Mirko Kaminski

Interview mit Mirko Kaminski, CEO von achtung!. Teil I

Mirko Kaminski gehört zu den auffallenden Charakteren der Agenturszene. Dass er ein Faible für Sneaker hat, sieht man auf jeder Gala. In seinem Videoblog bei „W&V“ zeigt der achtung!-CEO sich gerne mit den prominentesten Vertretern der Kommunikationsbranche. Seine Social-Media-Follower dürften einen Steg auf Fehmarn – seiner Heimat – liebgewonnen haben, über Urlaubsziele Bescheid wissen und seine Sonnenbrille kennen.

Kaminski kommuniziert viel. Der Agenturchef kann für sich reklamieren, neue Technologien, Online-Kommunikation und das Verbinden der verschiedenen Kommunikationsdisziplinen früh gepusht zu haben. Trotzdem kommt er gerne auf die PR-DNA von achtung! zurück. „Die große Epoche der PR fängt gerade erst an“, prophezeit der 46-Jährige im Interview mit dem „PR-Journal“.

Mit der Elbphilharmonie-Kampagne hat achtung! gemeinsam mit Jung von Matt nicht nur zahlreiche Preise gewonnen, sondern dem wegen ausufernder Kosten umstrittenen Konzerthaus überwiegend positive Medienresonanz verschafft – weltweit. Einen „Signature Case“ nennt Kaminski das Projekt. Neun „PR Report“ Awards gab es für achtung! zuletzt.

PR-Journal: Herr Kaminski, achtung! hat in diesem Jahr bei verschiedenen Kommunikationsawards abgeräumt. Es gab Preise für Online, Bewegtbild, PR und Werbung. Welche Bedeutung haben die Awards für Sie und Ihre Agentur?
Mirko Kaminski: Awards haben eine essentielle Bedeutung für uns. Wir betreiben nämlich keine Kaltakquise, sondern machen stattdessen unter anderem mit Awardgewinnen auf uns aufmerksam. Ich schätze, dass wir fünf bis sieben Anfragen pro Woche bekommen, die unter anderem auf Awards zurückzuführen sind.
Dass wir Preise für Digitalkampagnen, Social Media, Content Marketing, PR und Bewegtbild gewinnen, freut mich besonders und ist mir auch wichtig. Das zeigt die gesamte Bandbreite unseres Könnens und definiert uns als Agentur. Trotz aller Diskussionen und immer wieder aufkommender Kritik – Awards sind ein externes Testat für Kreativität und Wirksamkeit. Sie helfen zusätzlich, gute Bewerber für ausgeschriebene Stellen zu bekommen.

PR-Journal: Kreativpreise sagen nichts über den geschäftlichen Erfolg aus. Wie läuft es bei achtung! wirtschaftlich?
Kaminski: Wir werden dieses Jahr wachsen – und müssen auch wachsen. Plakativ gesprochen: Die 200-Mitarbeiter-Agentur ist die neue 100-Mitarbeiter-Agentur. Das meint: Eine Agentur wie wir benötigt heute deutlich mehr Mitarbeiter, um alle wesentlichen Kommunikationsgewerke unter einem Dach haben zu können. Community Manager oder Facebook-Ad-Spezialisten gibt es ja noch nicht so lange. Wenn sich Aufgaben und Leistungen weiter heterogenisieren, braucht eine Agentur eben auch mehr Leute und mehr Volumen. 

PR-Journal: Welche Etatgewinne konnte achtung! verzeichnen?
Kaminski: Wir konnten einige wichtige Etats gewinnen: Die Social-Media-Kommunikation für Mini ist ein Beispiel. Für Sea Chefs, einen Dienstleister unter anderem für die Kreuzfahrtbranche, haben wir eine Employer-Branding- und Recruiting-Kampagne aufgesetzt. Für die Siemens-Betriebskrankenkasse SBK sind wir jetzt als Lead-Agentur für die Strategie und die gesamte Marketingkommunikation zuständig. Das sind Etats, die wir als reine PR-Agentur früher nicht hätten gewinnen können. PR ist jetzt immer öfter im Fahrersitz. Das freut uns.

