Christiane Wolff (© Mica-Wintermayr-Photography)

Christiane Wolff, langjährige PR- und Kommunikationschefin von Deutschlands größter inhabergeführten Agentur Serviceplan, hat sich selbständig gemacht. Gemeinsam mit Jens Zabel gründete Wolff den Handwerkerservice Crafty. Egal ob Renovieren, Sanieren oder Verschönern – Crafty bietet die passenden Handwerker für jeglichen Bedarf. Das Außergewöhnliche: Crafty übernimmt die komplette Koordination und Verantwortung für alle gewünschten Arbeiten. Gegründet wurde das Unternehmen Ende 2018. Warum Christiane Wolff diesen Schritt gemacht hat und in eine für sie vollkommen neue Branche gewechselt ist, beantwortet sie im nachfolgenden Autorenbeitrag selbst.

Von Christiane Wolff, München

Als mich Jens Zabel wenige Wochen nach unserem Kennenlernen bei einem Abendessen mit Freunden im März 2018 fragte, ob ich mit ihm ein Handwerksunternehmen gründen möchte, habe ich ihn erst einmal entgeistert angeschaut. Handwerk? Ich? Die Kommunikationschefin der Serviceplan Gruppe? Total verrückt! Soll ich jetzt auf die Handwerkermesse gehen statt zur Bambi-Verleihung? Bier trinken statt Champagner und Blaumann tragen statt des kleinen Schwarzen? So zumindest die Bilder in meinem Kopf und auch heute gibt es einige Menschen in meiner Umgebung, die sich sicher weiter diese Fragen stellen. Nachdem Jens mir in den darauffolgenden Tagen und Wochen mehr zu seiner Idee und auch zu seinem Background erzählte, wurde mir langsam klar: Die Idee ist gar nicht so abwegig. Im Gegenteil. Handwerk ist extrem spannend und fesselt mich täglich mehr. Warum?

1. Handwerk hat Zukunft! Die Branche ist angesichts des langen Immobilienbooms stark ausgelastet, Hausbauer und Wohnungsbesitzer warten oft Monate auf Handwerker und brauchen enorme Geduld, bis ein Handwerker kommt. Und dann auch meistens starke Nerven, wenn er da ist.

2. Das Handwerk hat zu wenig Nachwuchs. Das hat mehrere Gründe: Jugendliche – und bitte auch weibliche Jugendliche – müssen wieder für das Handwerk begeistert werden. Dafür braucht es Anerkennung und auch Wertschätzung für berufspraktische Ausbildung und Arbeit. Nicht jeder muss studieren! Und der Bedarf an Handwerkern wird auch in Zukunft weiter steigen.

3. Die Integration von Flüchtlingen wird die gesellschaftspolitische Herausforderung der kommenden Jahre sein. Dabei kommt es vor allem darauf an, dass diese Menschen sich eine Zukunftsperspektive aufbauen können, indem sie einen Arbeitsplatz finden oder eine Ausbildung beginnen. Und da bietet das Handwerk die besten Möglichkeiten.

4. Handwerker brauchen Perspektiven und Fortbildungsmöglichkeiten. Die Begabtenförderung im Handwerk beispielsweise, wird aktuell bundesweit mit 50 Millionen Euro unterstützt – die Begabtenförderung akademischer Berufe mit fast 270 Millionen.

5. Die Digitalisierung steckt beim Handwerk noch in den Kinderschuhen. Auch wenn der Zentralverband des deutschen Handwerks (ZdH) mit Hilfe des Digitalverbandes Bitkom eine Studie zur Digitalisierung des Handwerks im deutschen Raum durchgeführt und herausgefunden hat: Das Handwerk ist offen für Digitalisierung und die Betriebe nehmen den digitalen Wandel als Chance wahr. Es bleibt die nüchterne Erkenntnis, dass erst 25 Prozent der Unternehmen digitale Technologien nutzen!

6. Nachhaltigkeit muss auch im Handwerk gelebt werden. Von alternativen Mobilitätslösungen über verantwortungsvolle Materialien und Betriebsmittel bis zur wichtigen Überlegung, ob alles immer neu gemacht werden muss oder aber erhalten werden kann – das Handwerk bietet zigfache Möglichkeiten, Nachhaltigkeit zu leben und umzusetzen.

Mit der Idee hinter Crafty setzen wir bei den oben genannten Punkten an:

Einen Handwerkerservice wie Crafty gibt es laut unserer Recherche noch nicht. Plattformen gibt es viele auf dem Markt, unser Ziel ist es jedoch, eigene Handwerker anzustellen und später auch aus- und weiterzubilden. So soll Crafty in Zukunft – wir sind jetzt in München und Berlin gestartet – alle relevanten Gewerke wie Klempner, Maler, Elektriker und SKH (Sanitär, Klima, Heizung) aus einer Hand anbieten. Dazu möchten wir Betriebe übernehmen, die keine Nachfolgelösung finden. Das Thema Digitalisierung setzen wir mit kompetenten Partnern um und investieren in Start-ups, die digitale Lösungen für die Branche haben. Nachhaltigkeit fängt bei Crafty mit dem Erhaltungsplan für unsere Kunden an und hört bei E-Mobilität noch lange nicht auf. Wir schauen auf nachhaltige Produkte genauso wie auf das Erhalten, statt immer sofort alles neu zu machen.

Gemeinsam mit meinem Partner Jens Zabel, der selbst dreifacher Handwerkermeister ist und bereits mehrere Unternehmen erfolgreich aufgebaut hat, bringen wir zusammen genau die Werkzeuge mit, um das Handwerk wieder sexy zu machen. Während meiner Agenturtätigkeit bei Serviceplan als Chief Corporate Communications Officer und Mitglied der Geschäftsleitung habe ich die Expertise aufgebaut, wie Start-ups erfolgreich einen Markt eröffnen oder aufrollen können. Dieses Wissen bringe ich nun bei Crafty ein. Und als überzeugte wie überzeugende Netzwerkerin – ich habe vor 20 Jahren das Frauennetzwerk Nettwerk gegründet – ist es mein Ziel, Crafty nicht nur zum besten Handwerkerservice Europas aufzubauen, sondern auch als Community zu den Themen Handwerk, Nachhaltigkeit und „Do It Yourself“. Das Unternehmen verbindet für mich daher alle Werte, die mir wichtig sind: Netzwerken, Qualität und Nachhaltigkeit.

Wer braucht da noch Champagner, das kleine Schwarze und den Bambi?


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