Nach dem Master kommt der Trainee: Claudia Davies beginnt bei der IBB Berlin

Am 11. April wird in Stuttgart der Internationale Deutsche PR-Preis verliehen. Um „Data-driven PR – the next big thing?” soll es während des Tagesprogramms gehen. Mit diesem Thema hat sich Claudia Davies von der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz in ihrer Abschlussarbeit beschäftigt. Wie groß ist das Potenzial? Was sind die Herausforderungen im Umgang mit Big Data? Wo gibt es konkrete Anwendungen in der PR? In zwei Gastbeiträgen stellt Davies ihre Ergebnisse im „PR-Journal“ vor. Am 1. April startet Davies als Trainee in der Unternehmenskommunikation bei der Investitionsbank Berlin.

Die Bedeutung von Big Data, Algorithmen, und künstlicher Intelligenz beschäftigt aktuell nicht nur Wirtschaft und Politik, sondern lässt gerade für die Kommunikationsbranche eine tiefgreifende Transformation erwarten. Auch in der PR wird intensiv diskutiert und erprobt, wie das Potenzial von Daten – das „Öl des 21. Jahrhunderts“ – genutzt werden kann. Erste Studien deuten auf eine zurückhaltende Anwendung hin. Wieso werden die neuen Techniken noch nicht breit eingesetzt? Liegt es an (mangelnder) Expertise oder fehlender Phantasie? Alles nur eine Ressourcenfrage oder sind rechtliche und ethische Bedenken oder die DSGVO der Grund für die Zurückhaltung?

Zwar halten auch in der PR Big Data und Co. Einzug. Agenturen und Unternehmen leisten gerade echte Pionierarbeit, doch in der Breite sind die Technologien noch nicht angekommen. Im European Communication Monitor 2017 von Zerfaß et al gehörten für 22,8 Prozent der Befragten Big Data-Anwendungen und Algorithmen in der Kommunikation zu den wichtigsten strategischen Herausforderungen bis zum Jahr 2021. In der Umfrage unter 2096 Kommunikations-Mitarbeitern zeigte sich, dass das Thema durchaus auf der Agenda steht.

Doch gaben in einer Studie von Wiesenberg & Zerfaß von 2016 auch 45,1 Prozent der Befragten an, derzeit keine Big Data-Anwendungen im Einsatz zu haben. Da scheinen andere Bereiche schon etwas weiter, wie sich in automatisierter Texterstellung im Roboterjournalismus, Micro-Targeting in der Politik oder prädiktiven Analysen in der Medizin zeigt. Auch in der Kommunikationsforschung gibt es erste Pionierstudien. Für die Studie wurden in intensiven Interviews mit PR-Profis vier möglicherweise interessante diskutiert: Deskriptive/diagnostische Analysen, Automatisierungstools, Prädiktive Analysen und Microtargeting. Was ist also möglich?

Deskriptive und Diagnostische Analysen

Deskriptive Analysen liefern in erster Linie Informationen wie die Anzahl der „Likes“ eines Facebook-Posts. Das ist das Daily Business vieler PR-Profis. Diagnostische Analysen gehen einen Schritt weiter und ermöglichen die Analyse von Zusammenhängen. Hier sehen die Public-Relations-Experten besonders großes Potenzial und vermutlich sind die Tools inzwischen auch in vielen PR-Stübchen angekommen.

Das zeigt auch die Studie von Wiesenberg & Zerfaß. Dort gaben 60,7 Prozent der befragten Kommunikationsexperten an, Big Data und C0. für Erfolgsmessung und die Rechtfertigung eigener Aktivitäten im Nachhinein zu nutzen. Was macht man also damit?

Gelegenheiten sind beispielsweise im Social Media Monitoring angesiedelt. Quantitativ können Volumen und Reichweite gemessen werden. Qualitativ kann die Stimmung erfasst und können bestimmte Nachrichtenseiten, Blogs, Influencer und Prosumer identifiziert und gezielt adressiert werden. Unzufriedene Kunden lassen sich direkt ansprechen, um Reputationsverluste zu vermeiden und öffentlich zu zeigen, wie Kundenbeschwerden gelöst werden. So kann man mit Hilfe der Tools bei Kunden das Gefühl erzeugen, Teil der unternehmerischen Dienstleistungsentwicklung zu sein. Auch Opinion Mining scheint von Interesse zu sein und kann überaus nützlich bei der Evaluation von Kampagnen sein. Die Analysen können Risiken von Online-Kommunikationsstrategien identifizieren und als Warnsystem dienen. Allerdings können sie die identifizierten Risiken nicht selbst lösen.