Kreative Digitalagentur mit PR-DNA

PR-Journal: Was bekommt ein Kunde bei achtung! für sein Geld? Warum sollte sich ein Unternehmen für Ihre Agentur entscheiden?
Kaminski: Wir liefern Ideen, die wirken und bewegen. achtung! ist heute eine kreative Digitalagentur mit PR-DNA.
Wir erschaffen Ideen, die Millionen erreichen und bei ihnen etwas auslösen. Da sind wir stark. Wenn wir zu Unternehmen gehen, um uns vorzustellen, sind wir nicht dogmatisch. Denn: Unternehmen kaufen halt noch oft so ein wie früher. Da wird eine Werbeagentur gesucht, eine PR-Agentur, eine Content-Marketing-Agentur oder eine Social-Media-Agentur. Dann kommen wir eben als Werbe-, PR- oder Digital-Agentur. Aber wir lassen uns durch solche Etiketten nicht einschränken. Wir denken zuerst in der Kategorie Idee, nicht in Disziplingrenzen.

PR-Journal: Gibt es so etwas wie einen roten Faden, der sich durch ihre Projekte und Kampagnen zieht? Wie würden Sie die achtung!-Handschrift definieren?
Kaminski: Wir haben eine ganz gute Spürnase für gesellschaftliche Themen, denke ich. Zu erkennen, welche Themen die Menschen in einem bestimmten Zeitfenster bewegen, zeichnet uns aus. Wir verbinden dabei Marketing- und PR-Denken sowie entsprechende Instrumente. Das heißt, wir finden Insights und Bedürfnisse, die in der Gesellschaft oder einer bestimmten Gruppe vorhanden sind.

PR-Journal: Können Sie dafür Beispiele nennen?
Kaminski: Das kann wie bei unserer Kampagne „Europas Größter Fanshop-Check“ für Trusted Shops die offensichtliche Begeisterung rund um eine Fußball-Europameisterschaft sein. Oder wie bei „Attentive Eyes“ für die Airline Swiss ein gesellschaftliches Thema: Menschen verlieren sich aus den Augen und es mangelt an Achtsamkeit, die wir einander schenken. Dieses Gefühl haben wir in unserer Kampagne für Swiss aufgegriffen. Darüber hinaus besitzen wir Exekutionsstärke.

PR-Journal: In welchen Branchen sehen Sie achtung! besonders gut aufgestellt?
Kaminski: Wir sind eine auf mindestens zehn Branchen spezialisierte Agentur. Unsere Teams sind nach Branchen aufgeteilt. Unser Automotive-Team kennt sich im Bereich Auto und Mobilität hervorragend aus – die Kollegen haben tatsächlich so etwas wie Benzin und heute auch Strom im Blut. Unser Fashion- und Lifestyle-Team lebt Mode und Trends. Unser Consumer-Electronics-Team weiß, was Neues auf den Markt kommt und gerade angesagt ist. Diese Branchenkompetenz muss man als Agentur heute besitzen. Zusätzlich gibt es unser Lab, in dem die verschiedenen Gewerke den Branchenteams zuarbeiten und es Grenzen wie Redaktion, Digitales und Kreation nicht mehr gibt.

Elb Philharmonie c Ralph Larmann

PR-Journal: Die Elphi-Kampagne war sicherlich Ihr auffälligstes Projekt. Kein Award ohne Elphi. Was zeichnete die Kampagne aus?
Kaminski: Konzept und Strategie von Jung von Matt sahen vor, die Elbphilharmonie (Foto; © Copyright Ralph Larmann) als demokratisches Konzerthaus zu vermitteln, sie über originelle Inszenierungen weltweit zum Thema zu machen und die Stadt Hamburg damit auf der ganzen Welt bekannter zu machen.
Die Elbphilharmonie ist für uns deshalb ein Signature-Case, weil die Kampagne dokumentiert, was wir besonders gut können. Es ging um das Schaffen von Anlässen, um Storytelling und Storydoing, um das Erzeugen von Buzz und das Erreichen von Milliarden Menschen. Es ging darum, Gefühle zu wecken und aus Ablehnung Liebe zu machen. Vor allem aber musste die Kampagne nach all den Schwierigkeiten während der Bauzeit tadellos funktionieren und wirken. Zu jedem Zeitpunkt ist unser Antrieb gewesen, mit dem Budget – Steuergeldern – nicht nur verantwortungsvoll umzugehen, sondern das Beste daraus zu machen.

PR-Journal: Wie war achtung! involviert?
Kaminski: Als eine der wenigen Agenturen in Deutschland sind wir in der Lage, für einen Kunden oder ein Projekt ein weltweites Agenturnetz maßzuschneidern und dieses auch zu steuern. Für den Bau der Elbphilharmonie haben wir ein einzigartiges globales Agenturnetz gebaut. Außerdem zeigt die Kampagne, wie gut und gern wir mit anderen Agenturen zusammenarbeiten – hier Jung von Matt.
Wir haben mehr als 500 Journalisten weltweit nach Hamburg geholt, die das Konzert auf der gegenüberliegenden Seite der Elbe verfolgen konnten und entsprechende Bewegtbilder geliefert haben. Die Bildmotive gingen um die Welt. Wir haben zum Beispiel auch ein Event mit dem DJ Felix Jähn veranstaltet, um eine jüngere Zielgruppe anzusprechen oder große Mengen an Content für die internationale Kommunikation produziert.

