Grafik Image-Barometer

Das Image-Barometer zeigt, wie der Mittelstand wahrgenommen wird. (Quelle: Klenk & Hoursch Image-Barometer 2024)

Die Deutschen sorgen sich um den Mittelstand. Eine Image-Untersuchung der Frankfurter Kommunikationsberatung Klenk & Hoursch ergab, dass nur noch knapp die Hälfte daran glauben, dass der Mittelstand der Innovationsmotor für die deutsche Wirtschaft ist. Zudem sind gut 75 Prozent der Meinung, dass mittelständische Unternehmen für die globalen Krisen nicht gut aufgestellt sind.

Zahlreiche Unternehmen stehen aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage vor großen Herausforderungen. Der Mittelstand ist, so die Meinung der Deutschen, besonders gefordert. Obwohl mehr als zwei Drittel (68 %) ihn für einen wichtigen Treiber des Wohlstands in Deutschland halten, sieht lediglich jeder Fünfte (23 %) mittelständische Unternehmen im Umgang mit aktuellen Herausforderungen wie Inflation, Kostensteigerungen und globalen Krisen für gut gerüstet. Großunternehmen werden ähnlich relevant wahrgenommen, sind laut Meinung der Deutschen aber deutlich besser für die Zukunft aufgestellt (66 %).

„Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Doch das Klenk & Hoursch Image-Barometer für den Mittelstand zeigt: Die Deutschen sind skeptisch mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit dieser Unternehmen“, so Daniel. J. Hanke, CEO von Klenk & Hoursch. Die Beratung für Kommunikation und Public Affairs untersucht in der bevölkerungsrepräsentativen Studie, wie der Mittelstand im Vergleich zu anderen Unternehmen in Deutschland wahrgenommen wird.

Nachholbedarf bei Zukunftsthemen

Woher kommt das Urteil der Befragten? Das Image-Barometer zeigt, dass der Mittelstand insbesondere bei Zukunftsthemen kritisch beurteilt wird. Mittelständler gelten zwar als Innovationsmotor der deutschen Wirtschaft, doch spiegelt sich das in der Wahrnehmung der Befragten nicht wider: Nur die Hälfte (48 %) ist der Meinung, Mittelständler würden Innovationen vorantreiben (im Vergleich Großunternehmen: 56 %).

Auch die Digitalisierung von Prozessen stellt Weichen für die Zukunft. Hier wird dem Mittelstand weniger Kompetenz zugesprochen. Während mehr als zwei Drittel (70 %) sagen, dass Großunternehmen neue Technologien wie Künstliche Intelligenz schnell für sich nutzen, trauen dies nur drei von zehn Befragten dem Mittelstand zu (31 %). 

Kritischer Blick auf Nachhaltigkeitsengagement

Kaum überzeugt sind die Deutschen von den Nachhaltigkeitsbestrebungen der Wirtschaft generell. Nicht einmal die Hälfte glaubt daran, dass Deutschlands Unternehmen nachhaltig wirtschaften. Auch der Mittelstand sticht hier nicht hervor, steht aber besser da als Großunternehmen: 42 Prozent sehen ihn als Vorreiter, wenn es darum geht, die Welt mit Produkten oder Dienstleistungen nachhaltiger zu gestalten (Startups 56 %, Konzerne 37 %).

Beliebt als Arbeitgeber - Risikofaktor Diversität

Das Image ist auch im Wettbewerb um die besten Arbeits- und Fachkräfte ein wichtiger Faktor. Besonders attraktive Arbeitgeber können vermeintliche Nachteile, wie Standorte in ländlichen Regionen, wettmachen. Hier hat der Mittelstand grundsätzlich gute Voraussetzungen: Über die Hälfte der Befragten würden gerne für ein mittelständisches Unternehmen arbeiten. Skeptisch sehen die Deutschen den Mittelstand aber mit Blick auf seine Diversität: Sie wird geringer wahrgenommen (36 %) als in Großunternehmen (45 %) oder Startups (51 %).

Mehr Kommunikation gewünscht

„Wir wissen, dass viele mittelständische Unternehmen enorme Transformationsprozesse durchlaufen. In der Breite der Gesellschaft kommt dies jedoch noch nicht an. Es mangelt den Unternehmen und ihren Aktivitäten an Sichtbarkeit – mit negativen Folgen für Reputation und Arbeitgebermarke. Wer Innovationen und Veränderungsprozesse vorantreibt, sollte über Herausforderungen, Visionen und Erfolge wirkungsvoll kommunizieren“, betont Katharina Stein, Director und Expertin für Mittelstandskommunikation bei Klenk & Hoursch.

Der Mittelstand kann auf eine gute Basis bauen, denn seine Kommunikation wird als deutlich vertrauenswürdiger wahrgenommen (52 %) als die von Startups (36 %) oder Konzernen (30 %). Auch in der Politik ist der aktive Beitrag mittelständischer Unternehmen durchaus erwünscht: Mehr als die Hälfte der Befragten ist der Meinung, Mittelständler sollten sich stärker in die Gestaltung von Gesetzen einbringen, von denen sie betroffen sind. Hier besteht Nachholbedarf: Aktuell werden in der Wahrnehmung der Deutschen die Interessen der Großunternehmen in der Politik am stärksten und die des Mittelstands deutlich weniger berücksichtigt (66 % vs. 22 %).

Der Studienreport steht hier auf der Website von Klenk & Hoursch zum Download zur Verfügung.


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