Das CEO-Echo zeigt, dass die Zahl der Erwähnungen der DAX- und MDAX-Chefs in den digitalen und sozialen Medien nach einem Hoch im September im Oktober wieder abgefallen ist.

Die Sichtbarkeit von Deutschlands DAX- und MDAX-Chefs im Netz nimmt ab. Die Vorstandsvorsitzenden erzielten im Oktober dieses Jahres 20 Prozent weniger Erwähnungen auf Websites, in Foren und sozialen Netzwerken als im Schnitt der vorherigen Monate. Die Interaktionen der Leser mit den Inhalten (zum Beispiel Likes oder Kommentare) tendieren sogar gegen null (-92 Prozent). Das geht aus dem aktuellen CEO-Echo der Berliner Strategieberatung .companion hervor, die nach eigenen Angaben durch einen KI-basierten Kennzahl-Bot vollautomatisch die Sichtbarkeit der Topmanager in fünf Kategorien ermittelt.

Dafür werden jeden Monat mithilfe des Monitoring-Tools Meltwater weltweit alle öffentlich zugänglichen Medieninhalte in deutscher und englischer Sprache analysiert (52 Prozent Online-Artikel und 48 Prozent Social-Media-Beiträge).

In der Mehrheit der Fälle (57 Prozent) wurden DAX- beziehungsweise MDAX-Chefs in einem inhaltlichen Kontext genannt, der sich aus Sicht von Kommunikationsexperten eignet, um Themen zu setzen und die Reputation des Unternehmens positiv zu beeinflussen. Die übrigen Nennungen (43 Prozent) hatten einen Zusammenhang mit Finanznachrichten. Insgesamt hatte das Medienecho eine sehr starke Tonalität mit ähnlich vielen positiven wie negativen Erwähnungen.

Wirtschaftliches Umfeld bietet kaum Möglichkeiten zur Profilierung

"Das wirtschaftliche Umfeld für Deutschlands DAX- und MDAX-Chefs bietet immer weniger Möglichkeiten, sich in der Öffentlichkeit zu profilieren. Folglich sinkt ihre Sichtbarkeit in digitalen und sozialen Medien wie auch schon zuletzt im August", sagt Justus Hug, Geschäftsführer bei .companion. "Dass die Leseraktivierung inzwischen gegen null läuft, sollte ein Warnschuss für die Kommunikatoren sein. Mit welchen Themen die CEOs künftig besser abschneiden können, lässt sich zum Beispiel mit einer fundierten Datenanalyse herausfinden."

Kasper Rorsted (Adidas) dominiert zwölf Prozent des gesamten CEO-Echos

Welchen Anteil ein DAX- bzw. MDAX-Chef am gesamten CEO-Echo hat, zeigt der CEO-Fußabdruck. Der im Dezember ausscheidende Kasper Rorsted (Adidas) bleibt weiterhin im medialen Fokus. Im Oktober 2022 erzielte der Topmanager laut .companion-Kennzahl-Bot einen Share of Voice von zwölf Prozent. Damit hat der scheidende Adidas-Chef die größte mediale Aufmerksamkeit aller Vorstände im Oktober bekommen.

Auf Platz zwei und drei folgen ihm Oliver Zipse (BMW) mit zwölf Prozent sowie Oliver Blume (Volkswagen) mit zehn Prozent Anteil an allen Nennungen. Rorsteds Echo fand zu 57 Prozent nicht im Finanz-Kontext statt und eignete sich damit nur mittelmäßig zum Setzen von Themen und Inhalten. Das Echo des Adidas-Chefs stammte zu 38 Prozent aus redaktionellen Medien, zu 62 Prozent aus Social Media. Inhalte, die Rorsted nannten, erzeugten 31 Interaktionen pro Erwähnung. Das entspricht einer sehr starken Leseraktivierung (Platz 3 aller CEOs). In Summe zeigten die inhaltlichen Nennungen von Kasper Rorsted eine starke Tonalität, die deutlich häufiger negativ als positiv war. Von einer entsprechenden Imagewirkung ist auszugehen.

In den weiteren Kategorien Communication Excellence, Social Excellence, Responsibility Excellence und Investor Excellence setzten sich Kasper Rorsted (Adidas), Christian Sewing (Deutsche Bank), Mathias Döpfner (Springer) und Ralph Dommermuth (United Internet) durch.

Alle Werte des Excellence-Index beruhen auf drei Kriterien: Wie oft der jeweilige CEO in einem bestimmten Kontext erwähnt wird, wie viele dieser Erwähnungen positiv waren und wie viele Engagements diese Beiträge und Artikel erhielten. Es ist zwar notwendig, einen überdurchschnittlichen Anteil an Erwähnungen in der jeweiligen Kategorie zu haben, aber es ist dennoch möglich, in einem bestimmten Index hoch zu punkten, obwohl eines der Unterkriterien eher unterdurchschnittliche Ergebnisse erzielt.

Die Top-5-Listen für Oktober in den fünf Kategorien:

Top 5 Digital Footprint

  1. Kasper Rorsted (Adidas)
  2. Oliver Zipse (BMW)
  3. Oliver Blume (Volkswagen)
  4. Carsten Spohr (Lufthansa)
  5. Guillaume Faury (Airbus)

Top 5 Communication Excellence

  1. Kasper Rorsted (Adidas)
  2. Oliver Blume (Volkswagen)
  3. Christian Sewing (Deutsche Bank)
  4. Carsten Spohr (Lufthansa)
  5. Jochen Weyrauch (Dürr)

Top 5 Social Excellence

  1. Christian Sewing (Deutsche Bank)
  2. Oliver Bäte (Allianz)
  3. Markus Krebber (RWE)
  4. Carsten Knobel (Henkel)
  5. Rob Smith (Kion)

Top 5 Responsibility Excellence

  1. Dr. Mathias Döpfner (Springer)
  2. Jochen Weyrauch (Dürr)
  3. Stefan Schulte (Fraport)
  4. Markus Krebber (RWE)
  5. Christian Kullmann (Evonik)

Top 5 Investor Excellence

  1. Ralph Dommermuth (United Internet)
  2. Dr. Mathias Döpfner (Springer)
  3. Vincent Warnery (Beiersdorf)
  4. Stefan Dräger (Drägerwerk)
  5. Steffen Greubel (Metro)

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