Lesen Sie am 11. Dezember Teil II des Interviews mit Mirko Kaminski.


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Personalien

Edelman verpflichtet Ben Elias als Executive Director of Strategic Planning

Seit September verantwortet Ben Elias als Executive Director of Strategic Planning von Köln aus das Strategie-Geschäft von Edelman Deutschland. Sein Schwerpunkt liegt dabei in der ganzheitlichen Strategieentwicklung im B2C- und B2B-Bereich und der Übersetzung von Markenstrategie in Kommunikations- und Go-to-Market-Strategie für nationale und internationale Kunden. In seiner Rolle leitet Ben Elias das vierköpfige Strategy und Planning Team und berichtet an Christiane Schulz, CEO Edelman Deutschland. Vor seinem Start bei Edelman war Elias als Head of Planning für die Agentur BBDO Proximity tätig. Hier kümmerte er sich hauptsächlich um den Ausbau und die Transformation des Planning Teams – insbesondere in Hinblick auf die Standardisierung von Strategie-Prozessen.

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Agenturen

komm.passion-Dossier 15/2021: Drehbuch zum Unternehmensfilm, der mehr kann als er kostet

komm.passion beschäftigt sich in seinem aktuellen Dossier mit der Frage, warum in vielen Köpfen das Wort „Film“ noch immer mit den Schlagworten „teuer, Hochglanz und aufwendig“ verknüpft ist. Gleichzeitig werden Alternativen aufgezeigt: Die sozialen Medien haben eine neue Form von Sehgewohnheit erschaffen, die es erlaubt, durch kostengünstige, aber authentische Filme Zielgruppen nachhaltig an sich zu binden. Heutzutage gibt es so viele Formatmöglichkeiten, dass es gelingen kann, attraktive Unternehmensfilme anzubieten, die nicht gleichzeitig auch teuer sein müssen. Im Stil eines Drehbuchs geschrieben, mutet das Dossier wie ein Ausschnitt aus einem Spielfilm an. Autor des neuen Dossiers ist Lars Filthaut, Leiter der Filmunit bei komm.passion.

Unternehmen

In DAX Geschäftsberichten bleibt Gendern die Ausnahme

Piwinger Manfred quer grossWie halten es die DAX30-Unternehmen mit der Gender-Schreibweise? Finden sich Formulierungen wie „Mitarbeiter:innen“ oder „Mitarbeiter*innen“ in den Geschäftsberichten? Angesichts der hohen Reputation der DAX-Mitglieder – deren Kreis sich mittlerweile auf 40 erhöht hat – sollte man das erwarten. Mitnichten, sagt der Wuppertaler Publizist Manfred Piwinger (Foto), nachdem er die 2020er Geschäftsberichte der DAX30-Unternehmen gründlich untersucht hat. In stattlichen 24 der DAX-Geschäftsberichte wird auf die Gender-Schreibweise verzichtet. Mit einer pikanten Ausnahme: Geht es um die eigenen Vorstände, so scheint die geschlechterneutrale Differenzierung doch wichtig zu sein. Dazu Piwinger: „Selbst die 24 Gender vermeidenden Gesellschaften weichen in der Anrede ihrer Vorstandsvorsitzenden, also den Leuten mit der höchsten Autorität im Unternehmen, von ihren guten Vorsätzen ab und gendern unkoordiniert dahin.“

Verbände

Ausschreibung gestartet: Branchenverbände zeichnen Top-Wissenschaftskommunikation aus

Im Juni 2021 hatten sie es bereits angekündigt, jetzt folgen den Worten Taten: Die drei Verbände der Kommunikationsbranche DPRG (Deutsche Public Relations Gesellschaft), BdKom (Bundesverband der Kommunikatoren) und GPRA (Gesellschaft Public Relations Agenturen e. V.) haben den Preis „Forschungssprecherinnen und -sprecher des Jahres 2021“ ausgeschrieben. In Fortführung der Arbeit des Wissenschaftsjournalisten Reiner Korbmann, der den Preis in den vergangenen zwölf Jahren in Eigeninitiative betrieben hat, fiel jetzt der Startschuss für die Neuauflage des Preises in neuer Trägerschaft. Das Voting für den Hauptpreis, zu dem mehr als 1.000 Journalistinnen und Journalisten eingeladen wurden, läuft noch bis zum 20. Oktober. Die Abstimmung für den Publikumspreis endet am 24. Oktober. Die Verleihung der Preise wird im Rahmen des Wissenschaftskongresses WISSENSWERTE am 29. November in Freiburg erfolgen.