Automatisierungstools

Automatisierung kann in ganz verschiedene Richtungen gehen. Zum einen ist da die Automatisierung der Inhalteerstellung. Inzwischen ist die Technologie so weit, dass computergenerierte und von Menschen geschriebene Texte von Rezipienten kaum unterschieden werden können. Allerdings scheint dies noch immer hauptsächlich für datenlastige und repetitive Themen geeignet und eher für den serviceorientierten als aufklärerischen Gebrauch. Das könnte zum Beispiel für die Finanzkommunikation durchaus interessant sein.

Jedoch hat die 2016 veröffentlichte Studie von Wiesenberg & Zerfaß gezeigt, dass teil- oder vollautomatisierte Inhalterstellung nicht besonders weit oben auf der Prioritätenliste von Kommunikationsexperten zu stehen scheint. Lediglich 25,6 Prozent der Befragten hielten diese Anwendungen für wichtig. Die Befragten PR-Profis lehnen allerdings mehrheitlich die Nutzung der Tools ab. Automatisierte Kommunikation in Form von Chatbots scheint auch noch nicht vollends angekommen zu sein. Und Social Bots können zwar theoretisch Inhalte streuen, doch sollten PR-Experten hier vorsichtig sein. Der Einsatz wird mehrheitlich abgelehnt.

Prädiktive Analysen

Vielversprechend sind außerdem prädiktive Analysen, mit denen sich Vorhersagen treffen lassen. Dabei handelt es sich weder um „Hexenwerk“, noch um einen Blick in die Glaskugel – mittels geeigneter Modelle und genügend Daten wird es viel mehr möglich sein, Vorhersagen zu Wahrscheinlichkeiten von zukünftigen Ereignissen zu treffen.

Zwar sind die Tools in der PR-Praxis derzeit noch selten, doch wird bereits an Lösungen gebastelt. Und auch in der Medizin, beispielsweise bei der Vorhersage über die Ausbreitung von Krankheiten durch Social Media-Daten, gibt es bereits erfolgreiche Versuche mit prädiktiven Analysen. Die Möglichkeiten dieser Tools sind vielfältig. Sie können als Frühindikator fungieren, zur Vorhersage von kommunikativen Entwicklungen, Shitstorms und künftigen Interessen, Bedürfnissen und Trendthemen. Insbesondere in der Krisenkommunikation wird es interessant. Es können zwar nur systemische und keine Störereignisse erfasst werden, doch bieten sich hier Möglichkeiten, Krisen rechtzeitig zu erkennen und so auch zeitnah kommunikativ entgegen zu steuern. Hier könnte sich in Zukunft ein wichtiger Markt entwickeln.

Microtargeting

Microtargeting bringt man vielleicht eher mit Donald Trump, Cambridge Analytica oder dem Brexit in Verbindung. Doch scheint es auch in der PR durchaus Anwendungsmöglichkeiten und Anwender zu geben. Insgesamt lassen sich damit Botschaften zielgerichtet distribuieren, Gruppen mobilisieren, Stakeholder managen oder Webdesign dynamisieren. Die Abwägung der Vor- und Nachteile, insbesondere in Bezug auf ethische Aspekte oder die vieldiskutierte DSGVO, scheint auch hier eine große Rolle für PR-Profis zu spielen.

Es zeigt sich also – Big Data, Algorithmen und PR? Das geht ganz gut zusammen. Die Tools sind so vielfältig wie ihre Einsatzmöglichkeiten und können eine große Stütze für den PR-Profi sein. Allerdings birgt der Einsatz auch einige Risiken und Schwächen, die die Vorstellung einer vollständigen Automatisierung von Routine-Aufgaben, die auch noch pünktlich, fehlerfrei und in kürzester Zeit erstellt werden – trüben.

Was es beim Einsatz von Big Data alles zu beachten gilt und wie das Fazit der Studie lautet, steht im zweiten Teil, der am 5. April erschienen ist..

Quellen:

* Wiesenberg, M. & Zerfaß, A. (2016). Big Data und Algorithmen. Empirische Studie zum Status quo in Deutschland und Europa. PR Magazin, 09/2016, 42–47.

* Zerfass, A., Moreno, A., Tench, R., Vercic, D. & Verhoeven, P. (2017). European Communication Monitor 2017. How strategic communication deals with the challenges of visualisation, social bots and hypermodernity. Results of a survey in 50 countries, EACD/EUPRERA, Quadriga Media Berlin.

