Florian Schafroth, ist seit August Geschäftsführer der Münchner Agentur Berkeley Kommunikation. (Foto: Berkeley)

Vor fünf Jahren wurde in München die Agentur Berkeley Kommunikation GmbH gegründet. Dahinter stand mit Berkeley eine Fachagentur für Technologie-PR aus Großbritannien, die seinerzeit die Assets der Münchner PR-Agentur essential media übernahm. Berkeley wollte mit der Gründung in Deutschland die internationale Ausrichtung forcieren. Geschäftsführer wurde Paul Stallard, International Managing Director bei Berkeley, der die Akquise damals leitete. Fünf Jahre später hat Berkeley in München 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und berät internationale und deutschsprachige Kunden aus dem Tech-, Industrie- und Automotive-Bereich vor allem mit einem Storytellingansatz. Grund genug für das „PR-Journal“ nachzufragen, wie die Agentur zu ihrem 5. Geburtstag aufgestellt ist.

PR-Journal: Herr Schafroth, vor fünf Jahren wurden Sie beim Kauf der Agentur essential media von Berkeley mit übernommen. Zunächst haben Sie als Agency Director das Büro auf deutscher Seite gemeinsam mit Paul Stallard geleitet. Nun sind Sie seit August 2022 neuer Geschäftsführer. Läuft gut, oder?
Florian Schafroth: Vielen Dank, es läuft sehr gut. Besonders stolz bin ich darauf, wie sich unser Team weiterentwickelt hat und auf welchem Niveau die Agentur mittlerweile agiert und berät. Bei der Übernahme und Gründung vor fünf Jahren war alles noch etwas überschaubarer, was die Mitarbeiterzahl, Agenturprozesse oder die Kunden betrifft. Für mich persönlich war der Schritt hin zum zweiten Geschäftsführer nur logisch – zumal ich mit Paul Stallard bereits die Jahre zuvor die Agentur mitgeführt habe.

PR-Journal: Sie weisen nun ein Team von 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus, die einen Honorarumsatz von 1,5 Millionen Euro erwirtschaftet haben. Was waren die wichtigsten Eckpunkte während dieser Entwicklung, in die ja auch die beiden Corona-Jahre 2020 und 2021 fielen?
Schafroth: Wir konnten unser Kundenportfolio seit 2017 kontinuierlich ausbauen. Analog dazu ist auch das Team gewachsen. Natürlich war Corona eine Zäsur. Wobei wir als Tech-orientierte Agentur weniger mit Kundenetats zu kämpfen hatten, sondern unsere Arbeitsprozesse, wie wir sie zuvor kannten, neu durchdenken und aufsetzen mussten.
Als wir unseren damaligen Volontär – wie die anderen Mitarbeitenden auch – ins Home-Office geschickt haben, dachte ich nur: Wird das funktionieren? Kann man remote dieselbe Ausbildung wie in Präsenz im Büro gewährleisten? Die gute Nachricht ist: ja, kann man, wenn alle bereit sind, sich umzuorientieren und an einem Strang ziehen.
Entscheidend hierfür war sicherlich ein engagierter und rücksichtsvoller Umgang mit unseren Mitarbeitern. Zudem waren unsere Kunden von unserem kreativen PR-Ansatz begeistert, mit dem wir ihre Kommunikationsstrategien mit einem Hauch von Hollywood bereichern konnten. Die sehr niedrige Mitarbeiterfluktuation, die Treue unserer Kunden sowie ein paar spannende Kunden-Gewinne im Consumer- beziehungsweise Lifestyle-Bereich haben uns schlussendlich sehr gepusht – sowohl was das Finanzielle als auch das Erschließen neuer Kundensegmente anbelangt.

„Ein bisschen Hollywood für die eher nüchterne B2B-Welt unserer Kunden“

PR-Journal: In Ihrer Selbstdarstellung heben Sie Ihren Storytellingansatz hervor. Was genau verbirgt sich bei Berkeley dahinter und warum steht dieser Ansatz für Ihren geschäftlichen Erfolg?
Schafroth: Storytelling liegt in der DNA von Berkeley. Unser CEO, Chris Hewitt, ist gelernter Journalist und unser Chief Storyteller. Chris inhaliert alles, was mit Geschichten und PR zu tun hat. Mittlerweile hat er eine eigene Storytelling Academy gegründet, die erfolgreich weltweit Kunden dabei hilft, die eigene Unternehmensgeschichte zu entwickeln und im Unternehmen zu etablieren.
Der Erfolg unseres Storytelling-Ansatzes liegt darin, dass wir es schaffen, ein bisschen Hollywood in die eher nüchterne B2B-Welt unserer Kunden zu bringen. Alle Mitarbeitenden (auch unsere Backoffice Managerin) werden kontinuierlich von Chris in puncto Storytelling geschult. Zudem vermitteln wir unseren Ansatz auch unseren Kunden. In Kombination sind wir in der Lage, Storytelling – wann immer möglich und nötig – in unsere Kunden-Kampagnen einzuweben. Dies sollte im Journalismus und in der PR natürlich gang und gäbe sein, ist bei uns allerdings noch etwas tiefer in der Agentur-DNA verwurzelt.

