Ein goldener Löwe für den BVG-Ticket-Shoe.

Nach zwei bronzenen Löwen in 2017 waren deutsche Agenturen in diesem Jahr beim Kreativitätsfestival in Cannes in der PR-Kategorie erfolgreicher. So gewannen deutsche Vertreter im PR-Bereich sechs Löwen, einen goldenen, vier silberne und einen bronzenen. Hinzu kommt – sehr zur Freude von PR-Jury-Mitglied Mirko Kaminski – ein goldener Löwe in der Kategorie Direct. Ausgezeichnet wurde der „BVG- und Adidas-Ticket-Shoe“ der Berliner Verkehrsbetriebe. Daran beteiligt waren die Agenturen Jung von Matt sowie GUD Berlin, Virus, Markenfilm Crossing und eben Kaminskis Agentur achtung! – zweimal Bronze in verschiedenen Unterkategorien kamen noch hinzu.

In der PR-Kategorie war Jung von Matt die erfolgreichste Agentur aus Deutschland. Für die Edeka-Kampagne „The most German Supermarkt“ erhielt sie einen goldenen und zwei silberne PR-Cannes-Löwen. Einmal Silber und einmal Bronze gab es für die „Loving it“-Arbeiten von Garbarz & Partner für Burger King. Einen weiteren silbernen Löwen erhielt die DDB-Group für "The Uncensored Playlist" im Auftrag von Reporter ohne Grenzen.

Über alle Wettbewerbskategorien hinweg holten deutsche Vertreter 66 Löwen, 21 davon gingen Jung von Matt. Außerdem wurde Jung von Matt „Independent Agency of the Year 2018“. Diesen Titel trägt die Agentur, die die meisten Punkte aus Gewinnen und Shortlist-Platzierungen erhält.

Jung von Matt Pfau Jens Spengler Ahrens Doerte Eckel Till Ulmer Goetz

V.l.n.r.: Jens Pfau, Dörte Spengler-Ahrens, Till Eckel, Götz Ulmer (Kreativchefs und Partner Jung von Matt).

Außer Jung von Matt, die die Auszeichnung bereits 2010 erhielten, gelang es bisher keiner weiteren deutschen Agentur und nur einer weiteren europäischen Agentur, die begehrte Auszeichnung nach Hause zu holen. Die zweiten und dritten Plätze gehen an Droga5 New York und Wieden+Kennedy London. Jung von Matt hat in diesem Jahr insbesondere mit den Arbeiten für deutsche Kunden, wie BMW, BVG, MINI, Netto und Edeka gepunktet, die in den vergangenen Monaten international für Aufmerksamkeit in der breiten Öffentlichkeit gesorgt haben. Eine genaue Statistik, welche Agentur in welcher Kategorie wieviele Auszeichnungen bekommen hat, führt „Horizont.net“.

Und wie bewertet PR-Jury-Mitglied Mirko Kaminski die Cannes Lions 2018? Als „Überzeugungstäter“ und Werber für eine Teilnahme am Festival sagte er: „In der PR-Jury in Cannes kommt immer besser an, wenn Marken nicht lediglich etwas erzählen, sondern etwas tun. Ich nenne das auch Storydoing. Der CMO von Mastercard beschrieb es hier in Cannes neulich als Storymaking.“

Cannes 2018 Preisvergabe Goldener Loewe achtung

Erfolgreiches "Storydoing".

Marken und Unternehmen hätten aus sich heraus eben nicht immer etwas zu erzählen, was die Menschen „da draußen“ wirklich interessiere, ja begeistere, meine Kaminski. Dann gelte es, erstmal etwas zu tun, was sie unterhalte und berühre, was ihre Aufmerksamkeit fessele, ja sie überhaupt erreiche, meinte er.

Cannes-Casefilme anschauen

Kaminiski konkretisierte das: „Das kann verschiedene Formen haben: Eigens für die Kommunikation ein Produkt zu erschaffen, das dann Buzz auslöst, tatsächlich zu helfen, um zur Lösung eines gesellschaftlichen Problems beizutragen oder darauf aufmerksam zu machen oder auch mit einem Stunt bzw. einer Aktion zu überraschen und zu unterhalten.“

Einen Rat hat er für Unternehmen und deren Präsentationen: „Auch deutsche Marken und Unternehmen sollten sich mal Cannes-Casefilme anschauen und gucken, wie die aufgebaut sind: Problem / Insight plus Idee (Blockbuster-Titel) plus starkes Visual plus angenommener Output / antizipiertes Resultat. Solche Casefilme sind ja knackige Dokumentationen erfolgreich umgesetzter Konzepte. Wenn es knackige Dokumentationen erfolgreich realisierter Konzepte sind, könnte man ja eigentlich auch Konzepte schon bereits so aufziehen wie einen Cannes-Casefilm. Das verhindert Blei- und Bullettpoint-Wüsten und hilft zudem, auf wirklich Großes und Bewegendes zu kommen.“


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