Die Gehälter in Marketing und PR nach Unternehmensgröße und Berufserfahrung. (Quelle: Stepstone Gehaltsreport 2024)

Die Gehaltsentwicklung in Deutschland passt sich der verhaltenen Stimmung in Wirtschaft und Gesellschaft an: Es bewegt sich wenig und die Gruppe der Unzufriedenen wächst auf fast zwei Drittel an. Der Stepstone Gehaltsreport 2024 weist über alle Berufsgruppen hinweg ein Bruttomediengehalt von 43.750 Euro im Jahr aus, das sind 50,00 Euro weniger als im Vorjahr. Angehörige der Berufsgruppe Marketing und PR stehen mit einem Mediangehalt von 50.000 Euro besser da, die Steigerung im Vergleich zum Vorjahr beträgt hier 750 Euro.

Für den neuen Stepstone Gehaltsreport 2024 wurden mehr als 920.000 Gehaltsdaten ausgewertet. Bruttomediangehalt bedeutet, dass es exakt gleich viele Gehälter gibt, die niedriger und die höher als das Mediangehalt liegen. Die Erhebung ist nach eigenen Angaben repräsentativ im Hinblick auf Alter, Geschlecht, Hochschulabschluss, Wirtschaftssektor und geographischer Verteilung auf die Bundesländer.

Die „PR-Journal“-Redaktion hat ähnlich wie im Vorjahr die angegebenen Werte aus Marketing und PR jeweils in Relation zu den Angaben anderer Branchen gestellt, um eine bessere Einordnung des Gehaltsniveaus in der Marketing- und Kommunikationsbranche zu ermöglichen. Alle Gehaltsdaten weisen dabei den Medianwert aus.

Berufsgruppen: Ärztinnen und Ärzte verdienen am meisten

  • Ärztinnen und Ärzte stehen erneut an der Spitze der Gehaltstabelle. Im Gehaltsreport 2024 erzielen sie ein Bruttomediangehalt von 94.750 Euro (+ 950 € im Vergleich zu 2023). Das ist mehr als doppelt so viel wie der Durchschnitt.
  • Danach folgen die Berufsgruppen Banken & Versicherungen (57.000 €), Ingenieurinnen und Ingenieure (56.000 €) sowie Unternehmensberaterinnen und -berater und IT. (54.000 €)
  • Auf Rang 6 folgt die Berufsgruppe Marketing und PR (50.000 €)
  • Angestellte im Groß- und Einzelhandel (35.750 €) und im Hotel- und Gastgewerbe verdienen im Berufsgruppenvergleich (35.500 €) am wenigsten.

Branchen: Banken locken mit hohen Gehältern

  • Gerade Banken locken mit hohen Gehältern und einem Bruttomediangehalt von 63.250 Euro (+ 5.650 €). Danach folgt die Luft- und Raumfahrtindustrie (57.750 € / + 1.550 €) und die Pharmabranche (57.250 € / + 2,450 €). Aber auch die Versicherungsbranche (56.000 €) ist in den Top fünf.
  • Die Einordnung der Berufsgruppe Marketing- und PR in den verschiedenen-Branchen weist hingegen eine große Spannbreite auf. Zwar liegen beispielsweise Produktmanagerinnen und -manager in der IT- und Internet-Branche mit 60.000 bis 63.500 Euro laut Stepstone am oberen Ende der Auflistung. Doch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Agenturwelt in Marketing und PR landen dagegen nur bei rund 42.000 Euro.
  • Die Schlusslichter sind das Gastgewerbe (35.000 € / + 800 €), Land- und Forstwirtschaft, Fischerei und Gartenbau (36.000 € / - 100 €) sowie die Freizeit-, Touristik-, Kultur- & Sportbranche (38.000 €).
  • Je größer das Unternehmen, desto höher das Gehalt. In großen Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitenden wartet ein Bruttomediangehalt von 53.500 Euro. Beschäftigte bei Arbeitgeber mit bis zu 50 Beschäftigten erzielen 38.500 Euro.
    Auch in Marketing- und PR-Berufen steigen die Gehälter mit der Größe des Unternehmens: 1 bis 50 Beschäftigte: 43.250 €; 51 bis 500: 50.000 €; 501 bis 5.000: 56.000 €; mehr als 5.000: 64.250 €.

