Behrendt Frank LIegestuhl„Liebe dein Leben und nicht deinen Job“! Unter diesem Titel erschienen am 12. September die zehn Ratschläge von Frank Behrendt (Foto) für eine entspannte Haltung als Buch im Gütersloher Verlagshaus. Vor Jahresfrist zog er mit der Veröffentlichung dieser Tipps bereits große Aufmerksamkeit auf sich. Behrendt, damals noch Vorstand bei der Kommunikationsagentur fischerAppelt AG – seit März 2016 dort als Senior Advisor tätig –, feiert sich seither als „Guru der Gelassenheit“. In dieser Rolle kommt er überzeugend daher. Viele Menschen, die ihn begleiten, bestätigen stets, dass seine Haltung nicht aufgesetzt wirkt, sondern einer gesunden Distanz zum Berufsleben entspringt. Die Rezension über sein Buch von unserer freien Autorin Paula Slomian finden Sie hier. Wir haben das Erscheinen des Buches genutzt, um bei Behrendt nachzufragen, welche Folgen die Veröffentlichung seiner teils steilen Thesen für ihn hatten und haben.

Behrend Frank Liebe dein Leben BuchcoverPR-Journal: Herr Behrendt, bei der Veröffentlichung ihrer „zehn Ratschläge“ vor einem Jahr waren Sie noch Vorstand bei fischerAppelt. Seit März dieses Jahres sind Sie „nur“ noch als Senior Advisor tätig. Haben Ihnen die Inhaber von fischerAppelt die These übel genommen, man solle sich jeden Morgen klar machen, dass man nur Monopoly für Erwachsene spiele?
Frank Behrendt: Wieso „nur noch“ Senior Advisor? Das ist eine tolle Aufgabe in einer tollen Agentur und genau das, was ich machen möchte. Ich vertrete fischerAppelt in der GPRA, in diversen Jurys, berate weiterhin Kunden und unterstütze beim Neugeschäft. Ich bin den beiden Inhabern Andreas und Bernhard Fischer-Appelt sehr dankbar, dass wir gemeinsam diese hervorragende Lösung gefunden haben, die beiden Seiten entgegenkommt. Und Matthias Wesselmann, den ich lange kenne und schätze, ist ein sehr guter Nachfolger. Keiner hat irgendjemand irgendetwas übel genommen. Wir haben fünf Jahre lang im Vorstand hervorragend und erfolgreich zusammengearbeitet und arbeiten jetzt in neuer Konstellation genauso vertrauensvoll miteinander weiter.

PR-Journal: Haben Sie denn ansonsten Gegenwind erfahren? Ich meine jetzt nicht von möglichen Neidern, die immer ein Haar in der Suppe finden. Ich meine ernsthaften Widerspruch von Leuten aus Ihrem Umfeld mit ehrlichen Bedenken.
Behrendt: Wer mit einer steilen These – und nichts anderes ist These 10, die ja auch der Buchtitel geworden ist – auf den Meinungsmarkt geht und keinen Gegenwind bekommt, hat keine Relevanz. Natürlich gibt es Leute, die mit mir über meinen Ansatz diskutieren und manche Dinge anders sehen. Das finde ich großartig. Ich verstehe mich als Impulsgeber, ich möchte, dass Dinge hinterfragt werden, denn die Arbeitswelt ändert sich und wird sich weiter ändern. Es geht mir auch überhaupt nicht darum, dass jetzt jeder sein Spielzeug auf den Schreibtisch stellt und keine Abendessen mit Kunden mehr verabredet. Ich mache es so und ich bin mit meinem Weg ein absolut glücklicher Mensch. Das habe ich damals in ‚clap‘ geteilt und jetzt im Buch weiter ausgeführt. Was jeder einzelne damit anfängt, ist seine Sache. Jeder muss seinen eigenen Weg finden und auch Leute die mir schreiben, dass sie ihren Job lieben, finde ich völlig okay.

PR-Journal: Was hat sich seit dem vergangenen Jahr geändert für Sie? Sie haben Ihre innere Haltung zu Papier gebracht, um anderen damit ein Signal zu geben, besser auf persönliche Fehlentwicklungen acht zu geben. Sind Sie seither als Beratungsstelle für gestresste Manager in Anspruch genommen worden?
Behrendt: Auf jeden Fall. Die Zahl der Anfragen für einen Lunch mit mir ist explodiert (lacht). Aber im Ernst: Viele haben die 10 Thesen zum Nachdenken gebracht, es hat sie beschäftigt. Das wird mit dem Buch auch so sein. Und ich habe Spaß daran Leuten, die ihren aktuellen Status Quo optimieren wollen, als Sparringspartner oder Impulsgeber zur Verfügung zu stehen.

PR-Journal: Im Buch schreiben Sie, sich in der Rolle als „Rampensau“ wohl zu fühlen. Leben Sie das in dem Buch und den sicher folgenden Auftritten in Buchhandlungen und Talkshows ein wenig aus?
Behrendt: Klar. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich keine Angst vor Mikrofonen und Bühnen habe, im Gegenteil. Deshalb muss man mich auch nicht zweimal bitten, irgendwo aufzutreten. Und dem Medium Fernsehen bin ich seit meiner Zeit bei RTL ohnehin sehr eng verbunden. Meine Auftritte im Zusammenhang mit dem Buch werden keine klassischen Lesungen sein. Da bin ich Entertainer, erzähle Geschichten, interagiere mit den Zuhörern. Und ich bin ehrlich: Da freue ich mich riesig drauf!

PR-Journal: Dürfen wir daher künftig noch weitere Ratgeberbücher und entsprechende Auftritte von Ihnen erwarten? Wie sehen Ihre Pläne aus?
Behrendt: Ich war und bin jemand, der immer Lust auf etwas Neues hat. Das zeigt ja schon meine Vita, die sehr facettenreich ist. Die Arbeit an diesem Buchprojekt mit dem gesamten Team beim Gütersloher Verlagshaus hat mir einen Riesenspaß gemacht, eine großartige Erfahrung. Es gibt auch schon Pläne für das nächste Buch. Lassen Sie sich überraschen, dafür war ich schon immer gut. Und Langweiler gibt's schließlich genug.

PR-Journal: Wir danken Ihnen für das Gespräch.


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