Über die Autorin:

Claudia Davies hat Anfang 2019 ihren Master in Kommunikation an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz abgeschlossen. In ihrer Abschlussarbeit hat sie sich mit dem Potenzial und den Herausforderungen von Big Data und Co. für die PR-Branche beschäftigt. Gemeinsam mit ihrer Betreuerin – Junior-Professorin Dr. Leyla Dogruel – hat sie diesen Artikel über die Ergebnisse ihrer Arbeit verfasst. Weitere Infos: www.claudiadavies.de.


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Personalien

PR- und Marketing-Chefin Claudia Limmer verlässt Penguin Random House Verlagsgruppe

Limmer Claudia LinkedInClaudia Limmer (Foto © Bernd Hoppmann), Leiterin Marketing und Unternehmenskommunikation sowie Mitglied der Geschäftsleitung bei Penguin Random House, verlässt die Verlagsgruppe zum 15. Oktober. Eine Nachfolgeregelung wurde noch nicht getroffen. Vorrübergehend übernimmt CEO Thomas Rathnow in Zusammenarbeit mit weiteren Mitgliedern der Geschäftsleitung die Aufgaben von Claudia Limmer. Die Verantwortung für die Unternehmenskommunikation hatte sie bereits im November 2020 an Rebecca Prager abgegeben, die nun direkt an Thomas Rathnow berichtet.

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Etats

fischerAppelt präsentiert „Changemaker-Kampagne“ für LinkedIn

Mit einer groß angelegten Kampagne präsentiert fischerAppelt für LinkedIn die Zukunft der Arbeitswelt und fokussiert damit auf das neue Narrativ der Arbeit. Dabei werden mit den „LinkedIn Changemakern“ sieben Menschen in den Mittelpunkt gestellt, die mit ihren Ideen und Projekten echte Veränderung in der Arbeitswelt erreichen möchten. Dazu zählt unter anderem Selfapy-Mitgründerin Nora Blum, die mit ihrer App das erste erstattungsfähige Onlineangebot für mentale Gesundheit initiiert hat. Oder Stuart Bruce Cameron, der mit seiner UHLALA Group Arbeitgeber beim Aufbau einer LGBTQIA+-freundlichen Unternehmenskultur unterstützt.

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Agenturen

Finsbury Glover Hering und Sard Verbinnen & Co fusionieren

Führende Managementberatung für strategische Kommunikation entsteht

Finsbury Glover Hering (FGH) und Sard Verbinnen & Co (SVC) schließen sich zusammen, um das weltweit führende Unternehmen für strategische Kommunikation zu gründen. Die Fusion wird voraussichtlich im vierten Quartal 2021 abgeschlossen sein. Das dann verbundene Unternehmen wird ab 2022 unter einem neuen Namen firmieren. Im Fokus beider Unternehmen steht, Kunden bei der Bewältigung unternehmenskritischer Herausforderungen und strategischer Fragestellungen zu beraten und zu begleiten. FGH ist erst im Januar 2021 durch den Zusammenschluss von Finsbury, The Glover Park Group und Hering Schuppener entstanden. Die US-amerikanische Beratung SVC wurde 2020 von „Mergermarket“ zum vierten Mal in Folge zur Nummer 1 der globalen PR-Firmen nach Anzahl und Wert der begleiteten Transaktionen gekürt.

Unternehmen

In DAX Geschäftsberichten bleibt Gendern die Ausnahme

Piwinger Manfred quer grossWie halten es die DAX30-Unternehmen mit der Gender-Schreibweise? Finden sich Formulierungen wie „Mitarbeiter:innen“ oder „Mitarbeiter*innen“ in den Geschäftsberichten? Angesichts der hohen Reputation der DAX-Mitglieder – deren Kreis sich mittlerweile auf 40 erhöht hat – sollte man das erwarten. Mitnichten, sagt der Wuppertaler Publizist Manfred Piwinger (Foto), nachdem er die 2020er Geschäftsberichte der DAX30-Unternehmen gründlich untersucht hat. In stattlichen 24 der DAX-Geschäftsberichte wird auf die Gender-Schreibweise verzichtet. Mit einer pikanten Ausnahme: Geht es um die eigenen Vorstände, so scheint die geschlechterneutrale Differenzierung doch wichtig zu sein. Dazu Piwinger: „Selbst die 24 Gender vermeidenden Gesellschaften weichen in der Anrede ihrer Vorstandsvorsitzenden, also den Leuten mit der höchsten Autorität im Unternehmen, von ihren guten Vorsätzen ab und gendern unkoordiniert dahin.“

Verbände

Ausschreibung gestartet: Branchenverbände zeichnen Top-Wissenschaftskommunikation aus

