Die ermittelten Stunden- und Tagessätze für Österreich (Grafik © PRVA)

Analog zum Trendbarometer 2017 der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG) hat auch der PR Verband Austria (PRVA) im Frühjahr ein Trend- und Honorarbarometer erhoben. In beiden Fällen oblag die wissenschaftliche Leitung Michael Bürker, Professor an der Hochschule Landshut. Während die DPRG-Studie auf den Angaben von 582 Befragten basiert, haben in Österreich rund 100 PR-Schaffende näheren Einblick in ihre Arbeit gewährt.

Die Studien zu Trends aus der PR-Branche, Gehältern, Honoraren, Budgets und Vergabepraxis wurden jeweils im Frühjahr 2017 durchgeführt. Einige der Ergebnisse für den österreichischen PR-Markt:

Selbstverständnis

„Ein erfreuliches Bild kann zum Selbstverständnis der PR-Branche festgestellt werden. Hier herrscht Selbstbewusstsein vor, wenn es darum geht, die Leistungen und die Leistungsfähigkeit der PR-ExpertInnen für ein Unternehmen oder die Gesellschaft zu beschreiben“, freut sich PRVA-Präsidentin Julia Wippersberg. Gleichzeitig wird aber auch angenommen, dass diese Aspekte von KollegInnen und Geschäftspartnern ein wenig kritischer wahrgenommen werden.

Digitalisierung und Trends

Hier zeigt sich nach Angaben des PRVA, dass sich die Branche noch nicht ideal auf die Herausforderungen der digitalen PR-Welt vorbereitet sieht. Am schlechtesten vorbereitet sieht sich die Branche auf die Nutzung großer, unstrukturierter Datenbestände (Big Data), den Einsatz automatisierter Text- und Chat-Software (Social Bots) und die Automatisierung ganzer Kommunikationsprozesse; zum Beispiel in der Kundenkommunikation (Automated Communication); deren Relevanz wird aber auch nicht als besonders prioritär eingeschätzt.

Tätigkeiten und Zusammenarbeit von Agenturen und Unternehmen

Die folgenden Tätigkeiten haben für PR-ExpertInnen den höchsten Stellenwert:

  • Integrierte, strategische Marken- und Reputationskommunikation
  • Interne, Veränderungs- und Führungskräfte-Kommunikation, Employer Branding
  • Corporate Media und Publishing (Online und Print)
  • Social Media- und Mobilkommunikation
  • Bild- und Bewegtbild-Kommunikation

Die Anbahnung der Zusammenarbeit mit einer Agentur geschieht am häufigsten über Empfehlungen, persönliche Netzwerke oder direkte Anfragen bei der Agentur. Am seltensten werden Agenturen nach honorierten Pitches oder öffentlichen Ausschreibungen beauftragt. Auch Akquisitionsmaßnahmen der Agenturen führen eher selten zu Aufträgen.

Budgets und Honorare

Bei der Entwicklung der Kommunikationsbudgets wird mit zumindest gleichbleibenden Budgets oder sogar mit einem moderaten Anstieg gerechnet. Generell geht man davon aus, dass es durchweg weder starke Rückgänge noch starke Anstiege geben wird.

In der folgenden Grafik (© PRVA) sind die Bandbreiten für Agenturleistungen angeführt:

PRVA Budgetvolumen 2017 Trendbarometer

 

Berufsverband

Die wichtigsten Funktionen eines Berufsverbandes sind für die Befragten:

  • Einsetzen für die Professionalisierung des Berufsstands
  • Vernetzung und fachlicher Austausch der Mitglieder
  • Setzen von Qualitätsstandards
  • Interessenvertretung gegenüber Gesetzgeber und öffentlicher Verwaltung
  • Setzen von Standards für die Berufsausbildung
  • Erstellen und Überwachen von Berufskodizes
  • Eigene Weiterbildungsangebote

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