Nichtpendler sind deutlich zufriedener mit Ihrer Lebenssituation als Pendler – das gilt vor allem für diejenigen, die im Homeoffice arbeiten. (© Deutsche Post)

Das Lebensglück in Deutschland bleibt auf einem hohen Niveau. Ermittelt hat das die Deutsche Post. Bereits zum achten Mal legte sie in diesem Jahr ihren Glücksatlas vor. Die Daten für die Studie zur Lebenszufriedenheit der Deutschen stammen aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) sowie einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach vom Frühsommer 2018 bei mehr als 5.000 Teilnehmern ab 16 Jahren.

Das Lebensglück in Deutschland liegt 2018 bei 7,05 Punkten auf einer Skala von 0 bis 10. Damit wird das Ergebnis von 7,07 Punkten aus dem Vorjahr bestätigt. Während die Westdeutschen im Vergleich zu 2017 nur etwas weniger glücklich sind, bleibt das ostdeutsche Glücksniveau unverändert. Der aktuelle Glücksabstand zwischen West- und Ostdeutschland verringerte sich auf 0,20 Punkte. An der Spitze des regionalen „Glücksrankings“ steht unangefochten Schleswig-Holstein, das Schlusslicht ist diesmal Brandenburg.

Neben den regionalen Unterschieden bei der Lebenszufriedenheit fragt der Deutsche Post Glücksatlas in seinem diesjährigen Sonderteil auch nach der Zufriedenheit der Erwerbstätigen mit Mobilität und Arbeit. Wichtigste Erkenntnisse hier: Je kürzer der Weg zur Arbeit, desto positiver wirkt sich das Pendeln auf die Arbeits- und Lebenszufriedenheit aus.

Gluecksatlas Lebenszufriedenheit Pendelstatus

Zudem sind Erwerbstätige, die ihre Fahrzeit für Berufliches nutzen können, mit ihrer Arbeit überdurchschnittlich zufrieden. Eine lange Pendelzeit von 40 Minuten und mehr bewirkt dagegen einen negativen Effekt auf die empfundene Arbeits- und Lebenszufriedenheit. Die Arbeit im Homeoffice wirkt sich positiv auf die Lebensqualität aus, sagen 84 Prozent der Homeoffice-Nutzer.

Auch ihre Arbeitszufriedenheit ist größer. Die Mehrheit der Berufstätigen erwartet von der E-Mobilität und neuen digitalen Technologien Lösungen bei der Mobilitätsproblematik.

Thomas Ogilvie, Konzernvorstand Personal und Arbeitsdirektor von Deutsche Post DHL Group: „Technik und Digitalisierung eröffnen uns viele neue Möglichkeiten: Wir nutzen den Fortschritt in unserem Unternehmen so, dass der Mensch weiterhin im Mittelpunkt steht. Selbstbestimmte Arbeitsmodelle und nachhaltige Mobilitätskonzepte können dazu beitragen, die Lebenszufriedenheit zu erhöhen.“

Das sind die wesentlichen Ergebnisse des Deutsche Post Glücksatlas 2018, der aktuellsten regelmäßigen Studie zur Lebenszufriedenheit der Deutschen.

Mobilität und Lebenszufriedenheit

Die florierende Wirtschaft in Deutschland wird von einer Zunahme des Berufsverkehrs begleitet. Die Pendelzeiten werden länger. Während der Großteil der Berufstätigen nur kurze Strecken pendelt und im Großen und Ganzen mit dem Arbeitsweg zufrieden ist, leiden die Langstreckenpendler. 54 Prozent von ihnen sagen, dass sich das Pendeln negativ auf ihre Lebensqualität auswirkt. Nur 35 Prozent bewerten ihre Lebenszufriedenheit mit den Top-Werten 9 oder 10 (auf einer Skala von 0 bis 10). Von allen Berufstätigen tun das immerhin 42 Prozent.

Abhilfe könnte die Arbeit von zuhause aus schaffen. Bereits 26 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten täglich oder gelegentlich im Homeoffice. Für 59 Prozent kommt das aus praktischen Gründen nicht in Frage. 16 Prozent nutzen das Homeoffice bewusst nicht. Von diesen geben 70 Prozent an, dass sie Beruf und Privates trennen wollen und 62 Prozent würden den sozialen Austausch vermissen. An zurückhaltenden Arbeitgebern oder misstrauischen Kollegen liegt ihre Weigerung dagegen kaum.

Gluecksatlas2018 CoverIm Gegensatz dazu schätzen die Homeoffice-Nutzer vor allem die hohe Flexibilität. Sie sehen die Stärken der „Heimarbeit“ genau in jenen Bereichen, in denen die Nicht-Nutzer Einschränkungen vermuten. So meinen 86 Prozent der Homeoffice-Nutzer, zu Hause könnten sie sich ihre Arbeitszeit besser einteilen und 80 Prozent sind der Überzeugung, dass sie Privates und Berufliches leichter unter einen Hut bekommen. Knapp zwei Drittel sagen, sie seien zu Hause produktiver als im Büro. 38 Prozent der Homeoffice-Nutzer bewerten ihre Arbeitszufriedenheit mit den Spitzenwerten 9 oder 10. Bei denjenigen, die nicht zuhause arbeiten, sind es nur 30 Prozent.

Die Digitalisierung erleichtert den Schritt zum mobilen Arbeiten von zu Hause aus und zu modernen Arbeitsformen. Während Homeoffice-Nutzer viel häufiger mit digitalen Endgeräten ausgestattet sind, ist das Gros der Berufstätigen schlechter ausgestattet. Nur knapp 40 Prozent aller Berufstätigen in Deutschland erhalten von ihrem Arbeitgeber Geräte, die es überhaupt ermöglichen, mobil von zu Hause aus zu arbeiten.

Der Deutsche Post Glücksatlas 2018 ist als Buch bei Penguin erschienen und ab sofort im Handel erhältlich. Weitere Informationen finden sich auf dieser Website zum Glücksatlas.


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