Im Juni 2021 hatten sie es bereits angekündigt, jetzt folgen den Worten Taten: Die drei Verbände der Kommunikationsbranche DPRG (Deutsche Public Relations Gesellschaft), BdKom (Bundesverband der Kommunikatoren) und GPRA (Gesellschaft Public Relations Agenturen e. V.) haben den Preis „Forschungssprecherinnen und -sprecher des Jahres 2021“ ausgeschrieben. In Fortführung der Arbeit des Wissenschaftsjournalisten Reiner Korbmann, der den Preis in den vergangenen zwölf Jahren in Eigeninitiative betrieben hat, fiel jetzt der Startschuss für die Neuauflage des Preises in neuer Trägerschaft. Das Voting für den Hauptpreis, zu dem mehr als 1.000 Journalistinnen und Journalisten eingeladen wurden, läuft noch bis zum 20. Oktober. Die Abstimmung für den Publikumspreis endet am 24. Oktober. Die Verleihung der Preise wird im Rahmen des Wissenschaftskongresses WISSENSWERTE am 29. November in Freiburg erfolgen.

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Medien

Alina Bähr übernimmt Chefredaktion von „Bunte.de“

Alina Bähr (34) wird neue Chefredakteurin von „Bunte.de“. Bähr verantwortet ab dem 15. Oktober 2021 die Weiterentwicklung des unter dem Dach des digitalen Publishers BurdaForward beheimateten People-Portals. Die gebürtige Berlinerin war davor bereits in verschiedenen Funktionen für BurdaForward tätig, unter anderem als stellvertretende Nachrichtenchefin und als Head of Entertainment von „Focus Online“. Neben der inhaltlichen Verantwortung für „Bunte.de“ wird Bähr zusammen mit Isabella Kurth das Brand Management der Marke verantworten. Veränderungen gibt es auch in der Printredaktion der "Bunten".

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PRSH e.V. wählt neuen Vorstand

Die Public Relations Studierenden Hannover e.V. (PRSH) haben einen neuen Vorstand gewählt. Auch in diesem Jahr fand die Jahreshauptversammlung digital statt. Zum ersten Mal wurde zusätzlich zum Vorstandsteam eine Kassenprüferin gewählt. Diese Rolle übernimmt für das folgende Geschäftsjahr Prof. Dr. Annika Schach, Professorin für Angewandte Public Relations an der Hochschule Hannover.

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Die Langzeitstudie des „Ersten Arbeitskreises Social Media in der B2B-Kommunikation“ wertet im elften Jahr die wesentlichen Daten zur Social-Media-Nutzung von Schlüsselbranchen und -unternehmen aus. Damit soll für B2B-Unternehmen erneut eine Planungs- und Entscheidungshilfe geschaffen werden, die als wesentliche Komponente Strategien und Budgets vorausschauend unterstützen kann. Die Umfrage ist noch bis zum 15. August geöffnet. Teilnehmerinnen und Teilnehmer benötigen rund 15 Minuten, um die Fragen zu beantworten. Unter diesem Link auf Surveymonkey geht es direkt zum Fragebogen. Nach der Auswertung sind die Studienergebnisse ab dem 11. Oktober auf der Website des Arbeitskreises abrufbar.

Das PR-Interview

Streitgespräch: Daten in der PR – unerlässlich oder überbewertet?

Für die einen sind Daten in der PR der neueste Trend. Ohne Daten könne die PR nicht professionell arbeiten und schon gar nicht im Wettbewerb gegen Marketing und Werbung bestehen. Andere halten den Datenhype für deutlich übertrieben: Analysen helfen, sind aber kein Allheilmittel und sollten nicht überbewertet werden. Es komme auch auf andere – qualitative – Erfolgsfaktoren an.  Zu der Datennutzung in der PR streiten Klaus Treichel, bis Ende 2020 Chef der ABB-Unternehmenskommunikation in Deutschland und Jörg Forthmann, Geschäftsführer des Instituts für Management und Wirtschaftsforschung (IMWF), Hamburg.

Autoren-Beiträge

Autorinnenbeitrag: Agentur, Start-up oder Konzern – was darf’s sein?

Leitfragen für Unentschlossene

Wer frisch von der Uni den Einstieg in die PR sucht, sieht sich heute einer ganzen Flut an möglichen Tätigkeitsfeldern und potenziellen Arbeitgebern gegenüber. Denn in einer Welt, in der Komplexität, Innovationsdruck und Vernetzung zunehmen, wird Kommunikation immer mehr zum Erfolgsfaktor. Gute Nachrichten für heutige Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger! Dann gilt es nur noch den „richtigen“ Job zu finden. Dabei dominieren leider nicht allzu selten Klischees die Jobsuche: ob über Agenturmenschen, Konzernkinder oder Start-up Raketen – auch wenn sich manch eines davon im Alltag bestätigt, versperren sie den Blick auf die eigentlich wichtigen Kriterien, die den Ausschlag bei der Jobwahl geben sollten. Dazu vier Leitfragen, die sich (angehende) PR-Profis in den ersten Berufsjahren stellen sollten.

