Die Top 10 im Jahres-Image-Ranking 2020 von Unicepta.

Zwei Untersuchungen zum Ansehen der DAX 30-CEOs bringen aktuell zwei unterschiedliche Ergebnisse. Das verwundert nicht, handelt es sich doch um zwei vollkommen unterschiedliche Untersuchungsansätze. Doch da es eben in beiden Untersuchungen um die DAX 30-CEOs geht, haben wir die Ergebnisse einmal gegenübergestellt. Immerhin sind vier der CEOs sowohl im Reputationsindex der Dr. Doeblin Gesellschaft für Wirtschaftsforschung als auch im Image-Ranking von Unicepta unter den Top 10 platziert. Telekomchef Timotheus Höttges schneidet dabei am besten ab. Bei Doeblin liegt er auf Platz 1, bei Unicepta auf Platz 3. Unicepta-Sieger Theodor Weimer, Deutsche Börse, ist bei Doeblin nicht unter den ersten zehn CEOs.

Der CEO-Reputationsindex des Wirtschaftsforschungsinstituts Dr. Doeblin wird im Rahmen einer halbjährlichen Umfrage unter Wirtschaftsjournalisten erhoben. Abgefragt werden die Einstufungen aller Dax 30-CEOs bei den Indikatoren „Kompetenz und Persönlichkeit“, „Strategischer Weitblick“, „Offener Umgang mit den Medien“ und „Sympathie“. In der Zeit vom 17. November bis zum 2. Dezember 2020 wurden 148 Wirtschaftsjournalisten befragt. Hinter Höttges wählten sie Joe Kaeser, Siemens, auf Platz 2 und Frank Appel, Deutsche Post auf Platz 3.

Doeblin CEO Reputationsindex Dez 2020 Tabelle

Die nebenstehende Tabelle zeigt die Top 10 im Reputationsindex des Doeblin-Instituts. * Dezember 2019: Jennifer Morgan

Das CEO-Ranking von Unicepta basiert auf einer Analyse der veröffentlichten Meinung, und damit indirekt auch auf den Aussagen von Journalistinnen und Journalisten. Denn für das CEO-Ranking wertete der Media & Data Intelligence Anbieter Unicepta rund 16.600 Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträge aus, die von Januar bis November 2020 in deutschen Leitmedien sowie der „New York Times“, dem „Wall Street Journal“, dem „Economist“, der „Financial Times“ und der „Neuen Zürcher Zeitung“ erschienen sind. Die ersten drei Plätze belegen hier Theodor Weimer, Deutsche Börse, Stephan Sturm, Fresenius, und eben Timotheus Höttges, Deutsche Telekom.

Dieses Ranking basiert auf Ergebnissen aus dem Unicepta „DAX-Benchmark“ mit einer Analyse von 16.600 veröffentlichten Medienbeiträgen. Damit erfasst das Unternehmen kontinuierlich die mediale Präsenz aller DAX-Konzerne und ihrer CEOs sowie die Tonalität der Medien-Berichterstattung. Bei Doeblin beantworteten die befragten knapp 150 Wirtschaftsjournalisten im Rahmen einer halbjährlichen Umfrage konkrete Fragen zur Performance der CEOs.

Die Ansätze sind also vollkommen unterschiedlich und beziehen sich auf unterschiedliche Zeiträume. Dennoch sind wie erwähnt vier CEOs in beiden Rankings unter den Top 10. Neben Höttges sind das

  • Oliver Zipse, BMW, mit Platz 5 bei Doeblin und Platz 10 bei Unicepta,
  • Christian Klein, SAP, mit Platz 9 bei Doeblin und Platz 6 bei Unicepta und
  • Oliver Bäte, Allianz, mit Platz 10 bei Doeblin und Platz 9 bei Unicepta.