PR-Journal: Was waren die wichtigsten Kundenprojekte, die sie mit ihrem Storytellingansatz begleitet haben?
Schafroth: Storytelling allein reicht natürlich nicht aus, um eine Kampagne zum Fliegen zu bringen. Aber es ist das perfekte Vehikel, um Medienschaffende und die von uns intendierten Zielgruppen in Bruchteilen von Sekunden für unser Thema zu begeistern.
So haben wir für einen Büroausstatter, der spezielle biodynamische Leuchten anbietet, mit einem Künstler zusammen in München eine „Lichtdusche“ installiert, die am dunkelsten Tag des Jahres Büroarbeitenden, die in dieser Zeit (kurz vor Weihnachten) morgens wie abends kein Tageslicht abgekommen, nach der Arbeit eine Dosis Tageslicht spendiert.
Es geht immer darum, dass beim Storytelling ein Held (das ist meistens die Zielgruppe unseres Kunden) und ein Helfer (das ist der Kunde) in dem Mittelpunkt der Erzählung rückt.
Ein weiteres anschauliches Beispiel war unser Cybermobbing-Experiment, das wir zusammen mit einem IT-Sicherheitsanbieter, einem Anti-Mobbing-Coach und einer Münchner Schule gemacht haben. Flankiert mit einer Studie zum Thema konnten wir Journalisten sehr schnell für das Thema gewinnen. Die Helden waren die Schülerinnen und Schüler, die Helfer unser Kunde (keine Produkt-PR, reine Awareness mit Tipps gegen Cybermobbing) sowie der von uns engagierte Coach. Zusammen haben sie sich auf eine Reise begeben, mussten Hürden überwinden und konnte gemeinsam ein Happy End erreichen – klingt nach Filmstoff, oder?

Haben eine Feel Good Managerin im Team

PR-Journal: Agenturen jedweder Ausrichtung kämpfen aktuell um gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Markt. Sie selbst sind geblieben und haben mit Isabella Fröhlich eine frühere Mitarbeiterin zurückgeholt. Darüber hinaus besteht Ihr Team inzwischen aus 18 Mitgliedern, in diesem Jahr haben Sie drei Volontäre eingestellt. Was macht es aus, für Berkeley zu arbeiten? Wie gelingt es Ihnen, Ihre Professionals an Ihre Agentur zu binden? Zahlen Sie so gut?
Schafroth: Ich denke, unser Erfolgsrezept ist eine gute Mischung aus familiärer Atmosphäre und professioneller Förderung. Damit konnten wir in den Gesprächen mit Isabella Fröhlich auch punkten. Mit Isabella haben wir nun eine dedizierte Feel Good Managerin im Team, die sich neben der Kundenberatung sowohl um die Wohlfühlatmosphäre in der Agentur als auch um unser Ausbildungs- und Schulungsprogramm mit internen und externen Trainern kümmert.
Zudem wissen unsere Mitarbeitenden, dass wir sie je nach ihrem Kenntnis- und Beratungsstand entsprechend kontinuierlich in ihrer Weiterentwicklung unterstützen und wir Ihnen bei Berkeley einen klaren Karrierepfad aufzeigen können – hierfür haben wir übrigens das zwölfstufige Level-System unsere Kollegen aus Großbritannien übernommen.
Auch geht es darum, immer in einen ehrlichen Dialog mit allen zu treten, denn wie in jeder Familie ist die Bande im Berkeley-Team sehr stark, aber ab und zu kracht es auch mal. Das ist nicht immer einfach und erfordert von allen Mut, Empathie und den absoluten Willen, gemeinsam ein starkes Team zu bilden. Ich denke, dass macht uns alle (übrigens auch die Kolleginnen und Kollegen in Großbritannien oder den USA) sehr authentisch – was neben einer branchenüblichen Vergütung, Goodies und dergleichen für viele ein attraktives Gesamtpaket darstellt. Dazu gehören auch unsere legendären Quartal-Partys, bei denen wir im gesamten Team unsere Erfolge gebührend feiern.


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