Siemens-Chef Joe Kaeser. (© Siemens)

Siemens-Chef Joe Kaeser belegt im CEO-Reputationsindex des Wirtschaftsforschungsinstituts Dr. Doeblin im Juni 2019 den ersten Rang. Der CEO-Reputationsindex wird in einer halbjährlichen Umfrage bei Wirtschaftsjournalisten aus den Einstufungen aller Dax-CEOs bei den Indikatoren „Kompetenz und Persönlichkeit“, „Strategischer Weitblick“, „Offener Umgang mit den Medien“ und „Sympathie“ gebildet. Kaeser tritt damit die Nachfolge des nicht mehr amtierenden Dieter Zetsche, Daimler, an, der jahrelang unangefochten die Spitzenposition innehielt. In der Umfrage vom Dezember 2018 nahm Kaeser im CEO-Reputationsindex noch den dritten Rang ein. 

Die Journalisten schätzen an Kaeser vor allem „Kompetenz und Persönlichkeit“ sowie den „Strategischen Weitblick“. Er gilt – in den Worten der Journalisten – als „Visionär“, der „in größerem Zusammenhang denkt“ und Siemens auf „zukunftsträchtige Geschäftsfelder“ lenkt. Er „mischt sich als Wirtschaftsführer auch politisch ein und nimmt damit eine gesellschaftliche Verantwortung wahr.“

Auf dem zweiten Rang folgt Carsten Spohr von der Lufthansa, der seinen mehrjährigen ununterbrochenen Aufstieg im Index bestätigen kann. Die Journalisten beeindruckt, dass er „die Airline auf komfortabler Flughöhe“ hält und „Krisensituationen immer sehr gut gemeistert“ hat. Er gilt als „echter Lufthanseat“, der sein Metier im Unternehmen „von der Pike auf“ erlernte.

Knapp hinter Spohr positioniert ist BMW-CEO Harald Krüger. Zum Zeitpunkt der Umfrage in der ersten Juni-Hälfte war der medialen Öffentlichkeit sein baldiger Abschied noch nicht als Faktum bekannt, wenngleich erste Vermutungen kursierten. Die Journalisten loben ihn für seine Offenheit auch bei „unangenehmen Fragen“ und seine Bereitschaft, „auch mal Schwächen“ einzugestehen: „Er weckt Sympathie“. Manche Journalisten kreiden ihm allerdings „Zögerlichkeit“ beim Umbau von BMW an. 

Vorschusslorbeeren verteilten die Journalisten an den Zetsche-Nachfolger bei Daimler, Ola Källenius. Er punktet vor allem bei den Indikatoren „Sympathie“ sowie „Kompetenz und Persönlichkeit“, aber noch wenig beim „Strategischen Weitblick“. Die Journalisten sind gespannt auf eine „interessante Persönlichkeit“, die „endlich frischen Wind“ in den Stuttgarter Autobauer bringe. Den Journalisten ist bewusst, dass er „als Nachfolger von Zetsche ein sehr dickes Brett zu bohren“ hat.

Die rote Laterne im CEO-Reputationsindex nimmt Bayer-Chef Werner Baumann ein. Studienleiter Jürgen Doeblin: „Seinen Absturz von Rang 17 im Juni 2018, Rang 18 im Dezember 2018 auf Rang 30 im Juni 2019 verdankt Baumann der Entscheidung für die Monsanto-Übernahme, die den Bayer-Kurs zeitweise um fast 40 Prozent eindampfte. Das kommt bei Wirtschaftsjournalisten so unvorteilhaft an wie bei Aktionären.“

Zeitlich parallel zur Journalisten-Umfrage ermittelte das Doeblin-Institut im Juni 2019 auch die Reputation der Dax-CEOs in der Bevölkerung. Das Trio Kaeser-Spohr-Krüger schneidet auch in der Bevölkerung im absoluten Spitzenfeld ab. Als Ranglistenerster kann sich hier allerdings Volkswagen-Chef Herbert Diess platzieren, der bei Wirtschaftsjournalisten nur den neunten Rang einnimmt. Jürgen Doeblin: „Diess punktet in der Bevölkerung mit seinen schlagzeilenträchtigen E-Auto-Aktivitäten. Den Journalisten fehlt aber wohl noch der Glaube an die strategische Weisheit der Umsteuerung.“


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