Am 14. November 2006, im Alter von 84 Jahren, verstarb Dr. phil. Reiner Schulze van Loon. Die PR-Branche verliert mit ihm einen ihrer profiliertesten Repräsentanten, die Gesellschaft Public Relations Agenturen e. V. (GPRA) ihren Mitbegründer und langjährigen ehemaligen Präsidenten (1979-1987) und Hamburg verliert mit ihm eine Persönlichkeit, die von der Elbe aus über Jahrzehnte das kommunikative Geschehen in diesem Land maßgeblich, deutlich und pointiert, dabei jederzeit integrativ und mit Verve begleitet hat. 

„Wegbereiter professioneller Öffentlichkeitsarbeit“, „PR-Pionier“ „Nestor“ und „Doyen der deutschen PR-Branche“, „PR-Mann mit großem Latinum“ – es gab viele Versuche, Dr. Reiner Schulze van Loon als Persönlichkeit zu erfassen. Geboren am 10. September 1922 im thüringischen Altenburg, heimgekehrt aus dem Krieg, widmete sich Dr. Reiner Schulze van Loon von 1946 bis 1950 in Hamburg und Madrid dem Studium der Literaturwissenschaft, Hispanistik, Philosophie und Psychologie, arbeitete in den letzten Jahren seines Studiums aber bereits für Presse und Rundfunk. Vier Jahre lang war er Reporter des (damaligen) Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR). Vielseitig interessiert und frisch promoviert, wechselte Dr. Schulze van Loon zur Werbeagentur McCann und ging dann, gleichfalls in Hamburg, als Kontakter zur William Wilkens Werbeagentur.

1958 schließlich machte er sich zeitgleich mit zwei Agenturen selbstständig: Dr. Reiner Schulze van Loon Wirtschaftswerbung und IP Informationen/Public Relations. Erstmals bot jemand sowohl Werbung als auch PR, aber von Anfang an sauber getrennt, an. Ein Konzept, dass sich als erfolgreich erwies. Das Credo von Dr. Schulze van Loon: „Werbung und Public Relations sind der linke und der rechte Schuh eines Stiefelpaares, mit denen ein Unternehmen nach vorne geht.“

Das Trennende erkennen, aber zugleich den Blick für das Ganze schärfen: Vielleicht ist es das, was Dr. Schulze van Loon zum Visionär der Kommunikationsbranche werden ließ. Das Bild der PR-Branche war in den 50er Jahren noch völlig unprofiliert. Früher jedoch als andere verstand er PR als unverzichtbare strategische Führungsaufgabe und wusste: „Nur die integrierte Kommunikation ist in der Lage, Probleme ganzheitlich zu lösen, um im Sinne der Zielsetzung, zum Beispiel eines Unternehmens oder einer Regierung, etwas nachhaltig zu bewirken.“

Neben der Öffentlichkeitsarbeit für Unternehmen, Verbände und Organisationen galt sein Engagement immer auch den politischen Public Relations. Anfang der 60-iger Jahre avancierte Dr. Schulze van Loon zum Berater der Bundesregierung, entwickelte in diesem Zusammenhang breit angelegte Informationskampagnen, um den Menschen im Konjunkturtal des Jahres 1967 unter dem Motto „Die Richtung stimmt!“ Mut zu machen. Insgesamt acht Jahre, von 1965 bis 1972 (der Zeit der großen und der sozialliberalen Koalition), gehörte er zum engsten Beraterkreis des Presse- und Informationsamts der Bundesregierung.

Nicht nur in dieser Zeit verstand Dr. Schulze van Loon, ein Demokrat der ersten Stunde, PR als unverzichtbaren Funktionsträger innerhalb unseres pluralistischen Gesellschaftssystems – und prägte damit zugleich nachhaltig ihr Selbstverständnis: „Die PR tun nicht das, was der Kunde wünscht, sofern es sich um Anlage und Realisierung von Maßnahmen handelt, sondern aus Dialog und partnerschaftlichem Willen werden gemeinsam Problemlösungen erarbeitet.“ Diese konsequent gelebte Perspektive hat sowohl die Inhalte als auch das Image der Public Relations nachhaltig verbessert.