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Branche

Speed-Recruiting „Stell-mich-ein“ erstmals digital

Die Speed-Recruiting-Veranstaltung „Stell-mich-ein“ ist zurück. Im November findet sie nach fast eineinhalbjähriger Pause wieder statt – dieses Mal jedoch als Online-Event. Beim Speed-Recruiting „Stell-mich-ein“ können Berufseinsteigerinnen und -einsteiger sowie Young Professionals an einem Abend Personaler aus verschiedenen PR-, Werbe- und Kommunikationsagenturen kennenlernen. Bewerben können sich die jungen Talente zuvor bis zum 29. Oktober auf der Website zum Event. Veranstalter ist die School for Communication and Mangement (SCM).

Medien

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Vital Plus Media: Service Partner für PR Management

Vital Media Plus FamilienbeispielVital Plus Media, ein Spezialunternehmen für PR-Veröffentlichungen im redaktionellen Stil sowie für druck- und sendefähige Medienproduktionen, hat für Deutschlands PR-Agenturen umfassende Services im Angebot. In Ergänzung zur klassischen Pressearbeit verfügt das Bonner Unternehmen aufgrund gewachsener und ausgefeilter Logistik über effiziente Wege, in Deutschlands Presselandschaft mehr als 3.000 Titel und Sender zu erreichen. Mit Advertorials und Infomercials werden auch zielgruppengenaue Veröffentlichungen garantiert. Der nachfolgende Beitrag zeigt am Beispiel des deutschen Markts für Kinder- und Babyausstattung, wie es Agenturen und ihren Auftraggebern gelingen kann, mit PR-Botschaften durchzudringen und wirksame Reichweiten zu erzielen.

Studenten-Initiativen

PRSH e.V. wählt neuen Vorstand

Die Public Relations Studierenden Hannover e.V. (PRSH) haben einen neuen Vorstand gewählt. Auch in diesem Jahr fand die Jahreshauptversammlung digital statt. Zum ersten Mal wurde zusätzlich zum Vorstandsteam eine Kassenprüferin gewählt. Diese Rolle übernimmt für das folgende Geschäftsjahr Prof. Dr. Annika Schach, Professorin für Angewandte Public Relations an der Hochschule Hannover.

Social Media

Umfrage zur Social-Media-Kommunikation von B2B-Unternehmen läuft noch bis 15. August

Die Langzeitstudie des „Ersten Arbeitskreises Social Media in der B2B-Kommunikation“ wertet im elften Jahr die wesentlichen Daten zur Social-Media-Nutzung von Schlüsselbranchen und -unternehmen aus. Damit soll für B2B-Unternehmen erneut eine Planungs- und Entscheidungshilfe geschaffen werden, die als wesentliche Komponente Strategien und Budgets vorausschauend unterstützen kann. Die Umfrage ist noch bis zum 15. August geöffnet. Teilnehmerinnen und Teilnehmer benötigen rund 15 Minuten, um die Fragen zu beantworten. Unter diesem Link auf Surveymonkey geht es direkt zum Fragebogen. Nach der Auswertung sind die Studienergebnisse ab dem 11. Oktober auf der Website des Arbeitskreises abrufbar.

Das PR-Interview

Streitgespräch: Daten in der PR – unerlässlich oder überbewertet?

Für die einen sind Daten in der PR der neueste Trend. Ohne Daten könne die PR nicht professionell arbeiten und schon gar nicht im Wettbewerb gegen Marketing und Werbung bestehen. Andere halten den Datenhype für deutlich übertrieben: Analysen helfen, sind aber kein Allheilmittel und sollten nicht überbewertet werden. Es komme auch auf andere – qualitative – Erfolgsfaktoren an.  Zu der Datennutzung in der PR streiten Klaus Treichel, bis Ende 2020 Chef der ABB-Unternehmenskommunikation in Deutschland und Jörg Forthmann, Geschäftsführer des Instituts für Management und Wirtschaftsforschung (IMWF), Hamburg.

Autoren-Beiträge

Autorinnenbeitrag: Agentur, Start-up oder Konzern – was darf’s sein?

