DPRG-Präsident Norbert Minwegen bei der Eröffnung des Zukunftsforum. Foto: Patrick Herrmann

DPRG sucht nach der neuen Rolle der Kommunikatoren und findet Interesse der Branche

Das Zukunftsforum der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG) am 22. und 23. Juni hat sein Versprechen gehalten. Wie angekündigt, beschäftigte sich die eineinhalbtätige Veranstaltung im Nachgang zur DPRG-Mitgliederversammlung mit Inhalten, wie vor allem der neuen Rolle der Kommunikatoren. Wie unterschiedlich diese Rolle interpretiert und gelebt werden kann, das zeigten in ihren Vorträgen die PR- und Kommunikations-Chefs großer deutscher Unternehmen: Alexander Wilke, thyssenkrupp, Philipp Schindera, Telekom, Jörg Eigendorf, Deutsche Bank, und Antje Neubauer, Deutsche Bahn, gewährten Einblick in ihr Rollenverständnis.

Gut 160 Gäste, davon wohl knapp mehr als die Hälfte Nicht-Mitglieder des PR-Berufsverbandes, folgten der Einladung der DPRG zu ihrem bereits dritten Zukunftsforum in der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen. Als Gastgeber trat aber nicht nur die DPRG auf, sondern auch die Studierenden des "Instituts für Journalismus und Public Relations" an der Gelsenkirchener Hochschule (siehe Foto; © Patrick Herrmann), die im Rahmen von PR-Projektarbeiten die organisatorische Vorbereitung übernommen hatten. Das vorweg: Am Ende wurde ihnen der längste Applaus zuteil. Mit der umsichtigen Planung, der professionellen Durchführung und ihrer freundlichen Art gelang ihnen ein äußerst gelungener Auftritt.

Zukunftsforum 2017 StudentencrewBei seiner Begrüßung kurz nach seiner Wiederwahl zum DPRG-Präsidenten kündigte Norbert Minwegen an, die DPRG werde sich künftig verstärkt mit dem Selbstverständnis des PR-Berufsstandes auseinandersetzen. Für das als Barcamp aufgezogene Zukunftsforum lud er zu einem lebendigen Austausch darüber ein. In den zahlreichen Sessions an den beiden Tagen diskutierten die Teilnehmer denn auch zahlreiche Facetten des Themas: wie man sich eine Community erzieht, ob Kommunikatoren eine Rolle spielen, welche Bedeutung künstliche Intelligenz in Zukunft hat oder wie der Kommunikator der Zukunft aussehen könnte, lauteten unter anderem die Themen in den Arbeitsgruppen.

thyssenkrupp

Mit die größte Beachtung fanden die Auftritte einiger Kommunikationschefs der großen deutschen Konzerne, die die DPRG für einen Auftritt in Gelsenkirchen gewinnen konnte. Alexander Wilke, thyssenkrupp, stieg in seinen Vortrag ein mit der These: „Wer behauptet, er kennt die Kommunikation der Zukunft, der lügt!“ Wilke führte aus, dass sämtliche Geschäftsmodelle in Unternehmen auf dem Prüfstand stünden, darauf müsse sich auch die Kommunikation einstellen. Seine Forderung in Richtung der Agenturen: Sie müssen integriert arbeiten. Heute komme es darauf an, die Marketing-Kommunikation mit der klassischen Kommunikation zu verbinden. Alles gehöre zusammen. Damit begründete er auch, dass thyssenkrupp unter seiner Regie die unternehmenseigene Werbe- und Digitalagentur „Bobby & Carl“ ins Leben gerufen habe. Wilke: „Wir wollen eine bessere Art der Kommunikation hinbekommen und die Qualität steigern. Wir wollen alles aus einer Hand.“

Deutsche Bahn

Inhaltlich in die gleiche Richtung argumentierte Antje Neubauer, seit Jahresbeginn Kommunikations- und Marketingchefin bei der Deutschen Bahn AG. Sie lehnte zwar das Agenturmodell Wilkes als für sie nicht vorstellbar ab, betonte aber, wie sehr sie davon überzeugt ist, dass die Vereinigung von Marketing und Kommunikation zukunftsweisend sei. Am Beispiel der für Dezember angekündigten Eröffnung der neuen Schnellstrecke von Berlin nach München erklärte Neubauer, wie relevant und wichtig es sei, dass „alle Gewerke“ zusammenarbeiteten. Von der allgemeinen Basispressearbeit und den Public Affairs-Aktivitäten über Marketingkampagnen zum Abverkauf der Tickets bis hin zu Corporate Kampagnen im Zusammenhang mit diesem Thema sei eine integrierte Arbeitsweise geboten. Dies wolle man einlösen und sehe schon jetzt die Vorteile der verzahnten Zusammenarbeit.