Dass sein Engagement jederzeit auch dem Nachwuchs galt, liegt nur nahe: Dr. Schulze van Loon lehrte jahrelang „PR Theorie und Praxis“ an der Universität Essen. 1973 wurde er Mitbegründer der GPRA, der er 1979 bis 1987 als Präsident vorstand und bis zuletzt als Ehrenmitglied angehörte. Als Mitglied des 1987 gegründeten Deutschen Rates für Public Relations (DRPR), dem Organ der freiwilligen Selbstkontrolle der in Deutschland tätigen PR-Fachleute, war er außerdem maßgeblich an der Entwicklung verbindlicher Verhaltensrichtlinien und der Ausprägung einer an ethischen Normen, Gesetzen und beruflichen Standards zu messenden Öffentlichkeitsarbeit beteiligt. All dies hat Public Relations in Deutschland zur anerkannten Disziplin werden lassen, die inzwischen auch international zum Vorbild geworden ist.

Dr. Reiner Schulze van Loon hat in seinem Leben zu viele Mandate betreut, um sie hier namentlich zu erwähnen. Sein langjährigster Klient allerdings sollte das BNIC, Bureau National Interprofessionel du Cognac, werden:  Wegen seiner Verdienste ernannte ihn die Stadt Cognac 1987 anläßlich der 25 jährigen erfolgreichen Zusammenarbeit zu ihrem Ehrenbürger. 

Es wird Dr. Reiner Schulze van Loon gefreut haben, dass sein Wirken sichtbar fortwirkt:  Sohn Dietrich, geschäftsführender Partner von Molthan van Loon Communications Consultants GmbH, leitet, wie vormals er selbst, seit 2005 als Präsident die Geschicke der GPRA.

Auch privat war dem passionierten Gärtner, Golfer und begeisterten Großvater besonderes Glück beschieden: Noch am 5. Oktober dieses Jahres konnte er im Kreise der Familie  gemeinsam mit seiner Frau Christa die nur ganz wenigen Ehepaaren vergönnte, diamantene Hochzeit begehen.
Ein reiches und leidenschaftlich geführtes Leben ist zu Ende gegangen.

Mit Dr. Reiner Schulze van Loon verliert die Kommunikationsbranche eine ihrer großen Persönlichkeiten. Wer ihn kannte, begegnete ihm mit Anerkennung und Respekt – viele fühlten sich ihm in Zuneigung und Freundschaft verbunden.

Die Gesellschaft Public Relations Agenturen(GPRA) gedenkt ihrem ehemaligen Präsidenten und Ehrenmitglied in Trauer und großer Dankbarkeit.

Dietrich Schulze van Loon, Präsident der GPRA e.V., Frankfurt am Main, Email: dietrich.schulzevanloon@mvlcc.de.


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Personalien

Nach Abschied von Serviceplan: Thorsten Hebes wechselt in die Wissenschaftsberatung

Hebes Thorsten DIF 02 2023Thorsten Hebes (Foto; © DIF), langjähriger Geschäftsführer bei der Serviceplan-Tochter Serviceplan PR & Content in München, hat bei der Deutsches Institut für Forschungskommunikation GmbH (DIF) eine neue Aufgabe angenommen. Nach rund einjähriger Auszeit nach seinem Ausscheiden bei Serviceplan soll Hebes nun beim Unternehmen DIF, ebenfalls in München, ein Angebot für Marktforschung und die Beratung in Sachen strategischer Kommunikation aufbauen. Zielgruppe sind vor allem forschungsintensive Unternehmen, wissenschaftliche Institute und Hochschulen. Sie sollen von Hebes und seinen DIF-Kollegen genaue Standortbestimmungen in der relevanten Öffentlichkeit erhalten.

Etats

Stromberger PR freut sich über sieben neue PR-Etats

Die Münchner Agentur Stromberger PR freut sich über sieben neue Etats. Hotelketten und Einzelhotels aus Deutschland, Österreich, Italien, Spanien, Lateinamerika und Mauritius haben Etats für PR- und Pressearbeit sowie Influencer Relations an Stromberger PR vergeben. Die Agentur zählt zu den Top 15 Agenturen im Bereich Tourismus PR und ist seit 25 Jahren am Markt. Gründerin und Inhaberin Carmen Stromberger hat am Hauptsitz in München und Hamburg ein Team von 20 Beraterinnen und Berater.