Leitfragen für Unentschlossene

Wer frisch von der Uni den Einstieg in die PR sucht, sieht sich heute einer ganzen Flut an möglichen Tätigkeitsfeldern und potenziellen Arbeitgebern gegenüber. Denn in einer Welt, in der Komplexität, Innovationsdruck und Vernetzung zunehmen, wird Kommunikation immer mehr zum Erfolgsfaktor. Gute Nachrichten für heutige Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger! Dann gilt es nur noch den „richtigen“ Job zu finden. Dabei dominieren leider nicht allzu selten Klischees die Jobsuche: ob über Agenturmenschen, Konzernkinder oder Start-up Raketen – auch wenn sich manch eines davon im Alltag bestätigt, versperren sie den Blick auf die eigentlich wichtigen Kriterien, die den Ausschlag bei der Jobwahl geben sollten. Dazu vier Leitfragen, die sich (angehende) PR-Profis in den ersten Berufsjahren stellen sollten.

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Rezensionen

Rezension: Führungsverhalten in Organisationen – Kultur der Angst hat ausgedient

Die angstfreie Organisation Buchcover Amy EdmondsonWas ist besser, geliebt oder gefürchtet zu werden? So fragte einst Machiavelli, dessen, in der Renaissance formulierten, Ansichten über den wirkungsvoll regierenden Fürsten bekanntlich auch aktuell einen Platz in der Management-Lehre und im Seminargeschäft finden. Folgt man den Forschungen von Amy Edmondson, dann wird diese Frage heute noch in vielen Unternehmen und Organisationen so beantwortet, dass eher eine Atmosphäre von Führung und Motivation durch permanenten Druck erzeugt wird. Mit der Folge verbreiteter Angst. Das hat ernste Folgen. Abweichende Meinungen werden nicht geäußert. Verbesserungsvorschläge unterbleiben. Kritik wird für sich behalten. Wie zielführend eine solche Führungskultur ist, hat Amy Edmondson untersucht. Schließlich hat sie, das sagt schon der Untertitel des rezensierten Werks, ein eigenes Konzept vorgelegt, „wie Sie psychologische Sicherheit am Arbeitsplatz für mehr Entwicklung, Lernen und Innovation schaffen“.

Der Sprach-Optimist

Vor-Sondierungen? Wie Du wollen.

Wie machen sich Habeck, Laschet, Baerbock, Scholz und Co. rhetorisch? Unser Sprach-Optimist Murtaza Akbar (Foto) widmet sich dafür seinem Kerngeschäft der Wortwahl, Kommunikation und Rhetorik – und hat deshalb nicht nur die Bundestagswahl verfolgt, sondern vor allem die Vor-Sondierungen danach oder sind es doch schon Nach-Sondierungen vor den Verhandlungen. Klingt verworren. Deshalb ist es Zeit, das mal sauber zu entwirren, damit der Kanzler an den Start gehen kann. Wer das sein könnte, wer von den Politikern wie ein Lehrer spricht und warum die Kolumne mit einer Tankstelle losgeht, das erfahren Sie hier und jetzt.

Kommentare

KKongress21: Eine Branche übt sich in Selbstreflexion

Der Kommunikationskongress 2021 ist vorüber. Das zweite Coronajahr in Folge und die Endphase des Bundestagswahlkampf setzten die Rahmenthemen für ein Branchenevent, dem der Veranstalter das Motto „Aufbrechen“ gegeben hatte. So wurde auch viel über das „Aufbrechen“ von Denkstrukturen und Verhaltensmustern einerseits und „Aufbrüchen“ zu neuen Ufern andererseits gesprochen. Wie haben das die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das vor Ort wahrgenommen? Klaus Treichel, Experte für Integrierte Kommunikation und Nachhaltigkeits-Kommunikation und zuletzt viele Jahre als Head of Corporate Communications bei der ABB AG tätig, schildert hier seine persönlichen Eindrücke von den Vorträgen und den Gesprächen am Rande. Für ihn offenbarte sich vielfach „ein tiefer Blick in die Seele der Kommunikationsmanager“.

Leserkommentare

Leserbrief zur Studie über Wahlkampfumfragen

Boeddicker Jonas Student WeimarDer ehemalige SPD-Vorsitzende und Außenminister Sigmar Gabriel würde Wahlumfragen am liebsten in den letzten vier Wochen vor einer Wahl verbieten. Überhaupt nichts von einem Verbot hält Professor Frank Brettschneider, Kommunikationswissenschaftler an der Universität Hohenheim in Stuttgart. Als Ergebnis seiner Studie zur Berichterstattung über Wahlumfragen fordert er eine Qualitäts-Diskussion. („PR-Journal“, 14. September 2021) Auch Jonas Böddicker (Foto), Student der Medienkultur an der Bauhaus-Universität Weimar und Mitglied der Initiative "eject - Zeitschrift für Medienkultur", fordert in seinem Leserkommentar eine kritische Debatte über Wahlumfragen.