Neubauer gab aber auch zu, dass es nach knapp sechsmonatiger Zusammenarbeit in der neuen Konstellation zwischen Marketing und Kommunikation noch holpere. „Der Prozess des Zusammenwachsens dauert noch. Die Veränderungsbereitschaft ist anstrengend, vielleicht haben wir bisher ein Drittel des Weges geschafft“, sagte sie. Auch bedürfe es zum Teil neuer Mitarbeiter, die von außen kämen und somit einen unverstellten Blick auf die Fusion hätten. „Die Fluktuation ist gesund“, erklärte Neubauer, die übrigens kurzfristig ihr persönliches Erscheinen absagen musste und per Skype aus Berlin zugeschaltet wurde.

Deutsche Bank

Live vor Ort war Jörg Eigendorf, seit gut einem Jahr Konzernsprecher der Deutschen Bank. Er sagte nichts zum Zusammenspiel zwischen Kommunikation und Marketing betonte aber in seinem Vortrag, wie wichtig seine Rolle als Kommunikator nach innen sei. Eigendorf beschrieb, wie die Deutsche Bank versuche, nach Skandalen und Krisen wieder an Glaubwürdigkeit zu gewinnen. Von der One-Man-Show rund um den CEO John Cryan wolle man künftig zu einer Kommunikation kommen, in der auch die anderen Vorstandsmitglieder einen wichtigen Part hätten. Die Deutsche Bank solle sich wieder menschlicher zeigen.

Unter dem Hashtag #PositiverBeitrag läuft die neue Kampagne zunächst nur intern. #PositiverBeitrag soll als ein Kommunikationsprogramm verstanden werden, in das sich jeder einbringen könne. Der alte Claim „Leistung aus Leidenschaft“ wird damit abgelöst. Eigendorf sieht seine Rolle daher derzeit vor allem darin, die Mitarbeiter abzuholen und hinter die neue Art des Reputationsmanagements zu bekommen.

Deutsche Telekom

Schindera Philipp Zukufo 2017Wie breit das Rollenverständnis gefächert sein kann, zeigte Philipp Schindera, Kommunikationschef der Deutschen Telekom AG und erneut wiedergewählter DPRG-Vizepräsident, in seiner Session auf. Zunächst betonte er, ein Kommunikationschef dürfe keine Rolle spielen, er müsse immer authentisch sein. Zwar habe man als Kommunikationschef verschiedene Rollen inne, dies sei aber im Sinne der damit verbundenen unterschiedlichen Funktionen zu verstehen. So müsse er die Rollen des Treibers der Digitalisierung, des Orientierungsgebers, des Netzwerkers, Analysten, Storytellers, Krisenmanagers und des Event-Experten allesamt mit hoher Glaubwürdigkeit wahrnehmen.

Schindera prognostizierte, dass sich klassische Unternehmensstrukturen in den kommenden fünf oder acht Jahren auflösen würden, alles werde viel agiler werden als bisher. Das gelte heute schon für die Kommunikation, da im Gegensatz zu früher viel mehr Menschen aus einem Unternehmen heraus kommunizieren würden. Davor sollte man keine Angst haben, riet Schindera, schließlich identifizierten sich 90 Prozent der Mitarbeiter mit ihren Unternehmen. „Aus Kommunikationssicht kommt es daher heute darauf an, die Mitarbeiter dazu zu befähigen, gute Unternehmensbotschafter zu werden und die Community zu managen“, sagte er.

Fazit

Das DPRG-Zukunftsforum hat sich bewährt. Die dritte Ausgabe wurde von vielen Teilnehmern als gelungen betrachtet. Und das, obwohl das Netzwerken der Gäste untereinander aufgrund eines zu engen Zeitplans vor allem am ersten Tag zu kurz kam. Trotz dieser kleinen organisatorischen Schwäche setzten die Verantwortlichen mit der Auswahl der Themen und der Referenten wichtige Akzente. Die Branchenprominenz scheint sich wieder für den Berufsverband der PR- und Kommunikationsfachleute zu interessieren. Die Beschäftigung mit Themen wie dem künftigen Berufsbild stößt auf Interesse in der Branche. Drei Jahre nachdem Norbert Minwegen mit seinem Team das Ruder übernommen hat, scheint die DPRG an Relevanz zu gewinnen. Man darf gespannt sein, wie es mit dem Zukunftsforum und dem Verband weitergeht.

