Von links: Irina Oster und Wilfred Große-Berg stehen Sophie Schilling und Dimitra Papadimitriou Rede und Antwort. (Foto: Sophie Schilling)

Die Content Agentur und Videoproduktion Infokontor ist in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Anwaltskanzlei untergebracht und nur wenige Laufminuten vom Kölner Zoo entfernt. Wäre die Bodinusstraße nicht von beiden Seiten mit hohen Altbauten gesäumt, könnte der Geschäftsführer Wilfred Große-Berg von seinem Büro aus die langen Hälse der Giraffen beobachten. Die außergewöhnliche Lage der Agentur lenkt jedoch keineswegs von den spannenden Prozessen innerhalb des Gebäudes ab. Bei Infokontor finden sowohl PR-Strategie und Beratung, als auch Kreation und Produktion seit über zwanzig Jahren unter einem Dach statt.

Wie sieht eigentlich der Arbeitsalltag in einer Agentur aus, die den ersten Live-Stream auf Facebook umgesetzt, eine medizinische Expedition auf dem Mount Everest mitgefilmt und die Distribution des Corona-Impfstoffs während der Krise begleitet hat? Im Gespräch mit Wilfred Große-Berg und Irina Oster erfahren Dimitra Papadimitriou und Sophie Schilling der studentischen PR-Initiative kommoguntia e.V. mehr.

„Inszenierung ausklammern, authentische Inhalte in den Mittelpunkt rücken“

Content-Kommunikation beschreibt prinzipiell die Übermittlung von spezifischen Botschaften und Informationen an eine Zielgruppe durch bestimmte Inhalte. Wilfried Große-Berg betont jedoch, dass wertvolle, relevante Inhalte im Vordergrund stünden und keineswegs polierte, schön verpackte Oberflächlichkeiten gemeint seien. Diesen Kerngedanken fasst er in dem Leitsatz „Inhalte, die packen“ zusammen. Gerade in einer werbemüden Gesellschaft müsse Content als wirksamstes und erfolgreichstes Mittel der Kommunikation betrachtet werden.

Der Agenturchef ist davon überzeugt, dass Inhalte, die einen ehrlichen Bezug zur Wirklichkeit aufweisen und somit Authentizität ausstrahlen, beim Publikum ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit erzeugen. In allen Produktionsschritten dürfe nie unterschätzt werden, wie feinfühlig das Publikum zwischen authentischen und inszenierten Inhalten unterscheidet. Gleichzeitig liege es im Kerngeschäft einer Content-Agentur, durch die Entwicklung und Produktion von Bewegbild-Inhalten eine gute Geschichte zu erzählen, ohne dabei an Authentizität oder Glaubwürdigkeit einzubüßen; quasi ein „Storytelling mit den Fakten“. Um eine authentische Story mit der Kamera aufnehmen zu können, müsse man trotz herausfordernder Umstände ganz nah am Geschehen dran sein und eine gewisse Zugänglichkeit herstellen, erklärt Große-Berg.

Der Geschäftsführer unterstreicht, dass Infokontor weder eine klassische PR-Agentur noch eine reine Video-Produktionsfirma ist. Tatsächlich resultierte die Gründungsidee der Content-Agentur aus dem Bestreben, zwischen diesen beiden Elementen eine sinnvolle Brücke zu schlagen. Dabei betont er, dass eine bloße Begleitung der Kunden bei der Video-Umsetzung ihrer Vorstellungen ohne fundierte strategische Beratung nur selten zu überzeugenden Ergebnissen führe; in vielen Fällen sogar zu verschwendeten Werbegeldern. Dieser Gedanke spiegelt sich besonders im breitgefächerten Dienstleistungsportfolio von Infokontor wider, das den gesamten Kommunikationsprozess abdeckt und zusätzlich ein umfangreiches Mediennetzwerk und eine eigene Monitoring-Plattform beinhaltet.

Studierende und Absolventen punkten mit Neugierde und Offenheit

Für Projektleiterin und Redakteurin Irina Oster zeichne sich ihre Arbeit besonders durch einen vielseitigen Alltag aus, in dem je nach Projektphase unterschiedliche Aufgaben anfielen. Besonders an aufwändigen Drehtagen entferne sich der Berufsalltag deutlich von einem herkömmlichen 9-to-5-Job in einer PR-Agentur.