Agenturen

Aus Ewald & Rössing wird „Dunkelblau“

Ewald & Rössing entwickelt sich weiter: Die Unternehmensberatung für Krisenmanagement und Krisenkommunikation mit Sitz in Leipzig teilt sich in zwei Unternehmen auf. Die Conducttr Germany GmbH übernimmt künftig den Geschäftsbereich Krisensimulation und Krisentraining, während die Dunkelblau GmbH & Co. KG weiterhin das akute Krisenmanagement und die Krisenkommunikation verantwortet. Im Zuge der Neuausrichtung wechselt Torsten Rössing ab dem 1. Februar als Geschäftsführer zu Conducttr Germany, Marcus Ewald bleibt Geschäftsführer von Dunkelblau. Beide Unternehmen sind in einer Dachgesellschaft verbunden, die gemeinsam von Marcus Ewald und Torsten Rössing geführt wird.

Unternehmen

Cision ernennt Cali Tran zum neuen CEO

Cision Ltd., eines der führenden globalen Media-Intelligence-Unternehmen mit Hauptsitz in Chicago hat mit Cali Tran einen neuen CEO. Cision hat weltweit über 4.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Niederlassungen in Deutschland in Frankfurt am Main sowie 23 weitreren Ländern in Nord- und Südamerika, EMEA und APAC. Cali Tran löst den Geschäftsführer von Platinum Equity, Brandon Crawley, ab, der als Interims-CEO für Cision fungierte. Platinum Equity hat Cision im Jahr 2021 übernommen. Tran wurde darüber hinaus vor kurzem zum Präsidenten und CEO von Brandwatch ernannt, einem Unternehmen von Cision und einer führenden Enterprise-Medienanalyse-Suite.

Verbände

DRPR rügt Online Marketing Agentur ImpulsQ

DRPR Logo 2020Der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR), Berlin, hat die ImpulsQ GmbH, Reutlingen, gerügt. Der Grund war der Versuch der Agentur, das Trennungsgebot zwischen Redaktion und Werbung sowie das Gebot der Absendertransparenz zu unterlaufen und Schleichwerbung zu betreiben. Laut der Recherchen des DRPR bietet die Agentur ihren Kunden an, redaktionell anmutende Artikel mit Backlinks ohne Werbe-Kennzeichnung auf verschiedenen Domains im Internet zu platzieren. Den Domainbetreibern wird dafür eine Bezahlung in Aussicht gestellt. Damit liegt nach Auffassung des DRPR ein Verstoß gegen die Normen des Deutschen Kommunikationskodex und Richtlinien des Rats vor.

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Branche

News und Hintergründe für die Ohren: „PR-Journal“-Podcast #1/2023 ist da

Der „PR-Journal“ Januar-Podcast ist da: Die wichtigsten Personalien, Studien und Berichte direkt auf die Ohren. Auch 2023 setzt das „PR-Journal“ die Serie der monatlichen Podcasts fort – immer am letzten Donnerstag. Hinzu kommen die Interviews des Monats, die jeweils wenige Tage später erscheinen. Der neue Podcast beschäftigt sich mit der neuen KI-Anwendung ChatGPT  und greift die Studie von BCW zum Thema Mitarbeiterbindung sowie den Abschied der Kosmetikfirma Lush aus den sozialen Medien auf. Im Podcast-Interview des Monats, das immer weniger Tage nach dem Podcast erscheint, geht es dieses Mal um das die Neuauflage des Handbuchs Unternehmenskommunikation. Eine Fachbuchbesprechung in einem Podcast? Das geht, einfach ab dem 30. Januar hier das Podcast-Interview des Monats in voller Länge hören. „PR-Journal“-Chefredakteur hat sich zusätzlich Professor Zerfaß zwei weitere kompetente Gäste eingeladen.

Medien

Robin Hornig wird Nachfolger von Tom Drechsler als Chefredakteur bei „Auto Bild“

Hornig Robin Drechsler Tom AutoBildRobin Hornig (41, Foto l.) wird ab März als Nachfolger von Tom Drechsler (59, r.; Fotos © Auto Bild) neuer Chefredakteur von „Auto Bild“ sowie Chefredakteur des Kompetenzcenters Auto der „Bild“-Gruppe in Hamburg. Der Diplom-Politologe und ehemalige Oberleutnant zur See, ging nach der Bundeswehr zur „Welt“ und anschließend zu „Auto Bild“, wo er seit 2016 zunächst stellvertretender Chefredakteur der „Auto Bild Digital“ und ab 2020 stellvertretender Chefredakteur „Auto Bild“ war. Hornig hat nach Angaben des Verlags vor allem die digitale Entwicklung der Automobil-Zeitschrift vorangetrieben. Dazu gehören Reichweiten- und Social-Media-Strategien sowie die Fokussierung auf Inhalte und Formate für Nutzer mobiler Endgeräten.