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Rezensionen

Rezension: Führungsverhalten in Organisationen – Kultur der Angst hat ausgedient

Die angstfreie Organisation Buchcover Amy EdmondsonWas ist besser, geliebt oder gefürchtet zu werden? So fragte einst Machiavelli, dessen, in der Renaissance formulierten, Ansichten über den wirkungsvoll regierenden Fürsten bekanntlich auch aktuell einen Platz in der Management-Lehre und im Seminargeschäft finden. Folgt man den Forschungen von Amy Edmondson, dann wird diese Frage heute noch in vielen Unternehmen und Organisationen so beantwortet, dass eher eine Atmosphäre von Führung und Motivation durch permanenten Druck erzeugt wird. Mit der Folge verbreiteter Angst. Das hat ernste Folgen. Abweichende Meinungen werden nicht geäußert. Verbesserungsvorschläge unterbleiben. Kritik wird für sich behalten. Wie zielführend eine solche Führungskultur ist, hat Amy Edmondson untersucht. Schließlich hat sie, das sagt schon der Untertitel des rezensierten Werks, ein eigenes Konzept vorgelegt, „wie Sie psychologische Sicherheit am Arbeitsplatz für mehr Entwicklung, Lernen und Innovation schaffen“.

Der Sprach-Optimist

Vor-Sondierungen? Wie Du wollen.

Wie machen sich Habeck, Laschet, Baerbock, Scholz und Co. rhetorisch? Unser Sprach-Optimist Murtaza Akbar (Foto) widmet sich dafür seinem Kerngeschäft der Wortwahl, Kommunikation und Rhetorik – und hat deshalb nicht nur die Bundestagswahl verfolgt, sondern vor allem die Vor-Sondierungen danach oder sind es doch schon Nach-Sondierungen vor den Verhandlungen. Klingt verworren. Deshalb ist es Zeit, das mal sauber zu entwirren, damit der Kanzler an den Start gehen kann. Wer das sein könnte, wer von den Politikern wie ein Lehrer spricht und warum die Kolumne mit einer Tankstelle losgeht, das erfahren Sie hier und jetzt.

Kommentare

KKongress21: Eine Branche übt sich in Selbstreflexion

Der Kommunikationskongress 2021 ist vorüber. Das zweite Coronajahr in Folge und die Endphase des Bundestagswahlkampf setzten die Rahmenthemen für ein Branchenevent, dem der Veranstalter das Motto „Aufbrechen“ gegeben hatte. So wurde auch viel über das „Aufbrechen“ von Denkstrukturen und Verhaltensmustern einerseits und „Aufbrüchen“ zu neuen Ufern andererseits gesprochen. Wie haben das die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das vor Ort wahrgenommen? Klaus Treichel, Experte für Integrierte Kommunikation und Nachhaltigkeits-Kommunikation und zuletzt viele Jahre als Head of Corporate Communications bei der ABB AG tätig, schildert hier seine persönlichen Eindrücke von den Vorträgen und den Gesprächen am Rande. Für ihn offenbarte sich vielfach „ein tiefer Blick in die Seele der Kommunikationsmanager“.

Leserkommentare

Leserbrief zur Studie über Wahlkampfumfragen

Boeddicker Jonas Student WeimarDer ehemalige SPD-Vorsitzende und Außenminister Sigmar Gabriel würde Wahlumfragen am liebsten in den letzten vier Wochen vor einer Wahl verbieten. Überhaupt nichts von einem Verbot hält Professor Frank Brettschneider, Kommunikationswissenschaftler an der Universität Hohenheim in Stuttgart. Als Ergebnis seiner Studie zur Berichterstattung über Wahlumfragen fordert er eine Qualitäts-Diskussion. („PR-Journal“, 14. September 2021) Auch Jonas Böddicker (Foto), Student der Medienkultur an der Bauhaus-Universität Weimar und Mitglied der Initiative "eject - Zeitschrift für Medienkultur", fordert in seinem Leserkommentar eine kritische Debatte über Wahlumfragen.