Die abwechslungsreiche Arbeit spiegelt sich auch in den unterschiedlichen Kunden und Themenbereichen wider, die die Agentur betreut. Da nicht branchenspezifisch gearbeitet werde, unterstreichen der Agenturchef und seine Mitarbeiterin die Wichtigkeit von Neugierde und Offenheit von Studierenden und Absolventinnen und Absolventen. Die Fähigkeit, mit Wissensdurst und Offenheit an Themen heranzugehen, spielt bei guter Kommunikationsarbeit eine entscheidende Rolle. Eine umfangreiche Allgemeinbildung, solide Sprachkenntnisse, die Fähigkeit sich für neue Themen zu begeistern und Zusammenhänge zu erkennen, übertreffen demnach ein Studium mit Bestnoten oder einschlägige Berufserfahrung. Jedoch, erklärt Große-Berg, sei ein abgeschlossenes Studium sehr bedeutungsvoll, da die Universitätsbildung analytisches und systematisches Denken fördere.

Bei einer kleineren Agentur wie Infokontor können Berufseinsteigerinnen und -einsteiger den ganzen Prozess eines Projekts miterleben – von der ersten Brainstorming-Sitzung des ganzen Teams bis hin zum finalen Schnitt des Videos. Projektleiterin und Redakteurin Irina Oster empfindet diesen Werdegang als besonders empfehlenswert, da Berufseinsteiger in kleineren Agenturen überall reinschnuppern und sich ausprobieren können. Oster erklärt, dass die Hierarchien im Team besonders flach seien. Eine starre Struktur zwischen Beratung, Redaktion und Produktion gebe es nicht; es handele sich eher um fließende Übergänge zwischen den Spezialgebieten.

Keine Angst vor der Zukunft

Über zwanzig Jahre nach der Gründung ist Infokontor mit einem vielfältigen Kundenportfolio und einer Datenbank mit rund einer Million internationaler Redaktionskontakte fest in der Branche etabliert; seit diesem Jahr auch CMS-III zertifiziert, dem Consultancy-Management-Standard, der in Deutschland ausschließlich von der Gesellschaft der führenden PR- und Kommunikationsagenturen (GPRA) vergeben wird.

Ein Schlüssel zum langjährigen Erfolg von Infokontor am Markt ist die kontinuierliche Anpassung der Agentur an technologische Entwicklung und ein offenes Ohr für Innovationen und Wandel. Ihre Anschlussfähigkeit will die Content-Agentur auch durch einen zukunftsgerichteten und souveränen Umgang mit künstlicher Intelligenz in der Kommunikation unterstrichen. Bereits seit 2017 fänden KI-Programme Anwendung in verschiedenen Arbeitsprozessen, erklärt Große-Berg. Die stetige Weiterentwicklung von neuen technologischen Möglichkeiten sieht der Agenturchef als Chance: „Es wird stets Innovationen geben, die Prozesse erleichtern und optimieren. Anstatt diesen Entwicklungen mit Skepsis zu begegnen, sollten wir uns ihnen nähern, sie genau unter die Lupe nehmen und prüfen, wie sie in unserer Arbeit nützlich sein können“, erklärt er.

Sponsored Content: Für die Arbeit der Gesellschaft der führenden PR- und Kommunikationsagenturen in Deutschland (GPRA) sind Nachwuchsförderung und der kontinuierliche Dialog mit Studierenden zur Aufklärung über Karrierewege und das Arbeiten in Agenturen wichtige Ziele. Daher wird in Kooperation mit dem „PR-Journal“ die Serie der Agenturportraits 2023 mit den neuen Mitgliedsagenturen der GPRA fortgesetzt. Die Interviews werden von Studentinnen und Studenten aus dem Fachbereich der Kommunikation und Public Relations geführt. Die Redaktion stellt die Plattform für den Austausch der PR-Nachwuchsinitiativen mit der GPRA. In der aktuellen Folge Dimitra Papadimitriou und Sophie Schilling, von der Mainzer PR-Studierenden-Initiative kommoguntia das Interview.


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