Grafik StepStone Gehaltsreport 2016 kleinDie allgemeinen Aussagen lesen sich gut: Das Durchschnittsgehalt von Fach- und Führungskräften in Deutschland bleibt im Vergleich zum Vorjahr unverändert – bei rund 52.000 Euro brutto. Branchen mit hohen Gehältern zahlten hingegen noch einmal deutlich mehr als zuvor. Am stärksten sind die Gehälter für Fachkräfte in den Bereichen Medizintechnik, Chemie sowie bei Banken und Pharmaunternehmen gestiegen (rund 3 %). Das zeigt der StepStone Gehaltsreport, der als detaillierte Gehaltsstudie 2016 zum fünften Mal in Folge vorgelegt wurde. Das Düsseldorfer Unternehmen hat dazu 50.000 Fach- und Führungskräfte befragt. Doch wie sieht es in der Marketing- und Kommunikationsbranche aus? Schlechter! Der Durchschnittsverdienst in der Agentur-, Werbe-, Marketing- und PR-Branche beträgt 40.155 Euro. (Grafik: StepStone)

Damit liegt die Branche auf Platz 5 der von StepStone so genannten „Flop-Branchen“. Die Gehaltsangaben beziehen sich auf das durchschnittliche Bruttojahresgehalt inklusive der variablen Anteile.
Die von StepStone so bezeichnete Agentur-, Werbe-, Marketing- und PR-Branche steht damit schlechter da als beispielweise Land-, Forst- und Fischwirtschaft samt Gartenbau, der öffentliche Dienst und der Groß- und Einzelhandel. Im Vergleich zur Freizeit-, Touristik-, Kultur- und Sportbranche, zum Bereich Bildung und Training, Hotel und Gastronomie sowie dem Handwerk schneidet die Kommunikationsbranche aber besser ab. Die zuletzt genannten Branchen liegen mit ihren Jahresdurchschnittsverdiensten alle unter 40.000 Euro. Zum Vergleich: Die Topbranche sind die Banken, da verdienen Fach- und Führungskräfte im Durchschnitt 64.100 Euro im Jahr.

Berufsgruppen
Schaut man sich die Gehälter nach Berufsgruppen an, so ergibt sich ein ähnliches Bild wie im Vorjahr. Marketing und Kommunikation liegt auf Platz acht in der Rangfolge der am besten verdienenden Berufsgruppen. Damit positioniert sich die Branche nach den Gruppen Ärzte, Recht, IT, Ingenieure, Finanz- und Rechnungswesen, Vertrieb und Verkauf sowie Naturwissenschaften und Forschung, jedoch vor HR, Einkauf und Logistik, Design und Architektur, Öffentlicher Dienst, Bildung und Soziales sowie Pflege, Therapie und Assistenz.

Für Marketing- und Kommunikationsfachleute bedeutet das, dass sie in Unternehmen mit mehr 1.000 Mitarbeitern 55.006, in Unternehmen mit 501 bis 1000 Mitarbeitern 50.504 und in Unternehmen mit unter 500 Mitarbeitern 46.418 Euro im Durchschnitt verdienen. Die Betriebsgröße beeinflusst somit das Gehalt von Marketing- und Kommunikationsfachleuten erheblich.

PR- und Unternehmenskommunikation
Innerhalb des Berufsfeldes Marketing liegt die Gruppe der Fachleute aus PR und Unternehmenskommunikation auf Platz vier. Die Spannbreite der Einkommen reicht bei Mitarbeitern ohne akademischen Abschluss von 28.855 Euro mit einer Berufserfahrung von unter zwei Jahren bis 49.850 Euro mit mehr als zehnjähriger Joberfahrung. Demgegenüber fallen die Gehälter der PR-Fachleute, die über einen akademischen Abschluss verfügen, deutlich höher aus. Sie reichen von 35.601 bei maximal zweijähriger Erfahrung bis zu 62.701 Euro mit mehr als zehn Jahren im Job. Besser bezahlt werden Fach- und Führungskräfte in den Bereichen Marktforschung und -analyse, Marketingmanagement sowie CRM / Direktmarketing. Unter den PR-Gehältern liegen die Bereiche Online-Marketing, Event-Marketing, Journalismus/Redaktion sowie Marketingassistenz. Ein Beispiel: Journalisten mit akademischem Abschluss und mehr als zehnjähriger Berufserfahrung liegen mit 49.160 Euro um mehr als 13.500 Euro unter PR-Fachleuten mit denselben Voraussetzungen.

Bildungsabschlüsse
Die vorherigen Zahlen für die PR- und Unternehmenskommunikation haben gezeigt, dass sich der erreichte Bildungsabschluss deutlich auf die späteren Gehälter auswirkt. StepStone hat auch hier die Durchschnittswerte für die verschiedenen Abschlüsse ermittelt. Demnach beläuft sich das durchschnittliche Bruttojahresgehalt für Menschen mit einem einfachen Schulabschluss auf 31.444 Euro. Demgegenüber verdienen Abiturienten mit knapp 44.000 Euro schon deutlich mehr. Interessanter wird es dann mit Bachelor- und Masterabschluss. Laut StepStone lohnt sich das Studium: Mit Masterabschluss verdient man im Schnitt 28 Prozent mehr als mit Abitur. Bachelor- und Masterabsolventen kommen demnach auf 55.585 Euro beziehungsweise 56.165 Euro. Interessant hierbei: trotz der rund vier Semester längeren Studienzeit machen Master und Diplom später nicht einmal 600 Euro mehr im durchschnittlichen Jahresverdienst gegenüber Bachelor und Fachhochschul-Diplom aus. Gut 10.000 Euro mehr im Jahr verdienen allerdings Absolventen mit Promotion.

Weitere Schlaglichter aus dem Gehaltsreport

Ärzte bleiben auf Rang 1 der Top-Verdiener – Juristen rücken auf Platz 2 vor

  • Ärzte (64.100 Euro durchschnittliches Bruttojahresgehalt) stehen nach wie vor an der Spitze des Gehaltsrankings.
  • Den zweiten Platz erobern in diesem Jahr Juristen (63.100 Euro), gefolgt von Ingenieuren (61.100 Euro) und IT-Fachkräften (57.900 Euro)

Top-Branchen: Banken knapp vor Finanzdienstleistern

  • Auf das Siegertreppchen der Top-Branchen schaffen es Banken (64.100 Euro), Finanzdienstleister (63.700 Euro) und die Pharmaindustrie (61.600 Euro)
  • Der Bereich Konsum-/Gebrauchsgüter, die Chemie-Branche sowie der Bereich Automotive sichern sich Platz vier bis sechs

Augen auf bei der Wahl des Studienfaches

  • Ein Abschluss in Medizin oder Rechtswissenschaften öffnet die Tür zu hohen Gehältern
  • Akademiker mit Abschlüssen in Erziehungswissenschaften oder Design bilden das Schlusslicht im Gehaltsranking

Jobwechsel sorgen für Gehaltsplus

  • Arbeitgeberwechsel bringen ein spürbares Plus auf dem Konto. Das Gehalt steigt nach dem ersten Wechsel im Schnitt um 11 Prozent, beim zweiten und dritten immerhin noch um je 5 Prozent.
  • Besonders häufig wechseln Ärzte und Pfleger sowie Fachkräfte aus dem Bereich Vertrieb ihre Arbeitsstelle. Unter Ingenieuren und Juristen haben überdurchschnittlich viele Befragte maximal einen Wechsel hinter sich.

Der Gehaltsreport mit allen Ergebnissen und Gehaltstabellen steht als kostenloser Download auf der StepStone-Website zur Verfügung.

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