Hinweis Trendbarometer

Im Rahmen des Zukunftsforums wurden auch erste Ergebnisse des Trendbarometers 2017 veröffentlicht. Wir berichten an dieser Stelle ausführlich darüber.


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Personalien

Josef Girshovich ist bei MSL neues Mitglied im Partnerboard

Josef Girshovich gehört seit dem 1. Januar 2022 zum Team der Berliner Kommunikationsberatung MSL Group Germany GmbH. Der Autor und Kommunikationsberater ist als Partner bei der zur Publicis Groupe Germany gehörenden Agentur eingestiegen. Als Teil des Partner Boards liegt sein Fokus auf der strategischen Kommunikationsberatung sowie der Akquise neuer Kunden mit einem Schwerpunkt auf Immobilien, Infrastruktur und Energie. Seine Expertise umfasst die strategische Kommunikations- und Positionierungsberatung sowie die Entwicklung von Content-Strategien, Medienarbeit, Thought Leadership und politischer Beratung. Girshovich berichtet direkt an Wigan Salazar, CEO von MSL in Deutschland.

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Betriebsratswahl 2022: segmenta futurist:a arbeitet für die IG Metall Wolfsburg

Im Frühjahr 2022 findet bundesweit die Betriebsratswahl in Deutschland statt. Die IG Metall Wolfsburg geht mit Agenturpartner segmenta futurist:a, Hamburg, in den Wahlkampf. Die Agentur konnte sich im März 2021 gegen weitere Bewerber in einem mehrstufigen Pitch durchsetzen. Seitdem entwickelt das Team um Timo Lommatzsch und Annika Schach, PR-Professorin an der Hochschule Hannover, in Kooperation mit Vertreterinnen und Vertretern der IG Metall die Kommunikation.

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Internationaler Ausbau: B2P Communications schließt sich Barabino & Partners an

Die strategische Kommunikationsberatung B2P Communications, derzeit mit rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Büros in Paris, Berlin und München, schließt sich mit Barabino & Partners S.p.A. (B&P) zusammen. B&P ist eine der führenden Kommunikationsagenturen Italiens mit 110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Rom, Mailand und Genua sowie in den Tochtergesellschaften in London, Berlin und New York. Der Zusammenschluss schafft eine europäische Agentur mit über 130 Mitarbeitern in acht Büros und bietet Kunden einen Brückenkopf über den Atlantik. Die Umsatzerwartungen nach der Fusion liegen bei knapp 19 Millionen Euro (20,5 Millionen Dollar).

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Save-the-Date: 25. DIRK-Konferenz im Juni 2022 in Frankfurt am Main

DIRK Konferenz 25 Logo 2022Nach der Premiere im Jahr 1998 steht der Deutsche Investor Relations Verband vor seiner 25. DIRK-Konferenz. Stattfinden soll sie am 20. und 21. Juni in Frankfurt am Main. Geplant ist ein persönliches und physisches Treffen vor Ort. Der Plan: Die Jubiläumskonferenz soll an beiden Tagen altbewährte Formate in Form von Keynotes, Diskussionsrunden und Case Studies, einer Fachausstellung sowie parallele Workshop-Sessions zu den unterschiedlichsten IR-Themen bieten. Zudem soll die eine oder andere Neuerung auf der Agenda stehen. Zum feierlichen Abschluss sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum gesetzten Gala-Dinner eingeladen. In diesem festlichen Rahmen werden auch die Gewinner des „Deutschen IR-Preises 2022" gekürt.

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GWPR-Jahresindex 2021: Gleichstellung verlangsamt sich

Für Frauen, die in PR und Kommunikation arbeiten, war 2021 ein herausforderndes Jahr. Die Covid-Pandemie hat die Arbeitsweise dramatisch verändert. Das zeigen die Umfrageergebnisse aus dem dritten Jahresindex von GWPR. Bezüglich einer ausgeglichenen Vorstandsetage und einer Erhöhung der Anzahl weiblicher Führungskräfte hat sich trotzdem nur sehr wenig geändert. In einer globalen Branche, die zu zwei Dritteln weiblich ist, sind die Vorstandsmitglieder nach wie vor mehrheitlich männlich.

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Branche

Unterschätztes Wunschprojekt vieler Pressestellen: der Newsroom

Jede dritte Pressestelle hat einen Newsroom (siehe Grafik), und weitere Presseverantwortliche arbeiten bereits konkret an ihrem Newsroom-Projekt. Nur ein Viertel der Pressesprecherinnen und Pressesprecher sagt, sie brauchen keinen Newsroom. Das ergibt eine Umfrage des Hamburger Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) unter 161 Fach- und Führungskräften der PR im Dezember 2021. Allerdings werden Newsrooms unterschätzt. Es ist eben nicht damit getan, Monitore an die Wand zu hängen und so weiterzuarbeiten wie bisher. Ein funktionierender Newsroom benötigt andere Arbeitsprozesse, eine andere Arbeitskultur- und -organisation.

