Die Top-10 im Investor Relations Benchmark 2022 von NetFed. (Quelle: IR Benchmark 2022 von NetFed)

Investment im Krisenmodus – was bedeutet das für die digitale Finanzkommunikation? Der IR-Benchmark 2022 der Kölner Digitalagentur NetFederation zeigt: Die IR-Webseiten der 50 größten deutschen Konzerne machen – peu à peu – ihre Hausaufgaben. Sie reagieren vor allem mit Transparenz und optimierter Selbstdarstellung auf aktuelle Herausforderungen. Gleich drei Aufsteiger machen große Sprünge: Covestro schafft es von Platz 23 auf Platz 10. ThyssenKrupp klettert fast 20 Plätze nach oben – von 26 auf 7. Und der Sieger des diesjährigen Rankings: Die IR-Webseite von Fresenius springt von Platz 24 auf Platz 1, gefolgt von BASF auf Platz 2 und Merck auf Platz 3.

Investor Relations pflegen und eine umfassende und zeitgemäße Digitalkommunikation gestalten: angesichts aktueller Krisenszenarien und einer neuen Investmentgeneration mit steigenden Ansprüchen ist das eine wachsende Herausforderung. Die Studie von NetFederation zeigt: Immer mehr Unternehmen nutzen ein einfaches und wirksames Mittel, um Investments dauerhaft attraktiv zu machen: Sie geben einen transparenten und klar kommunizierten Einblick in Wertschöpfungs- und Lieferketten.

Der IR Benchmark der Digitalagentur und Unternehmensberatung NetFed analysiert den Digitalisierungsgrad und die Veränderungen in der digitalen Finanzkommunikation im Vergleich zum Vorjahr und zeigt, welche Trends sich abzeichnen. In diesem Jahr wird deutlich: Die Investor Relations werden insgesamt transparenter und öffnen sich aktuellen Trend-Themen. Digitalisierung und Nachhaltigkeit haben sich einen festen Platz in der digitalen Finanzkommunikation erobert. Thorsten Greiten, Geschäftsführer von NetFederation, betont in diesem Zusammenhang die Relevanz der Haltung: “Wertebasierte Finanzkommunikation – das ist ein Thema, das die Investor Relations auch in Zukunft beschäftigen wird, vor allem in Bezug auf die Unternehmenskultur. Wer investieren möchte, will auch Einblick in die Innenwelt des Unternehmens gewinnen.”

Was erwarten Investorinnen und Investoren noch von einem guten IR-Auftritt? Sie interessieren sich nicht nur für die transparente Darstellung von Wertschöpfungsketten. Sie brauchen Service-Informationen, zum Beispiel Ratgeber-Content im Video- oder Audio-Format. Sie suchen Informationen rund um die digitale Hauptversammlung des Unternehmens, sie möchten sich Fachbegriffe aus der Finanzwelt über ein Glossar erschließen oder sich Informationen aus der IR-Seite einfach herunterladen. Wenn ihnen bei dieser Suche beispielsweise ein Chatbot dienlich sein kann, dann ist das eine Win-Win-Situation. Interessierte gelangen schnell zum Wunschthema, die IR-Abteilung wird entlastet, da einfache Anfragen nicht mehr nach menschlichen Ressourcen verlangen.

Auch einem solchen Service-Tool öffnen sich die IR-Abteilungen langsam. NetFed beobachtet, dass Dialogtools allmählich Fuß fassen in der Finanzkommunikation. Im Bereich „Service & Usability“ hat sich im Vergleich zum letzten Jahr wenig bewegt. Der Benchmark zeigt: Es gibt mehr Newsletter und mehr IR-relevante Podcasts. Insgesamt zeigt sich ein gleichmäßig verhaltener Fortschritt, vor allem die Top-Unternehmen aus dem Vorjahr erzielen deutlich mehr Punkte in allen Kategorien.

Die Devise: „Digital First“ hat sich bislang allerdings nicht durchgesetzt. Greiten betont: “Die Aufmerksamkeitsspannen sinken immer weiter! Wer den wachsenden jungen Anleger-Nachwuchs als Zielgruppe ansprechen möchte, sollte nicht im DIN A4-Format denken, sondern sämtliche Inhalte für eine attraktive digitale Aufbereitung konzipieren.” Die „Generation Aktie“ informiere sich weniger über traditionelle Medien als vielmehr über Videos, Blogs und Podcasts, zum Beispiel auf YouTube, Instagram oder über Investment-Apps.

Der Benchmark mit dem Ranking aller untersuchten Unternehmen und weiteren Detailergebnissen findet sich hier auf der Website von NetFed.


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