PR-Historie

Unternehmensgeschichte: Bevölkerung erwartet Selbstkritik bei Fehlern und Krisen

Neues Forschungszentrum startet mit Tagung am 23. September

Ob NS-Vergangenheit oder Managementfehler: Mehr als zwei Drittel der Menschen in Deutschland erwarten von Traditionsunternehmen, dass sie Verantwortung für die eigene Geschichte übernehmen (69 %) – und darüber öffentlich kommunizieren (68 %). Das geht aus einer bevölkerungsrepräsentativen Studie der Hochschule Pforzheim unter 1.004 Befragten hervor. Die Untersuchung ist eines der ersten Ergebnisse des neuen Center for History and Corporate Communication, an dem die Hochschule Pforzheim und die Universität Leipzig beteiligt sind. Es vereint Grundlagenforschung zur Geschichte des Kommunikationsberufsfelds und zu Unternehmensgeschichte als Gegenstand professioneller Kommunikation.

Studien

Studie zu Deepfakes: Manipulationen als Gefahr für die Demokratie

KIT-Forscher untersuchen KI-basierte Fälschungen

Wie lässt sich prüfen, ob Informationen echt und vertrauenswürdig sind – gerade solche, die über das Internet oder die Sozialen Medien verbreitet werden? Die Möglichkeit, etwa Videos und Fotos mit Hilfe Künstlicher Intelligenz (KI) zu manipulieren, machen eindeutige Antworten immer schwieriger. Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben sich im Auftrag des Europaparlaments mit den potenziellen Gefahren der Deepfake-Technologie beschäftigt und Optionen für eine bessere Regulierung entwickelt. Gemeinsam mit Partnern aus den Niederlanden, Tschechien und Deutschland haben sie die Ergebnisse ihrer Studie vor EU-Abgeordneten offiziell vorgestellt.

Aus- und Weiterbildung

AFK feiert ein Jahr Online Academy

Czernick Susanne Direktorin AFK kleinWie gut sich Seminarinhalte auch über Online-Formate vermitteln ließen, habe sie erst selbst nicht glauben wollen, gibt AFK Direktorin Susanne Czernick (Foto) heute zu. Ende Oktober 2020 gab die Akademie Führung und Kommunikation, Bad Nauheim, die Gründung ihrer Online Academy bekannt. Jetzt feiert sie ihren ersten Geburtstag. Durch den Corona-bedingten Lockdown musste sie Alternativen zu den seit 50 Jahren bewährten Präsenztrainings finden. Heute bietet die AFK Online Academy verschiedene Schreibtrainings, Konzeptionstechnik, Grundlagen der Öffentlichkeitsarbeit oder Medientraining im virtuellen Format an. Alle Online-Trainings folgen einem speziell entwickelten Kriterienkatalog.

Jobprofile

Was macht eigentlich eine Digital-Strategin bei FleishmanHillard?

Unternehmen, die heute ohne ganzheitliche Kommunikationsstrategie oder mit einem hemdsärmeligen Digital-Ansatz an Kunden herantreten, haben erhebliche Wettbewerbsnachteile. Denn professionelle Kommunikator/-innen holen sich längst die Expertise von Digital-Strateg/-innen hinzu, um ihre Prozesse und Vorgehensweisen zu durchleuchten und zu optimieren. Auch bei FleishmanHillard in Deutschland ist das ein weiter wachsender, wichtiger Bereich.

Seminarkalender

Seminarkalender 2021

Seminare, Tagungen, Workshops und Webinare. Der „PR-Journal“-Seminarkalender 2021 gibt Ausblick auf relevante Fort- und Weiterbildungsangebote der kommenden Monate. Unsere kompakte Auflistung für Kommunikationsfachleute in Agenturen, Unternehmen und Verbänden erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit - kündigen Sie neue (auch rein digitale) Seminare jederzeit gern an bei Paula Slomian: slomian@pr-journal.de.  

Webinar: Google Ads
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Preise und Awards

Marken-Award 2021: Die Sieger stehen fest

PRJournal Markenaward 2021Zum 21. Mal haben die absatzwirtschaft und der Deutsche Marketing Verband (DMV) den Marken-Award vergeben. Die Gewinner wurden am Abend des 24. August im Rahmen eines Live-Stream-Events ausgezeichnet. Zuschauerinnen und Zuschauer konnten die Preisverleihung samt Rahmenprogramm per Live-Stream verfolgen. Durch den Abend führte als Moderator Frank Dopheide, Geschäftsführer der Purpose-Agentur Human Unlimited. Insgesamt bewarben sich 27 Unternehmen in verschiedenen Kategorien.