Medien

Media Pioneer expandiert – Steingart plant zweites Medienschiff

Gabor Steingart, der Journalist, Autor und Medienunternehmer, der in Berlin von seinem Schiff „Pioneer One“ aus seine verschiedenen journalistischen Angebote verbreitet, hat Expansionspläne veröffentlicht und will seine Flotte vergrößern. Seinen täglichen Newsletter baut er aus und unterteilt ihn in das kostenfreie „ThePioneer Briefing“ und die Bezahlversion „ThePioneer Buisness Class“, für die er Exklusiv-Inhalte verspricht. Nach dem offensichtlich erfolgreichen Start im Jahr 2018 konnte er sein Angebot kontinuierlich ausbauen und sucht jetzt aktuell weitere 25 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und da die alle offensichtlich nicht mehr auf der „Pioneer One“ untergebracht werden können, ist der Bau der „Pioneer Two“ bereits in Planung.

Social Media

dpa kuratiert künftig Facebook News in Deutschland

DPA LogoIm Auftrag von Meta übernimmt die Deutsche Presse-Agentur ab dem 1. April die Kuratierung von Facebook News. Im Rahmen dieses Angebots werden ausgewählte Inhalte von deutschen Medienhäusern auf der Plattform veröffentlicht. Die Leitung des neu geschaffenen Teams soll Christian Röwekamp (51) übernehmen, der derzeit noch die Themendienst-Redaktion von Deutschlands größter Nachrichtenagentur verantwortet. Vertragspartner von Meta ist die dpa-Tochtergesellschaft dpa-Infocom GmbH.

Das PR-Interview

Streitgespräch: Daten in der PR – unerlässlich oder überbewertet?

Für die einen sind Daten in der PR der neueste Trend. Ohne Daten könne die PR nicht professionell arbeiten und schon gar nicht im Wettbewerb gegen Marketing und Werbung bestehen. Andere halten den Datenhype für deutlich übertrieben: Analysen helfen, sind aber kein Allheilmittel und sollten nicht überbewertet werden. Es komme auch auf andere – qualitative – Erfolgsfaktoren an.  Zu der Datennutzung in der PR streiten Klaus Treichel, bis Ende 2020 Chef der ABB-Unternehmenskommunikation in Deutschland und Jörg Forthmann, Geschäftsführer des Instituts für Management und Wirtschaftsforschung (IMWF), Hamburg.

Autoren-Beiträge

Autorinnenbeitrag: Agentur, Start-up oder Konzern – was darf’s sein?

Leitfragen für Unentschlossene

Wer frisch von der Uni den Einstieg in die PR sucht, sieht sich heute einer ganzen Flut an möglichen Tätigkeitsfeldern und potenziellen Arbeitgebern gegenüber. Denn in einer Welt, in der Komplexität, Innovationsdruck und Vernetzung zunehmen, wird Kommunikation immer mehr zum Erfolgsfaktor. Gute Nachrichten für heutige Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger! Dann gilt es nur noch den „richtigen“ Job zu finden. Dabei dominieren leider nicht allzu selten Klischees die Jobsuche: ob über Agenturmenschen, Konzernkinder oder Start-up Raketen – auch wenn sich manch eines davon im Alltag bestätigt, versperren sie den Blick auf die eigentlich wichtigen Kriterien, die den Ausschlag bei der Jobwahl geben sollten. Dazu vier Leitfragen, die sich (angehende) PR-Profis in den ersten Berufsjahren stellen sollten.

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Rezensionen

Buchhinweis: Tipps und Einblicke für die Kommunikation von Start-ups

Wie kommunizieren Start ups Lydia Prexl BuchcoverFür Start-up-Unternehmen spielen Eigen-PR und Kommunikation eine wichtige Rolle. Seit über einem Jahr bietet das „PR-Journal“ deshalb eine monatliche Kolumne zu diesem Thema an. Der Autor Daniel Rottinger, Journalist und freier PR-Berater, gibt darin PR-Tipps für Gründerinnen und Gründer. In der Kolumne "PR-Check-in für Start-ups" liefert er erprobte Praxis-Hinweise für Start-ups und greift häufig gestellte Fragen aus deren Berufsalltag auf. Jetzt hat Rottinger an dem neuen Fachbuch „Wie kommunizieren Start-ups? – CEO-Branding, Social Media, PR und Mitarbeiterkommunikation“ mitgewirkt. Herausgegeben wird es von Lydia Prexl, die als Dozentin und PR-Managerin tätig ist.