Studenten-Initiativen

PRIHO wählt neuen Vorstand

Die Stuttgarter PR-Studierenden-Organisation PRIHO hat einen neuen Vorstand. Bei den jährlichen Vorstandswahlen wurden die Führungsämter wie folgt besetzt: Emilia Schulte, Vorstandsvorsitzende und Leiterin externe Kommunikation, Leonie Klein, Ressort Förderer, Lorenz Wöhrl, Ressort Finanzen und Verwaltung, Clara Würkner, Ressort interne Kommunikation (ehemals Universität und Studierende) sowie Yasmin Bouaouaja, Ressort Alumni.

Social Media

Social Listening: Reputation des Weihnachtsmannes sinkt zum zweiten Mal in Folge

"Morgen kommt der Weihnachtsmann..." – denkste! Der alte Mann mit weißem Bart muss um seinen Posten als Geschenkeüberbringer bangen. In den Süßwarenregalen wollen ihn schokoladige Schneemänner und Winter-Bären verdrängen. Sogar Coca-Cola distanziert sich als wichtigster Auftraggeber von der Lichtgestalt. Passt der Weihnachtsmann nicht mehr zum heutigen Zeitgeist? Valide Fakten legen dies nahe. Schon im zweiten Jahr in Folge leidet der Ruf des Weihnachtsmannes, wie eine Reputationsanalyse des Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) in Hamburg zeigt. Demnach kommt das Image des Weihnachtsmannes im Vergleich zum Nikolaus nur noch halb so gut weg.

Das PR-Interview

Im wahrsten Sinne des Wortes: eine Buchbesprechung über „ein Ereignis“

Die 3. Neuauflage des Handbuchs Unternehmenskommunikation ist nach dem Urteil unseres Fachbuchrezensenten Professor Markus Kiefer „ein echtes Ereignis“. Grund genug für die „PR-Journal“-Redaktion mit einem der Herausgeber, Professor Ansgar Zerfaß, und Dr. Juliane Kiesenbauer als Vertreterin der Berufspraxis zu sprechen. Im „PR-Journal“-Podcast-Interview des Monats Januar 2023 stellen sich Zerfaß und Kiesenbauer den Fragen von Chefredakteur Thomas Dillmann und Co-Moderator Markus Kiefer. Unter anderem ging es um die eigenständige Positionierung der Unternehmenskommunikation gegenüber dem Marketing, die nachlassende Bedeutung der Medienarbeit und einen Ausblick in die Zukunft, inwieweit die Corona-Krise und der russische Angriffskrieg auf die Ukraine möglicherweise Auswirkungen auf eine 4. Neuauflage des Handbuchs in einigen Jahren haben könnte. Nachfolgend einige Auszüge aus dem Interview.

Autoren-Beiträge

DeepL, DALL-E 2, ChatGPT: Wie nützt künstliche Intelligenz Ihrem Unternehmen?

 

Bausteine für eine KI-Strategie in der Unternehmenskommunikation – Teil 1

Aktuell ist es vielleicht die spannendste Diskussion, die in der PR- und Kommunikationsbranche geführt wird: Wie steht es um die Chancen und Risiken beim Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Unternehmenskommunikation? Das Für und Wider haben für das „PR-Journal“ Christina Wöhlke und Tilo Timmermann abgewogen, sie aus der Perspektive einer Sprachdienstleistungs- und Übersetzungsagentur, er aus der Sicht einer Kommunikationsberatung für Technologie-Unternehmen. Dabei herausgekommen ist eine ausführliche Bestandsaufnahme, die diesen Fragen nachgeht: Was können die Chat-Module? Wo liegen die Fallstricke? Brauchen Unternehmen eine KI-Strategie und wie könnte sie aussehen?
Die durchaus kritische Bestandsaufnahme veröffentlicht das „PR-Journal“ in drei Teilen.

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Rezensionen

Rezension: Wertvolle Hinweise für eine gute Präsenz vor der Kamera

Ploetzlich ist die Kamera an Buchcover Monika MatschnigMit Beginn der Corona-Krise war es noch sehr ungewohnt, doch mit zunehmender Dauer entwickelten sich viele Routinen. Gemeint sind die veränderten Rahmenbedingungen, die Umstellung auf Homeoffice in vielen Unternehmen, das Umstellen auf Online-Vorlesungen und -Kurse an Hochschulen und Bildungsträgern. Doch trotz aller Gewöhnung an Videokonferenzen, eine Frage blieb immer präsent. Wie komme ich am besten rüber, wenn die Kamera eingeschaltet und auf mich gerichtet ist? Wie kann ich über Stunden hinweg, ja oft über den gesamten Tag bis in den Abend hinein, eine gute Figur vor der Kamera machen? Sehr genaue Antworten auf diese und weitere Fragen sowie Hinweise, worauf es ankommt, liefert das Buch von Autorin Monika Matschnig.