PR-Check-in für Start-ups

Fünf Gründe, warum Start-up-Storys in Medien kommen

Während Unternehmen eigene Kommunikations-Teams beschäftigen, fehlt es Start-ups oft an PR-basics, um zu verstehen wie Journalisten und Medien ticken. Umso weiter ist daher der Weg zum eigenen Pressebericht. In seiner Kolumne zeigt der gelernte Journalist und Kommunikator Daniel Rottinger Gründern und Gründerinnen, worauf es ankommt. Für ihn sind das Timing, die Nachrichten-Lage, der Themenwettbewerb, der Medien-Fit und die Kapazitätsfrage fünf wichtige Erfolgsfaktoren:

Tipps & Lesehinweise

Lesehinweis: Krisenexperte Roselieb kritisiert das Krisenmanagement an der Ahr

Roselieb Frank Krisennavigator kleinFrank Roselieb (Foto), geschäftsführender Direktor des Krisennavigator – Institut für Krisenforschung, ein Spin-Off der Universität Kiel, ist in der PR- und Kommunikationsbranche bekannt als Krisenexperte. Er ist Veranstalter des jährlichen Krisenkommunikationsgipfels. Roselieb hat sich nun im Nachgang zur Hochwasserkatastrophe an Ahr und Erft zu Wort gemeldet und das Krisenmanagement kritisiert. Gegenüber der „Rhein-Zeitung“ hat Roselieb gesagt: „Viele Opfer hätten verhindert werden können.“ Seiner Auffassung nach hat der Krisenstab in Ahrweiler in der Nacht der Flutkatastrophe vom 14. auf den 15. Juli offenbar viel zu spät reagiert. Als Verantwortlichen für die viel zu späte Warnung an die Bevölkerung hat Krisenexperte Roselieb Landrat Jürgen Pföhler (CDU) ausgemacht. Auch der „Spiegel“ hat das Thema aufgegriffen.

Whitepaper

Neues Whitepaper zum Thema Basiswissen Bild von picture alliance

Jede Story braucht aussagekräftige Bilder, um in der immer visueller werdenden medialen Welt wahrgenommen zu werden. Bilder vermitteln Informationen einfach und schnell. Egal ob in einer groß angelegten Kampagne, auf sozialen Medien wie Instagram, im Magazin oder auf der eigenen Homepage, Bilder sind aus der Kommunikation nicht wegzudenken. Doch was es dafür braucht, dass ein Bild die bestmögliche Wirkung entfaltet oder wann und in welchem Zusammenhang ein Bild rechtssicher eingesetzt werden kann, darüber herrscht oftmals Unsicherheit. Die dpa-Tochter picture alliance gibt in ihrem Whitepaper "Basiswissen Bild" einen Überblick über die Grundlagen der Bildnutzung.

Termine

„PR Report“-Camp: Top-Profis beraten junge Leute beim Einstieg in die PR

PR ReportCamp Logo 2021Jetzt die nötigen Informationen einholen, um die richtigen Weichen für den Karrierestart zu stellen – die Möglichkeit bietet auch in diesem Jahr wieder das „PR Report“-Camp. Zahlreiche Profis aus Unternehmen und Agenturen stehen vom 2. bis zum 5. November bereit, um junge Menschen bei ihrem Berufseinstieg in die PR beraten. Was wird von mir in der PR erwartet? Was kann ich erwarten? Das sind zwei der zentralen Fragen, die beim diesjährigen Camp beantwortet werden sollen. Nach 2020 wird das Camp auch in diesem Jahr wieder digital durchgeführt. Erwartet werden viele junge Leute, die am Ende ihres Studiums stehen, und Young Professionals, die bereits erste Berufserfahrungen haben.

STAMM Medien-News

Stamm Medien-Newsletter Oktober 2021

Der Stamm-Verlag in Essen dokumentiert seit 1947 als einziger deutscher Verlag komplett alle Medien (derzeit zirka 24.000) in Deutschland (Print / Zeitungen + Zeitschriften, Rundfunk / Radio + Fernsehen, Online (seit 2003)). Im September 2021 wurden 2.014 Medien aktualisiert, im letzten Quartal waren es insgesamt 8.415 Medien. Der monatliche „Stamm Medien-Newsletter“ informiert über aktuelle Änderungen in der deutschsprachigen Medienlandschaft (Deutschland, Österreich, Schweiz). Mit freundlicher Genehmigung folgen hier einige Meldungen:

