligkeit und damit eine geringe Sicherheit (16 Prozent) sowie eine mögliche Arbeitsplatzgefährdung genannt (13 Prozent). Die größten Vorteile von KI sind nach Meinung der Deutschen die Erleichterungen im Alltag (28 Prozent), die Übernahme von schweren Aufgaben (14 Prozent) und eine mögliche Zeitersparnis (13 Prozent).

„Smarte Assistenten, die auf Künstlicher Intelligenz basieren, haben mittlerweile einen festen Platz in unserem Alltag eingenommen: Sie regulieren das Licht, wecken uns mit unserer Lieblingsmusik oder organisieren unsere Einkäufe. Vor allem aber sparen sie jene Zeit, die die Menschen bisher für repetitive Aufgaben aufwenden mussten, und erleichtern uns in zentralen Bereichen des Alltags ein Stück weit das Leben. Keine Frage: KI ist gekommen, um zu bleiben. Wir dürfen gespannt sein, was die KI-Zukunft noch so für uns bereithält“, so Karin Immenroth, Chief Analytics Officer, [m]Science.

Über die Umfrage: Die repräsentative Umfrage „Spotlight: Künstliche Intelligenz“ wurde vom 18. bis 25. Oktober 2018 durch [m]Science als zentrale Forschungsunit der GroupM durchgeführt. In einer Online-Survey wurden in diesem Zeitraum mehr als 2.000 Erwachsene ab 16 Jahren zu ihren Erfahrungen, Wünschen und Hoffnungen rund um KI befragt.


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