Der Sprach-Optimist

Sprache! Das macht was mit Dir, oder?

Unser Sprach-Optimist Murtaza Akbar (Foto) sagt Ciao, Tschüss oder auf Wiedersehen. Ganz wie Sie wollen oder Ihr wollt (auch ums Duzen und Siezen geht es übrigens in seiner heutigen finalen Folge). Denn nach dreieinhalb Jahren und 40 optimistischen Kolumnen im „PR-Journal“ geht er in wunderbarem besten Einvernehmen, auch wenn wir nichts dagegen gehabt hätten, ihn noch gerne länger bei uns im „PR-Journal“ zu haben. Das heißt, er macht einen auf Jürgen Klopp, dem man Gutes nachruft, wenn er geht. Und vielleicht sehen wir ihn ja wieder, hier bei uns als Gast oder sogar mal im Buchhandel, denn so viel sprachliche Unterhaltung gehört doch gebündelt und gedruckt, oder? Zum Abschluss geht er für Sie und Euch nochmal seine ganzen geliebten Sprachthemen durch – mit einem Augenzwinkern natürlich (wie auch sonst? ;-).

Kommentare

Kommentar zum Edelman Trust Barometer: Die Wirtschaft muss ihren Vertrauensvorsprung einlösen

Alle Jahre wieder! Erneut zeigt das Edelman Trust Barometer, dass die Wirtschaft bei insgesamt stagnierenden Zahlen immer noch die besten Werte in Sachen Vertrauen für sich verbuchen kann. Die Wirtschaft mit ihrem Führungspersonal ist es also, die für eine optimistische Zukunft weiter vorangehen soll und sich durch schnelles und verlässliches Handeln („da wird angepackt“) von Regierungen und Medien sowie NGOs abhebt und immerhin noch ein wenig Vertrauen geschenkt bekommt. Dieses Bild hat sich seit einigen Jahren verfestigt.

Macht der Bilder

Lützerath: Ein medialer Plot ohne Happy End

Am Ende konnten sie die Emotionen nicht mehr einfangen, die sie selbst geschürt haben: Aus dem Kampf um die besten Bilder wird in Lützerath eine Schlammschlacht mit der Polizei. Der mediale Plot der Klimaschützer hat kein Happy End mit schönen Bildern vom friedlichen Protest – im Gegenteil.
In Lützerath haben RWE und der Staat alles so gemacht wie immer: Bewohner abfinden, Dörfer abbaggern, fertig. Ein Viertel der deutschen Chemieindustrie und ein großer Teil der Bevölkerung Nordrhein-Westfalens befindet sich in einem Umkreis von 100 Kilometern: Wähler, Wohlstand, Arbeitsplätze, da müssen Opfer gebracht werden. Aber den Protestierenden geht es nicht um Dörfer, Heimat oder Arbeitsplätze – es geht um die symbolische Aufrüstung in einem gesellschaftlichen Konflikt: Wie viel weitere Umweltzerstörung ist noch gerechtfertigt, und wer bezahlt den Preis dafür?

PR-Historie

History matters! Konferenz zu historischer Verantwortung in der Unternehmenskommunikation

Unter dem Motto „History matters!“ stellt sich die erste #HistoryComms-Conference am 29. und 30. September in Frankfurt am Main der Herausforderung, den Umgang mit historischer Verantwortung in der Unternehmenskommunikation neu zu vermessen. Die Kooperation zwischen dem Center for History & Corporate Communication, einer Initiative der Günter-Thiele-Stiftung, Leipzig, unter Leitung von Günter Bentele (emeritierter Professor der Uni Leipzig) und Felix Krebber (Professor an der Hochschule Pforzheim), sowie engagierten Firmenhistorikern und Agenturen des Netzwerks Corporate History Communication (Berlin und Mannheim) macht die Tagung möglich. Sie findet erstmals als kollegialer, interdisziplinärer Meinungsaustausch und in Präsenz statt.