PR-Historie

Unternehmensgeschichte: Bevölkerung erwartet Selbstkritik bei Fehlern und Krisen

Neues Forschungszentrum startet mit Tagung am 23. September

Ob NS-Vergangenheit oder Managementfehler: Mehr als zwei Drittel der Menschen in Deutschland erwarten von Traditionsunternehmen, dass sie Verantwortung für die eigene Geschichte übernehmen (69 %) – und darüber öffentlich kommunizieren (68 %). Das geht aus einer bevölkerungsrepräsentativen Studie der Hochschule Pforzheim unter 1.004 Befragten hervor. Die Untersuchung ist eines der ersten Ergebnisse des neuen Center for History and Corporate Communication, an dem die Hochschule Pforzheim und die Universität Leipzig beteiligt sind. Es vereint Grundlagenforschung zur Geschichte des Kommunikationsberufsfelds und zu Unternehmensgeschichte als Gegenstand professioneller Kommunikation.

Studien

Marktstudie vom Software-Startup aclipp identifiziert spannende Trends für PR-Branche

Welche Trends beschäftigen die Branche? Podcast, Influencer, Kurzvideos – welche Formate bergen das größte Potenzial für die PR? Auf was kommt es bei der PR-Arbeit wirklich an? In der Marktstudie "Zukunft der PR: Wie wird sich die PR-Branche in den kommenden Jahren verändern?" beleuchtet das Software-Startup aclipp aus Ingolstadt zusammen mit dem Medienbeobachter Landau Media die Thematik aus Sicht der PR-Managerinnen und -Manager. Dazu nahmen mehr als 200 PR-Fachfrauen und -Fachmänner aus der gesamten DACH-Region an einer Online-Umfrage teil. Die Untersuchung zeigt auf, wie Kommunikatoren derzeit arbeiten, welche Trends auf die Branche zukommen und wie PR-Arbeit weiter erfolgreich sein kann.

Aus- und Weiterbildung

Vierteilige Webinarreihe der Bildbeschaffer

Die Bildbeschaffer LogoDie Bildbeschaffer, eine Hamburger Agentur, die auf Bildeinkauf, Recherchen, Rechteklärung, Verwaltung und dazugehörige Dienstleistungen und Seminare spezialisiert ist, lädt im November ein zu einer vierteiligen Webinarreihe. Es geht um Bildrechte (16.11.), Personen und Marken (18.11.), Bildquellen (23.11.) und Die Technik dahinter (25.11.). In den vier 90-minütigen Sessions, Beginn jeweils um 9:30 Uhr, zeigen Die Bildbeschaffer, wie man in Sachen Bildern handlungsfähig wird, erklären, welche Lizenz, welche Bildagentur die richtige für das jeweilige Projekt ist, und dass man Personen auf Bildern im Einzelfall auch ohne schriftliche Freigabe zeigen kann.

Jobprofile

Was macht eigentlich eine Digital-Strategin bei FleishmanHillard?

Unternehmen, die heute ohne ganzheitliche Kommunikationsstrategie oder mit einem hemdsärmeligen Digital-Ansatz an Kunden herantreten, haben erhebliche Wettbewerbsnachteile. Denn professionelle Kommunikator/-innen holen sich längst die Expertise von Digital-Strateg/-innen hinzu, um ihre Prozesse und Vorgehensweisen zu durchleuchten und zu optimieren. Auch bei FleishmanHillard in Deutschland ist das ein weiter wachsender, wichtiger Bereich.

Seminarkalender

Seminarkalender 2021

Seminare, Tagungen, Workshops und Webinare. Der „PR-Journal“-Seminarkalender 2021 gibt Ausblick auf relevante Fort- und Weiterbildungsangebote der kommenden Monate. Unsere kompakte Auflistung für Kommunikationsfachleute in Agenturen, Unternehmen und Verbänden erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit - kündigen Sie neue (auch rein digitale) Seminare jederzeit gern an bei Paula Slomian: slomian@pr-journal.de.  

Online-Seminar: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für KMU
MW Media Workshop GmbH
18. Oktober 2021
590,00 Euro zzgl. MwSt.
Zur Anmeldung geht es unter diesem Link.

Webinar: Influencer Marketing
MW Media Workshop GmbH
18. Oktober 2021
450,00 Euro zzgl. MwSt.
Zur Anmeldung geht es unter diesem Link.

Preise und Awards

Marken-Award 2021: Die Sieger stehen fest

PRJournal Markenaward 2021Zum 21. Mal haben die absatzwirtschaft und der Deutsche Marketing Verband (DMV) den Marken-Award vergeben. Die Gewinner wurden am Abend des 24. August im Rahmen eines Live-Stream-Events ausgezeichnet. Zuschauerinnen und Zuschauer konnten die Preisverleihung samt Rahmenprogramm per Live-Stream verfolgen. Durch den Abend führte als Moderator Frank Dopheide, Geschäftsführer der Purpose-Agentur Human Unlimited. Insgesamt bewarben sich 27 Unternehmen in verschiedenen Kategorien.