Unternehmens-PR im Dialog

Vertrauen, Verantwortung und Gemeinschaft – die Grundfeste von WestLotto

„Lotto ist die größte Millionärsmaschine, die es in unserer Gesellschaft gibt. Alle zweieinhalb Tage wird in Deutschland jemand Lotto-Millionär; alle neun Stunden zahlen wir von WestLotto einen Betrag von Zehntausend Euro und mehr an einen Bürger in NRW aus“, berichtet Axel Weber, Pressesprecher der Westdeutsche Lotterie mit Sitz in Münster. Dabei wird WestLotto von vielen Bürgerinnen und Bürgern nicht als Glücksspiel gesehen. Doch ist das wirklich so? Was zeichnet die Lottogesellschaft als Unternehmen aus? Die Studierenden der PR-Initiative campus relations haben nachgefragt.

Kreativ-Cases

Case-Study: Hörgesundheit für alle!

Hören verbindet Menschen, lässt uns Musik und die Geräusche der Natur genießen und sorgt dafür, dass wir sicher durch unsere Umgebung navigieren. Die Relevanz und Fragilität des Hörsinns ist vielen Menschen nicht bewusst: Rund sechs Millionen Deutsche haben nach eigenen Angaben einen beeinträchtigenden Hörverlust, aber nur jeder Dritte lässt diesen audiologisch versorgen. Im Umkehrschluss nehmen fast vier Millionen Menschen gesundheitliche Risiken und Einschränkungen in Kauf. Aber wie kann man die breite Öffentlichkeit für das Thema Hörgesundheit gewinnen? Ein spannender Auftrag, den die Agentur Fink & Fuchs für den Bundesverband der Hörsysteme-Industrie (BVHI) immer stärker vorantreibt.

Agenturen im Dialog

Hill+Knowlton Strategies setzt auf Nachwuchs und Diversität

Eine Agentur, viele Talente. Ein Grundsatz, mit dem sich die internationale Netzwerkagentur Hill+Knowlton Strategies identifiziert. Gerade Frauen und junge Berufseinsteiger und Berufseinsteigerinnen sind die Talente, die bei der zukunftsorientierten Agentur im Fokus stehen. Wichtig ist Hill+Knowlton auch die internationale Arbeit, denn Talente gibt es überall auf der Welt.

Im Interview mit der studentischen Initiative kommoguntia e.V. beantworten Catherine Dächert-Tessier, CFO von Hill+Knowlton Strategies in Deutschland, Miriam Holbe, Managing Director & Head of Marketing Communications, sowie Anja Klein, Associate Director & Deputy Head of Technology die Fragen der jungen Studentinnen Pilar Zaschke und Michelle Huppertz. Besprochen werden dabei die Themen Berufseinstieg, internationale Ausrichtung als auch Diversität, insbesondere im Bereich Chancengleichheit von Männern und Frauen.

GPRA im Dialog

Straub & Straub: Zwischen PR und Journalismus

Bei der Hamburger Kommunikationsagentur Straub & Straub hat sich in letzter Zeit einiges geändert. Die Agentur konnte neue Großkunden gewinnen, die beiden Geschäftsführer Tina und Rüdiger Straub haben im Sommer 2018 Jahr geheiratet und zuletzt ist der Hamburger Hauptstandort vor erst einem Monat umgezogen. In den neuen Büroräumen haben Marie Fuhr und Laura Möller von campus relations der Agentur einen Besuch abgestattet.

Internes - aus der Redaktion

750. „PR-Journal“-Newsletter: Verlag und Redaktion sagen DANKE!

So, nun ist es geschafft: der 750. „PR-Journal“-Newsletter ist fertig und hat den Weg in Ihre Postfächer gefunden, liebe Leserinnen und Leser. Die Gefühle der Macherinnen und Macher aus Verlag und Redaktion schwanken zwischen Erleichterung, Stolz und Dankbarkeit: Erleichterung, weil es geschafft ist, Stolz, weil ein echter Meilenstein erreicht ist, und Dankbarkeit, weil wir aus Anlass unseres Jubiläums viel Anerkennung und Wertschätzung erfahren haben. Gerhard Pfeffer: „Die vielen Grüße und Glückwünsche, die uns über unseren Podcast, per Mail und eben auch in dieser Jubiläumsausgabe erreicht haben, freuen uns sehr. Im Namen des ganzen ‚PR-Journal‘-Teams sagen wir ganz herzlich Danke! Für uns ist es ein toller Moment, den wir in einer wegen der Corona-Krise für die PR-Branche schwierigen Situation dennoch genießen!“