Leserkommentare

Leserbrief zum Kommentar von Manfred Piwinger zum Thema DAX und Gender

Die Analyse von „PR-Journal“-Autor Manfred Piwinger zum Thema DAX und Gender hat Eberhard Wühle, unter anderem langjähriger PR-Chef bei Wolff Walsrode und Dow Chemical sowie DPRG- und DJV-Mitglied, zu einem Leserbrief veranlasst. Wühle will den „feinfühligen Gedanken“ Piwingers nach eigenen Worten „etwas holzschnitzartige Hinweise“ hinzufügen.

Studien

Edelman Trust Barometer 2023: Polarisierungstendenzen in Deutschland

Das Edelman Trust Barometer 2023 zeigt die drohende Polarisierung in der Gesellschaft auf und wie diese das Vertrauen auf eine Belastungsprobe stellt. Für die 23. Ausgabe des Reports wurden über 32.000 Menschen in 28 Märkten zu ihrem Vertrauen in die Institutionen Regierung, Medien, Wirtschaft und NGOs befragt. Mit Blick auf das Vorjahr konnten die Institutionen auch in Deutschland kaum oder gar nicht an Vertrauen in der allgemeinen Bevölkerung gewinnen. So schafft es lediglich die Wirtschaft vom Misstrauensbereich in den neutralen Bereich (50 % sprechen ihr das Vertrauen aus; + 2 %pkt. zu 2022). Es folgen die Regierung (47 %; unverändert zu 2022), die Medien (47 %; unverändert zu 2022) und die NGOs (41 %; + 1 %pkt. zu 2022). Wie in der Vergangenheit wird allein die Wirtschaft als ethisch und kompetent handelnd angesehen.

Aus- und Weiterbildung

Treue statt neue – Mitarbeiter binden mit dapr.dual

DAPR Treue statt neue daprUnter dem Motto „Treue statt neue“ ermöglicht die Deutsche Akademie für Public Relations (dapr), Düsseldorf, Arbeitgebern aus PR und Kommunikation, ihre Mitarbeitenden verstärkt an sich zu binden. Dabei werden diese mit Hilfe des Programms dapr.dual gezielt über zwei Jahre mit einem berufsbegleitenden Masterlehrgang gefördert. Das Studium ist gut mit dem Job vereinbar, da es durch zehn einzelne, kompakte Master-Wochen eine 90-prozentige Anwesenheit bei der Arbeit ermöglicht.

Jobprofile

Was macht eigentlich ein Senior Editor bei MSL?

Von Australien und den USA zu MSL nach Hamburg. Marv Hansen ist seit Anfang des Jahres 2022 als Senior Editor bei MSL. Als Teil des Digital-Teams entwickelt sie Content jeder Art für die unterschiedlichsten Kunden. Sie liebt es, wie ein Schwamm neues Wissen aufzusaugen, Menschen außerhalb ihrer Bubble kennenzulernen und jeden Tag neue Themengebiete zu erkunden. Wenn nötig, arbeitet sie dafür auch mal vom Küchenstudio aus.

Seminarkalender

Seminarkalender 2023

Seminare, Tagungen, Workshops und Webinare. Der „PR-Journal“-Seminarkalender gibt Ausblick auf relevante Fort- und Weiterbildungsangebote der kommenden Monate. Unsere kompakte Auflistung für Kommunikationsfachleute in Agenturen, Unternehmen und Verbänden erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit - kündigen Sie neue (auch rein digitale) Seminare jederzeit gern an in unserer Redaktion.

Moderne Mitarbeitermagazine entwickeln
MW Media Workshop GmbH
6. Februar 2023
490 EUR zzgl. 19% MwSt.
Zur Anmeldung geht es unter diesem Link.

Intensivtraining Expert*in Nachhaltigkeits-Kommunikation
Deutsche Akademie für Public Relations GmbH (DAPR)
6. Februar 2023, online
2.090 EUR zzgl. 19% MwSt.
Zur Anmeldung geht es unter diesem Link.

Intensivtraining Agenda Setting Specialist 
Deutsche Akademie für Public Relations GmbH (DAPR)
6. bis 8. Februar 2023, Düsseldorf
1.690 EUR zzgl. 19% MwSt.
Zur Anmeldung geht es unter diesem Link.

Preise und Awards

Startschuss für den 13. Deutschen Preis für Onlinekommunikation

Der Deutsche Preis für Onlinekommunikation (DPOK) zählt zu einem der wichtigsten Digital Awards im deutschsprachigen Raum. Veranstalter ist die Quadriga Media Berlin GmbH. Bis zum 10. März 2023 können Agenturen, Unternehmen und Organisationen ihre Wettbewerbsbeiträge über das Bewerberportal einreichen. In dieser Phase betragen die Kosten für die Bewerbungen je nach Kategorie bis zu 390,00 Euro. Für Einsendungen nach dem 10. März wird eine zusätzliche Verspätungsgebühr fällig. Bis spätestens 30. März, der endgültigen Deadline, werden Einreichungen angenommen.

