Cornelissen Jens Daimler FleetBoardKommunikation auf Agentur- beziehungsweise auf Beratungsseite ist vielseitig, innovativ und die Hierarchien sind flach. Kommunikation auf Unternehmensseite ist einseitig, gediegen und bürokratisch. Stimmen diese Klischees wirklich? Jens Cornelißen (Foto) war fast zweieinhalb Jahre Berater bei Lautenbach Sass in Frankfurt am Main und ist im September 2016 zur Daimler-Tochter FleetBoard nach Stuttgart gewechselt. In seinem Erfahrungsbericht beschreibt er seine ersten 100 Tage auf Unternehmensseite und räumt mit einigen Klischees auf.

Burrack Heiko FotoRiecken Martin Tui KrisenkomKrisen sind für Unternehmen heute ein Dauerthema. Noch mehr als vor einigen Jahren kommt es auf kurze Reaktionszeiten an. Das betroffene Unternehmen und die unterstützenden Dienstleister müssen Hand in Hand arbeiten. Gibt es als akquirierende Agentur auf diesem Feld überhaupt Chancen, ein Mandat zu bekommen. Ich sprach darüber mit Martin Riecken (Foto r.), der für die Krisenkommunikation beim TUI Konzern in Hannover verantwortlich ist. Er antwortete diplomatisch: Ein Medientraining mit einem neuen Partner sei immer möglich, wenn es aber um die Bewältigung wirklicher Krisen gehe, so seien global aufgestellte Partner im Vorteil. Also schlechte Karten für Agentur, die ihr Geschäft ausbauen wollen? Martin Riecken erläuterte mir ausführlich, wie er Akquisitionsbemühungen auf diesem Feld einschätzt.

Schulz Christiane CEO WeberShandwick querDas Agenturnetzwerk Weber Shandwick positioniert sich in außerordentlicher Klarheit zum Thema Fake News. Weber Shandwick bezieht in einem am 9. Januar 2017 veröffentlichten Papier klar Stellung und bekennt sich zu seiner Verantwortung, „wahrhaftig“ sein zu wollen – nicht zuletzt zum Schutz der eigenen Kunden. Die Agentur will mit dem Papier alle Medien, Journalisten, Unternehmen und Privatpersonen gleichermaßen ansprechen und sie auf fünf Prinzipien hinweisen, die die Agentur leiten werden:

Ohne Frage war 2016 ein sehr außergewöhnliches Jahr. Viele Nachrichten, die um die Welt gingen, klangen oft unfassbar und einige von ihnen waren zudem schlichtweg falsch. Bei Weber Shandwick sind wir zutiefst beunruhigt über diesen Anstieg sogenannter „Fake News“.

Kommunikatoren und Content-Marketer müssen sich wieder auf die Zielgruppe konzentrieren

Berry Paul RebelMouseWebsite, Blog, Twitter-Kanal – so oder so ähnlich lautet in vielen Unternehmen immer noch die heilige Dreifaltigkeit der Kommunikation. Und sie haben etwas gemeinsam: sie drehen sich hauptsächlich um das Unternehmen. Dort werden Pressemitteilungen und Produkt-Ankündigen veröffentlicht, Whitepaper und Events beworben oder Branchen-News geteilt – alles in der Hoffnung, dass etwas davon von den Medien oder gar direkt von einem sogenannten Influencer aufgegriffen und verbreitet wird. Meist mit mäßigem Erfolg, wenn überhaupt. Warum ist das so? Weil viele Kommunikatoren sich bei ihrer eigenen Nabelschau immer noch sehr wohlfühlen. Sie lassen sich von der Frage leiten „Was will ich wann und wo an welche Zielgruppe ausstreuen?“ Diese Frage interessiert die Zielgruppe aber herzlich wenig. Sie warten nicht darauf, dass auf irgendeinem Blog oder einem News-Portal vielleicht Inhalte veröffentlicht werden, die sie interessieren könnten.

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