Gender Pay Gap verringert sich leicht

  • Vollzeit arbeitende Frauen verdienen mit einem Mediangehalt von 40.00 Euro 12,4 Prozent weniger als Männer (45.750 €).
  • Klammert man Einflussfaktoren wie das Alter, die Branche, den Beruf, die Ausbildung, die Berufserfahrung, die Unternehmensgröße, das Bundesland, die Stadt und die Personalverantwortung auf das Gehalt von Männern und Frauen aus, liegt der bereinigte Gender Pay Gap allerdings nur noch bei 5,5 Prozent.
  • In der Berufsgruppe Marketing und PR erhalten Männer ein Mediangehalt von 55.000 Euro, bei Frauen sind es 47.500 Euro. Der unbereinigte Gender-Pay-Gap beträgt somit 13,9 Prozent, im Vorjahr waren es noch 19,76 Prozent. Der bereinigte Gender-Pay-Gap wird mit 4,1 Prozent angegeben.

Gehälter nach Regionen

  • Westliche Bundeslänger führen das Ranking an: In Hamburg ist das Gehalt mit 49.750 Euro am höchsten. Den zweiten Platz belegt Hessen mit 47.500 Euro, gefolgt von Baden-Württemberg mit 47.000 Euro. Schlusslichter sind Thüringen (37.600 Euro) sowie Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt (je 36.500 Euro).
    Ein Gefälle besteht auch für Angehörige der Berufsgruppe Marketing und PR: Allerdings hat StepStone hier eine andere Rangfolge bei den Gehältern in den Bundesländern ermittelt. Es führt Hessen (56.250 Euro) vor Bayern (55.250 Euro) und Baden-Württemberg (54.250 Euro). Die Schlusslichter kommen hier ebenfalls aus dem Osten: Sachsen (43.500 €), Brandenburg (43.250 €) und Mecklenburg-Vorpommern (40.750 €).
  • Insgesamt über alle Berufsgruppen hinweg beträgt das Ost-West-Gefälle 17 Prozent (ohne Berlin) bei 37.250 Euro in Ostdeutschland und 45.000 in Westdeutschland.
  • Das allgemeine Ranking der Großstädte dominiert München mit 56.250 Euro. Es folgen Stuttgart (54.500 €) und Frankfurt am Main (54.250 €).

Akademischer Abschluss und Personalverantwortung sorgen für deutliches Gehaltsplus

  • Ein Universitäts- oder Hochschulabschluss führt zu höherem Bruttogehalt: Akademikerinnen und Akademiker verdienen 57.500 Euro und damit 16.500 Euro mehr als ihre Kolleginnen und Kollegen ohne Studienabschluss (41.000 €).
    Marketing und PR: Auch hier bekommen Fachkräfte mit Studienabschluss mit 53.250 Euro rund 8.250 Euro mehr Gehalt als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ohne Studienabschluss, sie kommen auf 45.000 Euro.
  • Das Gehalt von Arbeitnehmerinnen und -nehmern mit Personalverantwortung liegt mit 50.000 Euro deutlich über dem von Beschäftigten ohne Personalverantwortung (41.500 €).
    Im Bereich Marketing und PR geht die Schere noch weiter auseinander. Führungskräfte mit Personalverantwortung verdienen 62.000 Euro und damit 15.250 Euro mehr als Beschäftigte ohne Weisungsbefugnis für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die 46.750 Euro überwiesen bekommen.
  • Berufserfahrung hat einen positiven Effekt aufs Gehalt: Während Berufseinsteigerinnen und -einsteiger 38.250 Euro verdienen, steigt das Gehalt nach mehr als elf Jahren auf 48.000 Euro.
    Marketing und PR: Hier liegen laut StepStone die Neulinge im Beruf bei 42.500 Euro, nach sechs bis zehn Jahren kommen sie bereits auf 60.750 Euro.

Über den Stepstone Gehaltsreport 2024

Der Stepstone Gehaltsreport 2024 basiert nach eigenen Angaben auf einer der größten Gehaltsdatenbanken in Deutschland mit Angaben nach Ort und Region, Berufsgruppe, Branche, Berufserfahrung und vielem mehr. Die Gehaltsangaben sind nicht direkt mit denen aus den Vorjahren vergleichbar. Dies resultiert aus Veränderungen in der Auswertungsmethodik und der Zusammensetzung der Stichprobe.


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