PR-Check-in für Start-ups

Mit smartem Konzept als Start-up zum PR-Erfolg

Bis auf ein paar Ausnahmen finanzieren sich Medien über ihre Verkaufserlöse und die mit ihren Inhalten erzielte Reichweite, um als attraktiver Werbeträger die richtigen Zielgruppen adressieren zu können. Möchten Start-ups mit ihren Inhalten und Botschaften eine möglichst große Verbreitung erzielen, lohnt es sich, die Perspektive eines Redakteurs einzunehmen. Dieser ist vor allem den Rezipienten seines Mediums verpflichtet. Je häufiger sein Beitrag voraussichtlich gelesen oder geklickt wird, desto positiver fällt seine Einschätzung zum vorgeschlagenen Thema aus. Der gelernte Journalist und Kommunikator Daniel Rottinger zeigt, wie Gründerinnen und Gründer dies clever bei ihrer Medienarbeit einbeziehen können.

Tipps & Lesehinweise

komm.passion Dossier 1/2023: ChatGPT – Konkurrenz, Kollege oder Werkzeug?

KI in der Kommunikation

Künstliche Intelligenz ist nicht das erste Hypethema für 2023. Mit der Veröffentlichung des Chatbots ChatGPT und gehypten Foto-Tools wie Lensa hat Künstliche Intelligenz (KI) in den letzten Wochen noch einmal einen starken Push in der öffentlichen Wahrnehmung bekommen. Ist KI nur eine weitere Sau, die durchs Technologie-Dorf getrieben wird, oder stehen wir vor einer echten Disruption, wie wir sie seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt haben? Und was bedeutet das für die Kommunikation? Antworten auf diese Fragen gibt im neuen komm.passion-Dossier Gunnar Brune, Autor des frisch publizierten Fachbuchs „Künstliche Intelligenz heute“.

Whitepaper

Neues Whitepaper der AG CommTech: Reputationsmanagement – so geht‘s

Die AG CommTech wurde im Sommer 2021 unter dem Dach des Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF), Hamburg, gegründet. Sie erarbeitet Lösungen für die digitale Kommunikation und stellt diese der interessierten Fachöffentlichkeit vor. Jetzt hat eine erste Initiative der AG CommTech ein Whitepaper fertiggestellt. Unter dem Titel „Reputationsmanagement – so geht’s“ wird erklärt, was Reputation ist, wie man sie misst und wie man ein funktionierendes Reputationsmanagement aufbaut. Gerade im Reputationsmanagement herrscht in deutschen Kommunikationsabteilungen großer Nachholbedarf.

Termine

Speed-Recruiting-Reihe „Stell-mich-ein“ startet wieder

Die Agenturbranche sucht PR- und Kommunikationsfachkräfte sowie Berufseinsteiger. Um die Suche und die Kontaktaufnahme zu erleichtern, finden im Februar und März wieder Speed-Recruiting-Veranstaltungen in ganz Deutschland statt. Die „Stell-mich-ein-Reihe“ ist ein Projekt der SCM – School for Communication and Management, Berlin. Die Idee: Mit nur einer Bewerbung erhalten Jobsuchende die Chance auf bis zu zehn Vorstellungsgespräche. Zugesagt haben bereits Agenturen wie Palmer Hargreaves, Serviceplan, Territory, Zum goldenen Hirschen oder Ray Sono. Interessierte können sich hier bei „Stell-mich-ein“ bewerben.

STAMM Medien-News

Stamm Medien-Newsletter Januar 2023

Der Stamm-Verlag in Essen dokumentiert seit 1947 als einziger deutscher Verlag komplett alle Medien (derzeit zirka 24.000) in Deutschland (Print / Zeitungen + Zeitschriften, Rundfunk / Radio + Fernsehen, Online (seit 2003)). Im Dezember 2022 wurden 1.887 Medien aktualisiert, im letzten Quartal waren es insgesamt 11.047 Medien. Der monatliche „Stamm Medien-Newsletter“ informiert über aktuelle Änderungen in der deutschsprachigen Medienlandschaft (Deutschland, Österreich, Schweiz). Mit freundlicher Genehmigung folgen hier einige Meldungen:

