Stehen wohl zum Verkauf: die Zeitungstitel von DuMont

Folgt man den Aussagen des Deutschen Journalistenverbandes (DJV), ist es ein „verlegerischer Offenbarungseid“: Die Rede ist vom möglichen Verkauf der Regionalzeitungen der Mediengruppe DuMont. „Horizont“ berichtete am 26. Februar, dass sich der Kölner Verlag von allen Regionalmedien trennen wolle. Das wären der „Kölner Stadt-Anzeiger“ und der „Express“, Köln, die „Berliner Zeitung“ und der „Berliner Kurier“ in der Hauptstadt sowie die „Mitteldeutsche Zeitung“ in Halle und die „Hamburger Morgenpost“. Hinzu kämen noch alle Druckereien, zentralen Services und Anzeigenblätter.

Käme es zum Verkauf, blieben der DuMont Mediengruppe nur noch zwei Geschäftsfelder übrig: "Marketing Technology" mit den Beteiligungen an Facelift, Upljft und Censhare sowie "Business Information", das Geschäft rund um den Bundesanzeiger, den 2018 übernommenen Deutschen Auftragsdienst (DTAD) und die ebenfalls 2018 lancierten Marken Reguvis (Fachmedien) und Validatis (Datenservices).

DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall erkennt in den vom Fachdienst „Horizont“ vermeldeten und von DuMont bisher nicht dementierten Plänen, alle Zeitungstitel abzustoßen, einen weiteren Beleg für eklatantes Managementversagen in der Branche. Obwohl die Zeitungstitel nach wie vor Gewinne erwirtschafteten und die Notwendigkeit von Qualitätsjournalismus in Zeiten von Fake News und Twittertrollen täglich wachse, sei das verlegerische Verantwortungsgefühl völlig abhanden-gekommen.

„Jetzt muss die Politik ihre Verantwortung für die Meinungsvielfalt und den Qualitätsjournalismus ernst nehmen“, erwartet der DJV-Vorsitzende. Weiter sagte er: „Die Privilegien, die die Verlage genießen, sind an die Wahrnehmung ihrer gesellschaftlichen Aufgabe geknüpft. Ohne gesellschaftlichen Mehrwert keine Reduzierung der Mehrwertsteuer und kein Tendenzschutz!“

Von der DuMont-Chefetage erwartet der DJV-Vorsitzende, die Verkaufspläne ad acta zu legen: „Bekennen Sie sich stattdessen zu den verlegerischen Werten, mit denen Alfred Neven DuMont Ihr Verlagshaus groß gemacht hat!“

„Horizont“-Chefredakteur Uwe Vorkötter hat sich des Themas auch noch angenommen und „die Geschichte des Scheiterns“ von DuMont ausführlich beschrieben. Hier geht’s zum Beitrag „Ende einer Dynastie“ bei „Horizont“.


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