BdP Logo Der Bundesverband deutscher Pressesprecher (BdP) – ab Januar 2020 der BdKom – hat einen neuen Leitfaden für die Eingruppierung der mehr als 20.000 Beschäftigten in Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des öffentlichen Dienstes vorgelegt. Die Handreichung gibt Führungskräften in der Kommunikation sowie Personalabteilungen des öffentlichen Dienstes eine systematische Hilfestellung an die Hand, die die Grundzüge der besonderen Bezahlstrukturen im Staatsdienst erläutert und anhand konkreter Beispiele aus der Praxis Ansatzpunkte für eine qualifikations- und leistungsgerechte Bezahlung liefert. Wie nötig das ist, zeigt auch ein Beispiel zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in einer kleinen Stadt im Rhein-Main-Gebiet.

„Die Anforderungen an eine professionelle und zeitgemäße Kommunikation des Staates wachsen, aber für die Kommunikations-Verantwortlichen im öffentlichen Dienst wird es immer schwieriger, versierte Fachleute für die Palette an Aufgaben zu finden, die es zu erfüllen gilt – von der klassischen Pressearbeit über die Digitalkommunikation bis hin zum Social-Media-Management“, sagt BdP-Präsidentin Regine Kreitz. „Die tarifliche Eingruppierungspraxis bildet die benötigten Qualifikationen oft nicht oder in für die Beschäftigten nachteiliger Weise ab. Die Rekrutierung sowie auch das Halten und Entwickeln von Kommunikations-Experten im öffentlichen Dienst scheitert allzu oft an unattraktiven Gehältern.“ Entsprechenden Hinweisen darauf aus den Reihen der Mitgliedschaft sei der BdP daher nachgegangen und habe gemeinsam mit Tarifexperten einen Leitfaden entwickelt, der aufzeige, welche Eingruppierungsmaßstäbe zu berücksichtigen sind, um versierte Fachleute für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit mit einer wettbewerbsfähigen Bezahlung für den öffentlichen Dienst gewinnen und sie dort auch halten zu können.

Ulrich Silberbach, Bundesvorsitzender des dbb beamtenbund und tarifunion (dbb), der die Entwicklung des Leitfadens fachlich begleitet hat, betont anlässlich der Veröffentlichung des Ratgebers, dass den Kommunikatorinnen und Kommunikatoren bei Behörden, Verwaltungen und Einrichtungen eine ganz entscheidende Rolle zukommt: „Sie sind die Botschafter des Staats. Sie sprechen in der Öffentlichkeit für ihn und seine Absichten, sie gestalten seine Außendarstellung, sie vermitteln sein Handeln, sie hören zu und geben Antworten. Auf diesen Positionen brauchen wir auch im öffentlichen Dienst absolute Profis“, so Silberbach, und die müssten qualifikations-, leistungs- und marktgerecht bezahlt werden. „Gerade an den entscheidenden Kontaktstellen des öffentlichen Dienstes zur Öffentlichkeit und zu den Medien, dort, wo staatliches Handeln vermittelt wird, fällt meist die Entscheidung über Ablehnung oder Zustimmung. Wird hier nicht professionell kommuniziert, sind Vertrauen in und Akzeptanz für den Staat schnell dahin, warnt der dbb Chef.

Der Leitfaden steht auf der BdP-Website zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Beispiel: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in einer Stadt im Rhein-Main-Gebiet

Mitarbeiter/in (m/w/d) Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Stadt im Rhein-Main Gebiet, 16.700 Einwohner

Zu den Schwerpunktaufgaben gehören das Schreiben und Redigieren von Pressemitteilungen für die Verwaltungsführung und alle Fachbereiche, das Verfassen von Statements und Grußworten, die eigenständige Themenfindung innerhalb der Verwaltung, die Beantwortung von Anfragen lokaler und überregionaler Medien, Krisenkommunikation, Betreuung von Journalistinnen und Journalisten bei städtischen Veranstaltungen, Vorbereitung und Durchführung von Pressegesprächen und konferenzen, Wahrnehmung externer Termine (24/7), die verantwortliche Pflege der Presseseiten auf der städtischen Homepage und der Facebook-Präsenz, die Erstellung eines wöchentlichen Newsletters sowie Medienbeobachtung und Recherche. Vorausgesetzt werden eine journalistische Ausbildung und einschlägige Erfahrungen im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, absolute Sicherheit im Umgang mit Sprache und Text sowie eigenständiges Umsetzen von Projekten. 

Diese Stelle ist in die Entgeltgruppe (EG) 8 TVöD/VKA eingruppiert. Dies bedeutet bei Vollzeit ein monatliches Einkommen zwischen 2.809 Euro brutto (Stufe 1) und 3.474 Euro brutto (Stufe 6). Die Stufenzuteilung erfolgt durch den jeweiligen Arbeitgeber und kann, muss aber nicht, aufgrund von Berufserfahrung/Attraktivitätssteigerung innerhalb der EG flexibel gestaltet werden.

In der Privatwirtschaft liegt der Mittelwert des Einkommens von PressereferentInnen, die in der Region Hessen das beschriebenen Tätigkeitsprofil aufweisen, bei rund 3.790 Euro brutto im Monat (Quelle: gehaltsvergleich.de) – ein Wert, der in der hier benannten Entgeltgruppe gar nicht erreichbar ist. 


Wir haben die Kommentarfunktion wegen zu vieler Spam-Kommentare abgeschaltet. Sie können uns aber trotzdem Ihre Meinung zu diesem Artikel als Leserbrief direkt zusenden. Falls Sie wünschen, dass wir Ihren Leserbrief als Kommentar dem Artikel hinzufügen, vermerken Sie dies bitte in der Mail an uns.
leserbrief@pr-journal.de


Werbung

Werbung

Heute NEU im PR-Journal