PR-Check-in für Start-ups

Fünf Gründe, warum Start-up-Storys in Medien kommen

Während Unternehmen eigene Kommunikations-Teams beschäftigen, fehlt es Start-ups oft an PR-basics, um zu verstehen wie Journalisten und Medien ticken. Umso weiter ist daher der Weg zum eigenen Pressebericht. In seiner Kolumne zeigt der gelernte Journalist und Kommunikator Daniel Rottinger Gründern und Gründerinnen, worauf es ankommt. Für ihn sind das Timing, die Nachrichten-Lage, der Themenwettbewerb, der Medien-Fit und die Kapazitätsfrage fünf wichtige Erfolgsfaktoren:

Tipps & Lesehinweise

Lesehinweis: Krisenexperte Roselieb kritisiert das Krisenmanagement an der Ahr

Roselieb Frank Krisennavigator kleinFrank Roselieb (Foto), geschäftsführender Direktor des Krisennavigator – Institut für Krisenforschung, ein Spin-Off der Universität Kiel, ist in der PR- und Kommunikationsbranche bekannt als Krisenexperte. Er ist Veranstalter des jährlichen Krisenkommunikationsgipfels. Roselieb hat sich nun im Nachgang zur Hochwasserkatastrophe an Ahr und Erft zu Wort gemeldet und das Krisenmanagement kritisiert. Gegenüber der „Rhein-Zeitung“ hat Roselieb gesagt: „Viele Opfer hätten verhindert werden können.“ Seiner Auffassung nach hat der Krisenstab in Ahrweiler in der Nacht der Flutkatastrophe vom 14. auf den 15. Juli offenbar viel zu spät reagiert. Als Verantwortlichen für die viel zu späte Warnung an die Bevölkerung hat Krisenexperte Roselieb Landrat Jürgen Pföhler (CDU) ausgemacht. Auch der „Spiegel“ hat das Thema aufgegriffen.

Whitepaper

Neues Whitepaper zum Thema Basiswissen Bild von picture alliance

Jede Story braucht aussagekräftige Bilder, um in der immer visueller werdenden medialen Welt wahrgenommen zu werden. Bilder vermitteln Informationen einfach und schnell. Egal ob in einer groß angelegten Kampagne, auf sozialen Medien wie Instagram, im Magazin oder auf der eigenen Homepage, Bilder sind aus der Kommunikation nicht wegzudenken. Doch was es dafür braucht, dass ein Bild die bestmögliche Wirkung entfaltet oder wann und in welchem Zusammenhang ein Bild rechtssicher eingesetzt werden kann, darüber herrscht oftmals Unsicherheit. Die dpa-Tochter picture alliance gibt in ihrem Whitepaper "Basiswissen Bild" einen Überblick über die Grundlagen der Bildnutzung.

Termine

„PR Report“-Camp: Top-Profis beraten junge Leute beim Einstieg in die PR

PR ReportCamp Logo 2021Jetzt die nötigen Informationen einholen, um die richtigen Weichen für den Karrierestart zu stellen – die Möglichkeit bietet auch in diesem Jahr wieder das „PR Report“-Camp. Zahlreiche Profis aus Unternehmen und Agenturen stehen vom 2. bis zum 5. November bereit, um junge Menschen bei ihrem Berufseinstieg in die PR beraten. Was wird von mir in der PR erwartet? Was kann ich erwarten? Das sind zwei der zentralen Fragen, die beim diesjährigen Camp beantwortet werden sollen. Nach 2020 wird das Camp auch in diesem Jahr wieder digital durchgeführt. Erwartet werden viele junge Leute, die am Ende ihres Studiums stehen, und Young Professionals, die bereits erste Berufserfahrungen haben.

STAMM Medien-News

Stamm Medien-Newsletter Oktober 2021

Der Stamm-Verlag in Essen dokumentiert seit 1947 als einziger deutscher Verlag komplett alle Medien (derzeit zirka 24.000) in Deutschland (Print / Zeitungen + Zeitschriften, Rundfunk / Radio + Fernsehen, Online (seit 2003)). Im September 2021 wurden 2.014 Medien aktualisiert, im letzten Quartal waren es insgesamt 8.415 Medien. Der monatliche „Stamm Medien-Newsletter“ informiert über aktuelle Änderungen in der deutschsprachigen Medienlandschaft (Deutschland, Österreich, Schweiz). Mit freundlicher Genehmigung folgen hier einige Meldungen:

