Jahresgehälter 2018 in Unternehmenskommunikation und Marketing. (© Kienbaum)

Die Vergütungsstudie 2018 der Kölner Personal- und Managementberatung Kienbaum weist es erneut aus: Führungskräfte in PR und Unternehmenskommunikation werden besser bezahlt als im Marketing. Nils Prüfer, Vergütungsexperte bei Kienbaum, stellt gegenüber dem „PR-Journal“ fest: „Führungskräfte in der Unternehmenskommunikation verdienen durchschnittlich acht Prozent mehr als im Marketing. Besonders deutlich ist der Unterschied auf der oberen Führungsebene (15 %).“ Doch im Vergleich zu den Vorjahren gab es in beiden Bereichen keine nennenswerte Steigerung.

Pruefer Nils Verguetungsexp KienbaumNils Prüfer (Foto) weiter: „Dies ist darin zu begründen, dass ein Leiter Unternehmenskommunikation auf der oberen Führungsebene häufig den Bereich Marketing mit verantwortet. Auf Referentenebene sind dagegen so gut wie keine Gehaltsunterschiede feststellbar.“

Marketing-Referenten kommen über die drei Ebenen Senior, Spezialist und Junior durchschnittlich auf ein Jahresgehalt von 61.000 Euro, für PR und Unternehmenskommunikation werden hier 62.000 Euro ausgewiesen. Schaut man genauer hin, gibt es die größte Differenz auf der mittleren Ebene. Ein PR-Spezialist verdient laut Kienbaum-Untersuchung 61.000 Euro, ein Marketing-Spezialist demgegenüber nur 55.000 Euro.

Gehalt 2018 PR Marketing Vergleich Mittelwerte Kienbaum

Ein Vergleich der Gesamtdirektvergütung in 2018 zu den Vorjahren 2017 und 2016 zeigt, dass die Gehälter kaum gestiegen sind (siehe Grafik © PR-Journal). Sie sind durchschnittlich auf dem gleichen Niveau geblieben. Das verwundert, denn der Fachkräftemangel ist in Deutschland bereits heute weit verbreitet: Unternehmen kämpfen um die besten Talente; Spezialisten in bestimmten Branchen erhalten starke Einstiegsgehälter und interessante „Lockangebote“ ihrer potentiellen Arbeitgeber. Eigentliche spräche das für Gehaltszuwächse. Doch diese Entwicklung scheint bisher nicht für die Bereiche PR, Unternehmenskommunikation und Marketing zu gelten. Das sieht im Vertrieb anders aus.

Key Account Manager und IT-Profis sind begehrte Spezialisten

„Auch in diesem Jahr stellen wir wieder fest, dass die Digitalisierung den Vertrieb vor große Herausforderungen stellt. Der Fokus verschiebt sich klar vom Außendienstmitarbeiter auf den Key Account Manager“, sagt Prüfer. Laut der Studie wird zukünftig rund ein Drittel weniger Außendienstmitarbeiter benötigt, denn die Kompetenzprofile für Vertriebsexperten ändern sich mit der zunehmenden Bedeutung von Online Vertriebskanälen und Online Marketing. „Auch in der Zusammensetzung der Gehaltsbestandteile wird ein Wandel stattfinden. Wir erwarten eine stärkere Verknüpfung der Incentive-Modelle mit den Unternehmensstrategien und eine deutliche Verschiebung hin zu flexibleren Zielbonusmodellen“, ergänzt Prüfer.

Hand in Hand mit der Entwicklung des Online Handels geht die des Arbeitsmarktes für IT-Spezialisten. „Bei den Programmierkünstlern ist die Entwicklung noch deutlicher: Jedes Unternehmen braucht sie, um im Lauf um die Digitalisierung mitzuhalten. Die Anreize müssen daher entsprechend hoch gesetzt werden“, stellt Nils Prüfer fest.

Key Account Manager und IT-Service Manager verdienen am besten   

Begehrte und gut bezahlte Positionen bei den Vertrieblern sind Key Account Manager, Produktmanager und E-Commerce Experten. Mit 92.000 Euro Jahresgehalt gehören die Key Account Manager zu den bestbezahlten Vertriebsjobs. Die höchsten Vergütungen erhalten sie in der Unternehmensberatungsbranche und im Automotive Bereich.

Variable Vergütung und Zusatzleistungen

Die variable Vergütung ist insbesondere im Vertrieb ein wichtiger Vergütungsbestandteil. Über 90 Prozent der Vertriebsleiter und Key Account Manager erhalten eine variable Vergütung, die durchschnittliche Höhe liegt bei 18 bzw. 11 Prozent des Gesamtgehalts.

Bei IT-Leitern und Mitarbeitern hat die variable Vergütung einen etwas weniger hohen Stellenwert als im Vertrieb, aber auch hier erhalten 89 Prozent der Leiter eine variable Vergütung und 74 Prozent der Spezialisten mit einer durchschnittlichen Höhe von 15 bzw. 8 Prozent.

Der Firmenwagen ist nach wie vor die beliebteste Zusatzleistung im Vertrieb: 87 Prozent der Vertriebsleiter und 72 Prozent der Key Account Manager fahren einen Firmenwagen.

Die Vergütungsreports “Führungskräfte und Spezialisten in Marketing und Vertrieb” und “Führungskräfte und Spezialisten in IT-Funktionen” sind ab sofort zum Preis von je 800 Euro (+MwSt.) online im Kienbaum Shop erhältlich.


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