Eine neue Publikation vermittelt Grundlagen, Fallbeispiele und Forschungsergebnisse zum Thema „Agilität in der Unternehmenskommunikation“. Sie fußt auf den Ergebnissen eines Studienprojekts der Universität Leipzig. Die beteiligten Forscher haben sechs Dimensionen von Agilität identifiziert, die beachtet werden müssen, um mehr Agilität ins Unternehmen und die Kommunikation zu bringen: Strukturen und Prozesse, die Unternehmenskultur und Mitarbeiter sowie Tools und Technologien.

Immer mehr Unternehmen experimentieren mit agilen Konzepten, um schneller und effizienter zu werden. „Durch den sinnvollen Einsatz von agilen Strukturen und Prozessen können Unternehmen besser auf die veränderten Ansprüche von Stakeholdern reagieren. Dies hilft, mit neuen Wettbewerbern mithalten zu können“, erklärt die Projektleiterin Lisa Dühring vom Lehrstuhl für Strategische Kommunikation der Universität Leipzig.

Jan-Peter Schwartz, Leiter Unternehmenskommunikation und Markenstrategie bei Osram, bestätigt: „Agilität ist ein Schlüsselbegriff, mit dem wir uns auseinandersetzen müssen. Die Auswirkungen werden uns auch in den nächsten Jahren, vielleicht Jahrzehnten, beschäftigen. Wenn wir uns diesen Herausforderungen nicht stellen, würden wir in kurzer Zeit vom Markt verschwinden.“

Unterstützung durch die Wissenschaft

Doch viele Kommunikatoren sind noch skeptisch und unsicher, wie sie mit diesem Trend umgehen sollen. „Aus diesem Grund hat die Akademische Gesellschaft vor einem Jahr das Forschungsprojekt gestartet. Wir wollen die Kommunikatoren bei der Transformation hin zu mehr Agilität unterstützen, Best Practices aufzeigen und Wissen vermitteln“, so Ansgar Zerfaß, Professor an der Universität Leipzig. Dafür wurden im ersten Schritt knapp 40 Kommunikationsverantwortliche von führenden deutschen und internationalen Unternehmen befragt, wie sie mit dem Thema Agilität umgehen. Ergänzt werden diese Einblicke derzeit durch Fallstudien in ausgewählten Unternehmen.

Die Veränderung hin zu einer agilen Organisation kann der Unternehmenskommunikation helfen, ihre Rolle im Unternehmen zu stärken: Erstens durch die interne und externe Kommunikation der Veränderungen; zweitens durch die Transformation der eigenen Abteilungsstrukturen und -prozesse; drittens durch die Unterstützung und Befähigung anderer Abteilungen.

Sechs Dimensionen der Agilität

Damit Abteilungen agiler werden, müssen sechs Dimensionen verändert werden: Strukturen und Prozesse, wie beispielsweise flachere Hierarchien und mehr abteilungsübergreifende Zusammenarbeit; die Unternehmenskultur und Mitarbeiter, die eine neue Offenheit, Flexibilität, Transparenz und andere Führungskultur benötigen; sowie der Einsatz von agilen Tools und Technologien, die diese neue Art der Zusammenarbeit unterstützen.

Die Studie zeigt zudem, dass es unterschiedliche Ansätze gibt, wie Unternehmen mit der Transformation von Strukturen und Prozessen umgehen. Einige Unternehmen haben „Agilitäts-Inseln“ geschaffen, andere haben radikalere Veränderungen vorgenommen, für andere ist agiles Arbeiten derzeit kein Thema.

Publikation zum kostenlosen Download

Wer mehr über diese Studie erfahren will: Die Ergebnisse werden in der aktuellen Ausgabe der „Communication Insights“ in englischer Sprache zusammengefasst. Zudem werden Best Practices von comdirect und B. Braun Melsungen AG vorgestellt, zwei Vorreiter-Unternehmen in diesem Bereich. Die Publikation ist speziell für Praktiker aufbereitet und steht allen Interessierten kostenlos zum Download zur Verfügung.


Wir haben die Kommentarfunktion wegen zu vieler Spam-Kommentare abgeschaltet. Sie können uns aber trotzdem Ihre Meinung zu diesem Artikel als Leserbrief direkt zusenden. Falls Sie wünschen, dass wir Ihren Leserbrief als Kommentar dem Artikel hinzufügen, vermerken Sie dies bitte in der Mail an uns.
leserbrief@pr-journal.de


Heute NEU im PR-Journal