Engagieren sich für #unfollowme: Johannes Ording, Antje Schomaker, Jörn Menge Smudo (v.l.n.r.).

Die Social-Media-Kampagne #unfollowme der gemeinnützigen Organisation „Laut gegen Nazis“ sorgt für Buzz im Netz und setzt ein Zeichen gegen Rassismus und für Weltoffenheit. Neben zahlreichen Prominenten, Influencern und Organisationen unterstützen Tausende die Aktion und fordern Follower mit rechtem Gedankengut dazu auf, ihnen nicht mehr zu folgen. „Laut gegen Nazis“ hat bislang allein über Facebook mehr als 1.000.000 Menschen erreicht.

Die Social-Media-Aktion #unfollowme hat Zündstoff. Mehr als 80 Schauspieler, Musiker, Sportler und Influencer fordern Follower mit rechtem Gedankengut auf, ihnen nicht mehr zu folgen. Darunter unter anderem Smudo, Klaas Heufer-Umlauf, Johannes Oerding, Sido. Aber auch der Fußball-Zweitligist FC St. Pauli beteiligt sich.

Laut gegen Nazis Logo

„Die Zahl der Follower ist für Influencer und Celebrities die Währung für ihren Erfolg. Follower zu verlieren heißt also, Erfolg einzubüßen. Umso stärker ist die Botschaft, die die Unterstützer mit ihrer Teilnahme senden,“ sagt Jörn Menge von „Laut gegen Nazis“. Dabei geht es in erster Linie natürlich nicht darum, möglichst viele Follower zu verlieren, sondern zum einen eine Diskussion anzuregen, wie wir mit rechtsradikalem Gedankengut umgehen können. Zum anderen soll die Kampagne, die zum 80. Jahrestag der Reichsprogromnacht gestartet ist, jeden einzelnen dafür sensibilisieren, auf rechtsradikale Handlungen und Äußerungen im Alltag zu achten und sich dagegen stark zu machen.

Jörn Menge dazu: „Rechtsradikale ziehen sich zunehmend in die Anonymität der Social Media zurück und offener Rassismus und aggressive Fremdenfeindlichkeit werden hier leider immer demonstrativer zur Schau gestellt. Wir lehnen Dialoge keineswegs ab, allerdings hat es sich leider zu oft als unmöglich erwiesen, mit Menschen zu diskutieren, die ihre Menschenverachtung felsenfest im Kopf verankert haben. Wenn verbale Gewalt, blanker Hass und Intoleranz unverbesserlich und hoffnungslos dominieren, dann verabschieden wir uns lieber mit einem herzlichen #unfollowme.“

Mit Erfolg! Noch am Tag der Veröffentlichung knackte der Kampagnenfilm mit Sido, Smudo, Frederick Lau und vielen weiteren Influencern die Marke von einer Million Views. Allein über die Facebook-Seite von „Laut gegen Nazis“ wurden bisher mehr als 1.000.000 Menschen erreicht, die sich in mehr als 100.000 Interaktionen mit #unfollowme auseinandergesetzt und diskutiert haben.

Unfollowme MosaikDie Idee zur Kampagne stammt von der Agentur Heimat. „Mit dem bewusst provokant gewählten Hashtag #unfollowme wollten wir Buzz erzeugen - auch durch negative Kommentare. Denn Social Media-Algorithmen wie der von Facebook priorisieren Posts im Feed, die Interaktionen zwischen Menschen anregen. Instagram und Twitter funktionieren da ähnlich. Sprich, je mehr Menschen auf #unfollowme reagierten, desto sichtbarer wurde unsere Botschaft im Netz. Der Effekt: User, die sich durch #unfollowme provoziert fühlten, erzeugten durch ihre negativen Kommentare eine Übermacht an positiven Kommentaren - von Menschen, die gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sind. So war jeder Hasskommentar kontraproduktiv und arbeitete letzten Endes gegen sich selbst“, sagt Tom Hauser, Executive Creative Director von Heimat.


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