Wertvolle Erkenntnisse liefert das neue cherrypicker-Whitepaper. (Quelle: cherrypicker)

Die Situation für Agenturen ist aktuell schwierig. In einem wettbewerbsintensiven Umfeld sind zum einen qualifizierte Fachkräfte nur schwer zu finden, zum zweiten steigt der Kostendruck und zum dritten steigen die Umsätze nur sehr moderat, wenn überhaupt. Die Hamburger Agenturmanagement-Beratung cherrypicker hat die Großwetterlage untersucht und wird dazu in den kommenden Tagen ein Whitepaper veröffentlichen. Die PR-JOURNAL-Redaktion hat schon reingeschaut.

Das Whitepaper wurde auf Basis einer Online-Branchenumfrage von cherrypicker unter 230 Agenturen und über 50 Unternehmen im November 2023 erstellt. Das Ziel war es, herauszufinden, wie Agenturen und Kunden mit den aktuellen Kostensteigerungen umgehen. Dabei sollte ermittelt werden, ob inwieweit Kostensteigerungen weitergegeben werden können? Wissenschaftlich begleitet wurde die Umfrage von Wolfgang Merkle, Professor für Marketing & Management an der UE Hamburg.

Hoher Kostendruck in Agenturen

Die Ergebnisse zeigen, dass der Kostendruck in Agenturen hoch ist, und das nicht nur in Bezug auf die Personalkosten. In deutlich höherem Umfang als es zu erwarten war, sind auch Miet- und Energiekosten gestiegen, obwohl zu Coronazeiten 2020 bis 2022 und danach die Büroräume leer waren und Homeoffice der Place to be war. In Zahlen: Als Hauptgründe für Kostenerhöhungen geben Agenturen zu 59 Prozent die Personalkosten, zu 26 Prozent die Energiekosten und zu 15 Prozent die Mieterhöhungen an. Zusammengefasst: Laut der Befragung sind die Kosten bei über 80 Prozent der Agenturen in den vergangenen zwölf Monaten um über fünf Prozent, teils sogar bis zu 35 Prozent, gestiegen. Im Durchschnitt wurde jedoch nur ein kleiner Teil der gestiegenen Kosten weiterberechnet.

Die möglichen Folgen: Wenn bei den erhöhten Kosten die Umsätze gleichbleiben oder möglicherweise gar sinken, drohen ernsthafte Folgen wie Liquiditätsprobleme. Auf die Frage, ob die gestiegenen Agenturkosten durch entsprechende Erhöhung der Agenturhonorare kompensiert werden konnten, gab es folgende Antworten: 60 Prozent der Agenturen konnten laut den Untersuchungsergebnissen die Kosten zum Teil durch höhere Agenturhonorare ausgleichen. Jeder dritten Agentur allerdings ist es nicht gelungen, Preiserhöhungen durchzusetzen.

Diskrepanz zwischen Agenturen und Auftragnehmern

Die Auftraggeberseite kommt da zu deutlich anderen Zahlen. Aus ihrer Sicht haben 85 Prozent der Agenturen ihre Honorare erhöht, und zwar um bis zu 15 Prozent. Eine Diskrepanz gibt es auch bei den Zahlen bezüglich möglicher Kürzungen der Honorare von Seiten der Auftraggeber. Die Auftraggeber haben demnach zu einem Drittel Honorare gekürzt. Das bewerten die Agenturen anders. Demnach wurden bei über der Hälfte Kürzungen vorgenommen.

Laut abschließendem Summary zeigt die Branchenumfrage deutlich den Gap zwischen der harten Realität auf Agenturseite und der Wahrnehmung auf Kundenseite. Insbesondere was die Argumente für Honorarerhöhungen angeht: Wenn Agenturvertreter bei den Verhandlungen mehr auf kundenrelevante Argumente wie Effizienz setzen würden, wäre womöglich schon viel gewonnen, um Mehrkosten wieder reinzuholen.

Weitere Zahlen und Einschätzungen gibt es im cherrypicker-Whitepaper „Der Preis des Preises – Preisentwicklung der Agenturhonorare“, das unter diesem Link zum Download zur Verfügung steht.


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