Unternehmens-PR im Dialog

Die weltweite Vielfalt im Fokus: So kommuniziert Hapag-Lloyd

„Die Größe einer Kommunikationsabteilung sagt nichts über den Erfolg ihrer Kommunikation aus“, so Nils Haupt, Senior Director Corporate Communications bei der Hapag-Lloyd AG. Dieser Aussage stimmen wohl viele zu. Mit seinem 16-köpfigen Team steuert er die Kommunikation der weltbekannten Containerreederei mit über 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in weltweit mehr als 400 Büros. Eine kleine Gruppe des studentischen PR-Vereins KnotenPunkt e.V. aus Kiel besuchte das Unternehmen in seinem Hauptsitz am Ballindamm in Hamburg. Mit im Gepäck viele kleinere und eine sehr große Frage: Wie funktioniert die Arbeit in einem internationalen Kontext mit so vielen unterschiedlichen Stakeholdern? Charlotte Nölle und Jule Schulz berichten.

Kreativ-Cases

Case-Study: Wie Vorwerk mit HIRSCHTEC Analytics den Social-Intranet-Erfolg messbar macht

Mehr lokale und interessengesteuerte News, eine weniger formelle und direktere Kommunikationskultur und eine einfache Möglichkeit, offen über relevante Themen sprechen zu können – das wünschten sich die Mitarbeitenden bei Vorwerk. Als einer der zentralen Treiber für den Wandel in der Kommunikation beim Familienunternehmen, das für hochwertige Haushaltsgeräte steht, daher inzwischen unverzichtbar: das auf Haiilo (ehemals COYO)-basierende Social Intranet. Seit Januar 2020 ist es die Plattform für Information und Kommunikation – und Feedback-Kanal für mehr als 6000 Mitarbeitende in rund 20 Ländern. 

Agenturen im Dialog

MSL: Zukunftsorientiertes, nachhaltiges Wachstum im Fokus

15 Jahre in einem Unternehmen – was im ersten Moment nicht sonderlich erwähnenswert klingt, ist in der Agentur- und Beratungslandschaft dann doch etwas Außergewöhnliches. Neben Kirsten Leinert trifft das bei MSL auf eine Reihe weiterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf unterschiedlichen Hierarchieebenen zu. Im Gespräch mit Nick Hoffmann und Adrian Liehr, die Mitglieder des LPRS e.V. (Leipziger Public Relations Studierende) sind, erläuterte Managing Partner Kirsten Leinert, wie der Berufseinstieg – zum Beispiel mit dem zertifizierten Traineeship – aussehen kann, welche Anforderungen MSL an Einsteigerinnen und Einsteiger hat und wie die weiteren Entwicklungsschritte aussehen können.

GPRA im Dialog

Straub & Straub: Zwischen PR und Journalismus

Bei der Hamburger Kommunikationsagentur Straub & Straub hat sich in letzter Zeit einiges geändert. Die Agentur konnte neue Großkunden gewinnen, die beiden Geschäftsführer Tina und Rüdiger Straub haben im Sommer 2018 Jahr geheiratet und zuletzt ist der Hamburger Hauptstandort vor erst einem Monat umgezogen. In den neuen Büroräumen haben Marie Fuhr und Laura Möller von campus relations der Agentur einen Besuch abgestattet.

Internes - aus der Redaktion

Liebe Leserinnen und Leser!

Das Jahr der „Zeitenwende“ neigt sich dem Ende entgegen. Es war in jeder Hinsicht ein aufreibendes Jahr. Die 4. Welle der Coronakrise war noch nicht verebbt, da begann am 24. Februar 2022 der russische Angriffskrieg auf die Ukraine. Schon drei Tage später sprach Bundeskanzler Olaf Scholz im Deutschen Bundestag von der Zeitenwende. In atemberaubender Geschwindigkeit entwickelte sich eine Inflationsrate, wie es sie in Deutschland seit 70 Jahren nicht gab, das ging einher mit der Energiekrise. Deutschland im Dauerkrisenmodus, und damit auch die Kommunikation. Als Newsportal für die PR- und Kommunikationsbranche haben wir das alles auf unserer Website, in unserem Newsletter und in unserem Podcast für Sie, liebe Leserinnen und Leser, aufbereitet und begleitet. In vielfältiger Weise haben wir über Krisenkommunikation, Diskussionen um Haltung und Purpose, Personalien, Etatgewinne und Studien berichtet.