Der Sprach-Optimist

Authentisch? Ach was, superauthentisch!

Es gibt zwei, drei Dinge, bei denen Sie eine hundertprozentige Zustimmung erhalten werden. Garantiert, behauptet zumindest unser Sprach-Optimist Murtaza Akbar (Foto). Stellen Sie in einem gut gefüllten – coronakonformen – Saal oder einer Videokonferenz mit jeweils 50 Menschen die Frage: Wer möchte, dass mit ihm oder ihr respektvoll und wertschätzend umgegangen wird? Sie erhalten 100 Prozent Zustimmung, natürlich, auch wenn sich der ein oder andere zieren wird, die Hand zum Melden zu heben. Und es gibt noch eine andere Frage, die laut unserem Sprach-Optimisten ebenfalls alle mit „Ja“ beantworten. Um was es sich dabei genau handelt, erzählt er gerne in seiner neuen Kolumne und hat für Sie dafür auch einen kommunikativen, sehr leicht umsetzbaren Vorsatz für 2022 parat.

Kommentare

Kommentar: Reichweite geht vor Integrität - neue Impfkampagne setzt auf „Bild“ als Medienpartner

Bild Logo#ZusammenGegenCorona: Über 150 deutsche Unternehmen und Marken rufen zum Impfen auf. Die gemeinsame Aktion gegen die Impfmüdigkeit kommt spät, hoffentlich nicht zu spät. Die Initiatoren aus der Industrie sowie der Agenturwelt haben alles aufgefahren, was Rang und Namen hat. Obendrein haben sie sich die Unterstützung des designierten Bundeskanzlers Olaf Scholz gesichert, der die Kampagne mit einem eigenen Impfappell an die Bürgerinnen und Bürger unterfüttert. Als Medienpartner haben sich die Protagonisten neben der „B.Z.“ vor allem die reichtweitenstarke „Bild“ auserkoren. Hier liegt meiner Meinung nach aber der Makel dieser prinzipiell zu unterstützenden Initiative. Denn Reichweite wiegt hier offensichtlich stärker als Integrität.

Macht der Bilder

Eine Ikone kann man nicht einsperren…

Da sitzt er nun, der „Bullenmann“, der „Q-Anon-Schamane“ im fahlen Licht eines US-Gefängnisses. Jacob Chansley gibt sich aufgeräumt: er habe doch nur den Auftrag des Präsidenten ausgeführt und der habe ihn jetzt im Stich gelassen, nicht begnadigt, beschwerte sich Chansley bei der TV-Moderatorin im CBS-Interview im Frühjahr 2021.
Am 6. Januar 2021 sah das noch ganz anders aus. Mit einer Mütze aus Kojotenfell und Büffelhörnern stolziert der „Bullenmann“ durch die Gänge des Washingtoner Kapitols und schlendert in den Sitzungssaal des Senats. Vom Platz des – gerade noch geflüchteten Vize-Präsidenten Mike Pence – fordert er seine Mitstreiter zum Gebet auf und hinterlässt eine handgeschriebene Drohung: „Mike Pence – die Gerechtigkeit wird nicht mehr lange auf sich warten lassen!“

PR-Historie

Unternehmensgeschichte: Bevölkerung erwartet Selbstkritik bei Fehlern und Krisen

Neues Forschungszentrum startet mit Tagung am 23. September

Ob NS-Vergangenheit oder Managementfehler: Mehr als zwei Drittel der Menschen in Deutschland erwarten von Traditionsunternehmen, dass sie Verantwortung für die eigene Geschichte übernehmen (69 %) – und darüber öffentlich kommunizieren (68 %). Das geht aus einer bevölkerungsrepräsentativen Studie der Hochschule Pforzheim unter 1.004 Befragten hervor. Die Untersuchung ist eines der ersten Ergebnisse des neuen Center for History and Corporate Communication, an dem die Hochschule Pforzheim und die Universität Leipzig beteiligt sind. Es vereint Grundlagenforschung zur Geschichte des Kommunikationsberufsfelds und zu Unternehmensgeschichte als Gegenstand professioneller Kommunikation.

