Die Grafik zeigt die Lieblingsmarken der Deutschen. (Quelle: Brandmeyer Markenberatung)

Die verschiedenen Skandale der deutschen Autoindustrie haben zu einem weiteren Vertrauensverlust in der Öffentlichkeit geführt. Die deutschen Automobil-Hersteller schneiden im Rennen um die Lieblingsmarke der Deutschen deutlich schlechter ab als noch vor zwei Jahren. Gewinner sind Apple und Samsung. In der neusten Auflage der repräsentativen Studie "Die Lieblingsmarken der Deutschen", die die Brandmeyer Markenberatung zum fünften Mal seit 2012 durchgeführt hat, landen sie erstmalig vor allen Automarken.

Öfter genannt wurden nur Adidas und Nike, die unverändert an der Spitze stehen. Während sich diese beide Marken in der Vorgänger-Studie 2016 noch den ersten Platz teilten, konnte sich Adidas seitdem jedoch absetzen und Nike auf den zweiten Platz verweisen.

Nun ist es doch passiert. Nachdem sich die deutschen Automarken im letzten Lieblingsmarken-Ranking 2016 trotz zahlreicher Negativschlagzeilen (unter anderem wegen des Abgas-Skandals um VW) unverändert größter Beliebtheit erfreuten, rutschten sie bei der neusten Umfrage deutlich ab. Auch wenn sie noch immer vier Plätze in der Top-10-Liste einnehmen, verloren sie im Schnitt mehr als ein Drittel ihrer Stimmen. "Nach dem unverändert guten Abschneiden 2016 scheint nun der ‚Vertrauensvorschuss‘ in der Gesellschaft zu schrumpfen", sagt Markenexperte Peter Pirck. "Das Abrutschen im Ranking ist eine logische Konsequenz daraus, dass die deutschen Automarken über einen langen Zeitraum fast ausschließlich negativ auf sich aufmerksam machen konnten." Die am häufigsten genannte Automarke - BMW – liegt nur noch auf dem fünften Platz und verlor damit zwei Plätze.

Samsung auf dem Vormarsch

Profiteure sind insbesondere die Elektronik-Riesen Apple und Samsung, die sich mit Platz drei und vier vor BMW schieben konnten. Vor allem Samsung machte im Vergleich zu 2016 einen riesigen Sprung im Ranking und klettert von dem zehnten auf den vierten Platz. Die südkoreanische Technik-Marke konnte sich somit offenbar von dem Skandal um explodierende Smartphones, der sich 2016 deutlich bemerkbar machte, mehr als erholen. Dies deckt sich mit den Umsatzzahlen, die ebenfalls seit zwei Jahren kräftig ansteigen. Die Investitionen in groß angelegte Marketing-Kampagnen und in den Ausbau anderer Geschäftsbereiche wie etwa hochaktuelle OLED-Bildschirme tragen sichtbare Früchte.

Frauen bevorzugen Apple, Männer Samsung

Auch wenn sich beide Marken im Gesamtranking nur um 0,1 Prozentpunkte unterscheiden, liegen sie nicht in allen Teilen der Gesellschaft so nah beieinander. Während beispielsweise bei Frauen Apple besser abschneidet (Platz 3, Samsung: Platz 7), bevorzugen Männer als Lieblingsmarke Samsung (Platz 3, Apple: Platz 4).

Nicht nur bei den Geschlechtern, auch regional bestehen Unterschiede: In den neuen Bundesländern ist Samsung als Marke deutlich beliebter als Apple, in den alten Bundesländern nannten dagegen mehr Menschen den iPhone-Hersteller.

Über die Studie: Im September / Oktober 2018 führte das Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der Brandmeyer Markenberatung eine repräsentative telefonische Befragung zum Thema Lieblingsmarken durch. Insgesamt wurden 3.021 Deutsche ab 14 Jahren aus Deutschland befragt. Davon haben 1.913 Personen eine Lieblingsmarke genannt. Diese Gruppe gilt als Basis für die angegebenen Prozentwerte. Die Befragung erfolgte ungestützt, also ohne Antwortoptionen und/oder Vorgabe von Marken.


Wir haben die Kommentarfunktion wegen zu vieler Spam-Kommentare abgeschaltet. Sie können uns aber trotzdem Ihre Meinung zu diesem Artikel als Leserbrief direkt zusenden. Falls Sie wünschen, dass wir Ihren Leserbrief als Kommentar dem Artikel hinzufügen, vermerken Sie dies bitte in der Mail an uns.
leserbrief@pr-journal.de


Heute NEU im PR-Journal