Doeblin-Untersuchung

Laut der Doeblin-Untersuchung hatte sich der positive Reputationstrend von Höttges mit den Rangplätzen 6 im Dezember 2019 und 3 im Juni 2020 bereits angedeutet. Siemens-Chef Joe Kaeser, der im Juni 2020 den ersten Rang belegt hatte, folgt nur knapp hinter Höttges auf dem zweiten Rang, vor dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Post, Frank Appel. Auch Appel verbuchte mit Rang 8 im Dezember 2019 und Rang 5 im Juni 2020 einen beeindruckenden Reputationsgewinn bei Wirtschaftsjournalisten. In die Top 5 des Reputationsindex‘ schafften es mit Ola Källenius von Daimler und Oliver Zipse von BMW zwei Manager der von Corona und dem ElektroTrend besonders geforderten Automobil-Industrie. Sehr nahe an die Spitzenplätzen herangerückt ist auch VW-Chef Herbert Diess auf dem sechsten Reputations-Rang.

Den Spitzenplatz im CEO-Reputationsindex von Doeblin verdankt Timotheus Höttges vor allem der hohen Wertschätzung der Wirtschaftsjournalisten beim Indikator „Strategischer Weitblick“, bei dem er die Wettbewerber ein gutes Stück distanziert. In den O-Tönen der Wirtschaftsjournalisten wird ihm das Verdienst zugeschrieben, der Deutschen Telekom „eine starke internationale Komponente“ gebracht zu haben: „Der US-Deal war beeindruckend“. Er gilt als „Anti-Bürokrat an der Spitze einer Behörde“ und als „Vorreiter der Digitalisierung“.

CEO-Ranking von Unicepta

Beim Unicepta Image-Ranking der DAX 30-CEOs im Jahr 2020 gewinnt Theodor Weimer. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Börse hatte das Ranking bereits in den ersten drei Quartalen souverän angeführt und seinen Vorsprung auch im vierten Quartal verteidigen können.

Die Medien überzeugt er vor allem mit seinen Führungsqualitäten. „Der Macher von der Börse“, titelt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ über ihn. „Weimer hört zu, ist interessiert, fasziniert“, so das Blatt voll des Lobes. Die „WirtschaftsWoche“ traut dem Top-Manager zu, sein Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen: „Wenn Konzernchef Theodor Weimer demnächst die neue Strategie der Deutschen Börse AG präsentiert, könnte das für die Aktie die Wende einleiten.“

Ein deutlicher Sprung nach vorne im Unicepta-Ranking gelingt Fresenius-CEO Stephan Sturm. Nach dem dritten Quartal lag er noch auf Platz sieben, im Gesamtranking schafft er es auf den zweiten Rang. Unter Sturms Führung seien die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie nicht so folgenschwer wie zunächst befürchtet. „Wir hatten in Aussicht gestellt, dass es bei Umsatz und Ergebnis nach einem von Lockdowns belasteten zweiten Quartal wieder aufwärts geht. Das haben wir geschafft“, zitiert ihn die „Börsen-Zeitung“. Den einstimmigen Beschluss, dass sein Vertrag bei dem Healthcare-Unternehmen um weitere fünf Jahre verlängert wird, goutieren die Journalisten.

Ebenfalls aufs Unicepta-Treppchen schafft es Timotheus Höttges, Chef der Deutschen Telekom. Er hat sich nach dem dritten Quartal von Rang fünf auf drei verbessert. „Der neue Mr. Vielfalt“ nennt ihn das „Handelsblatt“, nachdem er von der Initiative BeyondGenderAgenda für seinen Einsatz für Diversität als Personality of the Year ausgezeichnet wurde. Auch seine rhetorischen Fähigkeiten werden in den Medien positiv hervorgehoben. „Der Verband der Redenschreiber deutscher Sprache schwärmt in den höchsten Tönen“ von Höttges, weiß die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ zu berichten. Von allen 30 DAX-Chefs sei es ihm „mit Abstand am besten gelungen, sich auf das neue Format der Online-Hauptversammlung einzustellen. […] Bei Höttges habe die ganze Inszenierung gestimmt, nicht nur der Vortrag.“


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