Leserkommentare

Leserbrief zu den Aussagen Streecks: „Bemerkenswerte Schuldzuweisung nicht ohne Heuchelei“

Wagner Helmut Belgien klein"Die wissenschaftliche Arbeit war gut, die Kommunikation dazu schlecht." Diese Aussage tätigte der Bonner Virologe Hendrik Streeck aktuell in einem Interview mit der „Zeit“, das am 1. Dezember in der Online-Ausgabe (paid) erschienen ist. Das „PR-Journal“ berichtete am 1. Dezember darüber. Streeck blickt darin kritisch zurück auf die Veröffentlichung seiner Studie und die Begleitkommunikation durch die Agentur Storymachine. In Bezug auf die Kommunikation damals sagte der Virologe: „Ich bin da komplett naiv reingerannt.“ „PR-Journal“-Leser Helmut Wagner (Foto), ein aktiver Ruheständler mit langjähriger PR- und PA-Erfahrung, sieht das anders. Er liest aus den Aussagen Streecks eine „bemerkenswerte Schuldzuweisung nicht ohne Heuchelei seitens des jungen Professors“ heraus. Lesen Sie nachfolgend den Kommentar von Helmut Wagner in voller Länge.

Studien

CMF-Studie über Kundenmagazine veröffentlicht – Ergebnisse bestätigen starke Nutzung

Jeder kennt sie und jeder hatte bereits schon einmal eines in der Hand: Gedruckten Kundenmagazinen, herausgegeben von Unternehmen für ihre (potentiellen) Kunden – meist kostenfrei –, begegnet man beim Lebensmittelhändler, im Drogeriemarkt oder Discounter ebenso wie im Autohaus oder bei der Bank. Auf die Frage, ob diese gedruckten Kundenmagazine nicht nur bemerkt, sondern auch gelesen werden, gab es bislang wenig aussagekräftige Antworten – weder in Agenturen noch in den Kommunikationsabteilungen der Unternehmen. Bis heute. Denn die neue Studie „Kundenmagazine – Experiences & Effects“ des Content Management Forums (CMF) liefert nun erste Antworten: Ja, gedruckte Kundenmagazine werden von 89 Prozent der befragten Konsumentinnen und Konsumenten im deutschsprachigen Raum gelesen – besonders häufig von den 30- bis 39-Jährigen und von Personen mit hoher Bildung.

Aus- und Weiterbildung

dapr bietet 2022 so viele Seminare wie noch nie

Die Deutsche Akademie für Public Relations (dapr), Düsseldorf, startet 2022 in ihr 31. Jahr mit der größten Auswahl an Weiterbildungen aller Zeiten – sowohl als interaktive Live-Online-Seminare als auch in Präsenz am Standort Düsseldorf unter 2G-Bedingungen. Schon im ersten Quartal können zahlreiche Seminare und Intensivtrainings absolviert werden.

Jobprofile

Was macht eigentlich eine Senior Beraterin bei FleishmanHillard?

Die strategische (Kommunikations-)Beratung war schon immer weit mehr als „nur“ eine PR-Disziplin unter vielen – sie ist nicht alles, aber ohne sie ist ganz sicher alles nichts. Auch bei FleishmanHillard wird sie immer wichtiger. Nicht zuletzt zeigt sich das daran, dass hier viel Wert darauf gelegt wird, die Mitarbeiter/-innen genau in dieser Hinsicht gezielt zu fördern. Agenturen sind heute definitiv keine verlängerte Werkbank, vielmehr agieren sie als Partner auf Augenhöhe. Sie unterstützen Unternehmen bei der strategischen Ausrichtung. Sie machen sich die Perspektive des Unternehmens zu eigen, analysieren Branchen ebenso wie spezifische Wettbewerbskonstellationen und stellen die Weichen für eine Positionierung, mit der sich die Kunden wirksam von der Konkurrenz absetzen können. 

Seminarkalender

Seminarkalender 2022

Seminare, Tagungen, Workshops und Webinare. Der „PR-Journal“-Seminarkalender gibt Ausblick auf relevante Fort- und Weiterbildungsangebote der kommenden Monate. Unsere kompakte Auflistung für Kommunikationsfachleute in Agenturen, Unternehmen und Verbänden erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit - kündigen Sie neue (auch rein digitale) Seminare jederzeit gern an bei Paula Slomian: slomian@pr-journal.de.  

JANUAR 2022

Online-Kompakt: PR-Konzeptionstechnik
AFK Online Academy
25. bis 26. Januar 2022
1.490,00 Euro zzgl. MwSt.
Zur Anmeldung geht es unter diesem Link.

FEBRUAR

Studienvorstellung: Trendmonitor interne Kommunikation 2022
Staffbase 
1. Februar 2022
kostenlos
Zur Anmeldung geht es unter diesem Link.