Unternehmens-PR im Dialog

Vertrauen, Verantwortung und Gemeinschaft – die Grundfeste von WestLotto

„Lotto ist die größte Millionärsmaschine, die es in unserer Gesellschaft gibt. Alle zweieinhalb Tage wird in Deutschland jemand Lotto-Millionär; alle neun Stunden zahlen wir von WestLotto einen Betrag von Zehntausend Euro und mehr an einen Bürger in NRW aus“, berichtet Axel Weber, Pressesprecher der Westdeutsche Lotterie mit Sitz in Münster. Dabei wird WestLotto von vielen Bürgerinnen und Bürgern nicht als Glücksspiel gesehen. Doch ist das wirklich so? Was zeichnet die Lottogesellschaft als Unternehmen aus? Die Studierenden der PR-Initiative campus relations haben nachgefragt.

Kreativ-Cases

Case-Study: Hörgesundheit für alle!

Hören verbindet Menschen, lässt uns Musik und die Geräusche der Natur genießen und sorgt dafür, dass wir sicher durch unsere Umgebung navigieren. Die Relevanz und Fragilität des Hörsinns ist vielen Menschen nicht bewusst: Rund sechs Millionen Deutsche haben nach eigenen Angaben einen beeinträchtigenden Hörverlust, aber nur jeder Dritte lässt diesen audiologisch versorgen. Im Umkehrschluss nehmen fast vier Millionen Menschen gesundheitliche Risiken und Einschränkungen in Kauf. Aber wie kann man die breite Öffentlichkeit für das Thema Hörgesundheit gewinnen? Ein spannender Auftrag, den die Agentur Fink & Fuchs für den Bundesverband der Hörsysteme-Industrie (BVHI) immer stärker vorantreibt.

Agenturen im Dialog

Hill+Knowlton Strategies setzt auf Nachwuchs und Diversität

Eine Agentur, viele Talente. Ein Grundsatz, mit dem sich die internationale Netzwerkagentur Hill+Knowlton Strategies identifiziert. Gerade Frauen und junge Berufseinsteiger und Berufseinsteigerinnen sind die Talente, die bei der zukunftsorientierten Agentur im Fokus stehen. Wichtig ist Hill+Knowlton auch die internationale Arbeit, denn Talente gibt es überall auf der Welt.

Im Interview mit der studentischen Initiative kommoguntia e.V. beantworten Catherine Dächert-Tessier, CFO von Hill+Knowlton Strategies in Deutschland, Miriam Holbe, Managing Director & Head of Marketing Communications, sowie Anja Klein, Associate Director & Deputy Head of Technology die Fragen der jungen Studentinnen Pilar Zaschke und Michelle Huppertz. Besprochen werden dabei die Themen Berufseinstieg, internationale Ausrichtung als auch Diversität, insbesondere im Bereich Chancengleichheit von Männern und Frauen.

GPRA im Dialog

Straub & Straub: Zwischen PR und Journalismus

Bei der Hamburger Kommunikationsagentur Straub & Straub hat sich in letzter Zeit einiges geändert. Die Agentur konnte neue Großkunden gewinnen, die beiden Geschäftsführer Tina und Rüdiger Straub haben im Sommer 2018 Jahr geheiratet und zuletzt ist der Hamburger Hauptstandort vor erst einem Monat umgezogen. In den neuen Büroräumen haben Marie Fuhr und Laura Möller von campus relations der Agentur einen Besuch abgestattet.

Internes - aus der Redaktion

750. „PR-Journal“-Newsletter: Verlag und Redaktion sagen DANKE!

So, nun ist es geschafft: der 750. „PR-Journal“-Newsletter ist fertig und hat den Weg in Ihre Postfächer gefunden, liebe Leserinnen und Leser. Die Gefühle der Macherinnen und Macher aus Verlag und Redaktion schwanken zwischen Erleichterung, Stolz und Dankbarkeit: Erleichterung, weil es geschafft ist, Stolz, weil ein echter Meilenstein erreicht ist, und Dankbarkeit, weil wir aus Anlass unseres Jubiläums viel Anerkennung und Wertschätzung erfahren haben. Gerhard Pfeffer: „Die vielen Grüße und Glückwünsche, die uns über unseren Podcast, per Mail und eben auch in dieser Jubiläumsausgabe erreicht haben, freuen uns sehr. Im Namen des ganzen ‚PR-Journal‘-Teams sagen wir ganz herzlich Danke! Für uns ist es ein toller Moment, den wir in einer wegen der Corona-Krise für die PR-Branche schwierigen Situation dennoch genießen!“