Preise und Awards

Marken-Award 2021: Die Sieger stehen fest

PRJournal Markenaward 2021Zum 21. Mal haben die absatzwirtschaft und der Deutsche Marketing Verband (DMV) den Marken-Award vergeben. Die Gewinner wurden am Abend des 24. August im Rahmen eines Live-Stream-Events ausgezeichnet. Zuschauerinnen und Zuschauer konnten die Preisverleihung samt Rahmenprogramm per Live-Stream verfolgen. Durch den Abend führte als Moderator Frank Dopheide, Geschäftsführer der Purpose-Agentur Human Unlimited. Insgesamt bewarben sich 27 Unternehmen in verschiedenen Kategorien.

PR-Check-in für Start-ups

PR-Plan für Start-ups 2022: So geht’s und was es bringt

Kaum hat das Jahr begonnen, geht es für Gründer wieder mit Hochdruck an neue Projekte, Pitches und Aufträge. Direkt ins „daily Business“ einzusteigen, sei dabei keine Empfehlung. Der gelernte Journalist und Kommunikator Daniel Rottinger regt an, einen PR-Plan zu erstellen. Damit dieser funktioniert und zu erfolgreicher Medienarbeit führt, bietet sich das Prinzip Sammeln, Priorisieren und Umsetzen an.

Tipps & Lesehinweise

Lesehinweis: Krisenexperte Roselieb kritisiert das Krisenmanagement an der Ahr

Roselieb Frank Krisennavigator kleinFrank Roselieb (Foto), geschäftsführender Direktor des Krisennavigator – Institut für Krisenforschung, ein Spin-Off der Universität Kiel, ist in der PR- und Kommunikationsbranche bekannt als Krisenexperte. Er ist Veranstalter des jährlichen Krisenkommunikationsgipfels. Roselieb hat sich nun im Nachgang zur Hochwasserkatastrophe an Ahr und Erft zu Wort gemeldet und das Krisenmanagement kritisiert. Gegenüber der „Rhein-Zeitung“ hat Roselieb gesagt: „Viele Opfer hätten verhindert werden können.“ Seiner Auffassung nach hat der Krisenstab in Ahrweiler in der Nacht der Flutkatastrophe vom 14. auf den 15. Juli offenbar viel zu spät reagiert. Als Verantwortlichen für die viel zu späte Warnung an die Bevölkerung hat Krisenexperte Roselieb Landrat Jürgen Pföhler (CDU) ausgemacht. Auch der „Spiegel“ hat das Thema aufgegriffen.

Whitepaper

Whitepaper: Unternehmen stehen beim Thema Corporate Purpose noch am Anfang

Mitarbeiterbindung, Employer Branding und Profilschärfung des eigenen Unternehmens: Diese Anliegen haben für Unternehmen im Kontext ihres Corporate Purpose die höchste Priorität. Insgesamt nutzt bislang jedoch nur eine Minderheit ihren Purpose aktiv und gezielt für eine Positionierung. Diese und andere Ergebnisse erbrachte eine Umfrage von WE Communications Mitte 2021 in Kooperation mit dem Marktforschungsunternehmen YouGov. Detailliertere Ergebnisse enthält ein neues Whitepaper von WE Communications, das unter dem Titel „Praxistest: Purpose in deutschen Unternehmen“ auf der Website der Agentur zum Download bereitsteht.

Termine

Staffbase: Digitaler "Neujahrsempfang Interne Kommunikation" mit Clarissa Haller und Sascha Lobo

Die letzten zwei Jahre haben die Mitarbeiterkommunikation auf den Kopf gestellt und viel Kraft gekostet. Als Hommage an alle interne Kommunikatorinnen und Kommunikatoren veranstaltet Staffbase am 8. Februar von 9:30 bis 12:00 Uhr einen digitalen "Neujahrsempfang Interne Kommunikation". Die Teilnahme ist kostenlos. Gemeinsam mit Clarissa Haller (Ex-Kommunikationschefin von Siemens) und Sascha Lobo (Kolumnist beim „Spiegel“) diskutiert Staffbase-Gründer Frank Wolf die Top-Trends der internen Kommunikation 2022. Die anschließenden drei Workshops zeigen, wie sich gute Vorsätze für die Mitarbeiterkommunikation im neuen Jahr erfolgreich umsetzen lassen. Interessenten können sich unter diesem Link zur Veranstaltung anmelden.

STAMM Medien-News

Stamm Medien-Newsletter Januar 2022

Der Stamm-Verlag in Essen dokumentiert seit 1947 als einziger deutscher Verlag komplett alle Medien (derzeit zirka 24.000) in Deutschland (Print / Zeitungen + Zeitschriften, Rundfunk / Radio + Fernsehen, Online (seit 2003)). Im Dezember 2021 wurden 2.803 Medien aktualisiert, im letzten Quartal waren es insgesamt 11.970 Medien. Der monatliche „Stamm Medien-Newsletter“ informiert über aktuelle Änderungen in der deutschsprachigen Medienlandschaft (Deutschland, Österreich, Schweiz). Mit freundlicher Genehmigung folgen hier einige Meldungen:

Unternehmens-PR im Dialog

Vertrauen, Verantwortung und Gemeinschaft – die Grundfeste von WestLotto

„Lotto ist die größte Millionärsmaschine, die es in unserer Gesellschaft gibt. Alle zweieinhalb Tage wird in Deutschland jemand Lotto-Millionär; alle neun Stunden zahlen wir von WestLotto einen Betrag von Zehntausend Euro und mehr an einen Bürger in NRW aus“, berichtet Axel Weber, Pressesprecher der Westdeutsche Lotterie mit Sitz in Münster. Dabei wird WestLotto von vielen Bürgerinnen und Bürgern nicht als Glücksspiel gesehen. Doch ist das wirklich so? Was zeichnet die Lottogesellschaft als Unternehmen aus? Die Studierenden der PR-Initiative campus relations haben nachgefragt.

Kreativ-Cases

Case-Study: Wir haben Deutschland gefragt: „Was ist deine Zahl?“

Gewalt an Frauen findet jeden Tag in der Mitte unserer Gesellschaft statt. Sie ist ein gesellschaftliches Problem und kein Einzelschicksal. Denn jede dritte Frau ist statistisch mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder psychischer Gewalt betroffen. Diese Gewalt ist allgegenwärtig: Zuhause, bei der Arbeit, im Netz. Manchmal könnte man sie fast übersehen, aber nur fast. Zeit, das zu ändern und gemeinsam etwas dagegen zu tun. Denn: Gewalt gegen Frauen geht uns alle an – und nur gemeinsam sind wir stärker als Gewalt!

Agenturen im Dialog

Hill+Knowlton Strategies setzt auf Nachwuchs und Diversität

Eine Agentur, viele Talente. Ein Grundsatz, mit dem sich die internationale Netzwerkagentur Hill+Knowlton Strategies identifiziert. Gerade Frauen und junge Berufseinsteiger und Berufseinsteigerinnen sind die Talente, die bei der zukunftsorientierten Agentur im Fokus stehen. Wichtig ist Hill+Knowlton auch die internationale Arbeit, denn Talente gibt es überall auf der Welt.

Im Interview mit der studentischen Initiative kommoguntia e.V. beantworten Catherine Dächert-Tessier, CFO von Hill+Knowlton Strategies in Deutschland, Miriam Holbe, Managing Director & Head of Marketing Communications, sowie Anja Klein, Associate Director & Deputy Head of Technology die Fragen der jungen Studentinnen Pilar Zaschke und Michelle Huppertz. Besprochen werden dabei die Themen Berufseinstieg, internationale Ausrichtung als auch Diversität, insbesondere im Bereich Chancengleichheit von Männern und Frauen.

GPRA im Dialog

Straub & Straub: Zwischen PR und Journalismus

Bei der Hamburger Kommunikationsagentur Straub & Straub hat sich in letzter Zeit einiges geändert. Die Agentur konnte neue Großkunden gewinnen, die beiden Geschäftsführer Tina und Rüdiger Straub haben im Sommer 2018 Jahr geheiratet und zuletzt ist der Hamburger Hauptstandort vor erst einem Monat umgezogen. In den neuen Büroräumen haben Marie Fuhr und Laura Möller von campus relations der Agentur einen Besuch abgestattet.

Internes - aus der Redaktion

Gute Jahresbilanz 2021 beim „PR-Journal“: 1.848 redaktionelle Meldungen, 309 Jobanzeigen

17 Jahre nach seinem Start meldet das erste und führende PR-Onlinemedium der Kommunikationsbranche in Deutschland für das vergangene Jahr 2021 eine äußerst positive Bilanz. Das „PR-Journal“ verzeichnet monatlich zirka 34.000 Visits. Im redaktionellen Bereich wurden 1.848 Meldungen veröffentlicht – das macht 154 monatliche und neun arbeitstägliche Meldungen aus der PR- und Kommunikationsbranche. Und auch die Jobbörse verzeichnet mit mehr als 300 neuen Jobangeboten eine deutlich größere Nachfrage als im ersten Corona-Jahr 2020. „PR-Journal“-Gründer und -Herausgeber Gerhard Pfeffer zeigte sich zufrieden. Werfen wir doch einen Blick auf die meistgeklickten Artikel und Jobangebote für 2021 ...