Bärbel Hestert-Vecoli gewann denkbar knapp die siebte Ausgabe von #ThePitch für die Agentur Weber Shandwick. Dabei erzählte sie, wie man lernt, die Welt zu verändern, und wie intensiv Agenturen für die Nachwuchsförderung eintreten können.

PRSH: Zuerst: Wie sind Sie zur PR gekommen?

Hester-Vecoli: Das war eher Zufall. Ich wollte eigentlich nach meinem Magisterabschluss eine Promotion schreiben, hatte aber ein bisschen Leerlauf. Darum dachte ich mir: "Machst du jetzt mal ein Praktikum." Deshalb habe ich mich einfach bei einer PR-Agentur, damals noch Shandwick International, beworben. Ich wusste nicht wirklich, was eine PR-Agentur macht, aber mit dem ersten Arbeitstag war ich total begeistert und wollte nichts anderes mehr machen. Ich habe dann nach dem Praktikum direkt ein Traineeship angeschlossen, bin danach Beraterin geworden und immer noch sehr glücklich mit dieser Berufswahl.

PRSH: Gibt es irgendein Projekt, das für Sie besonders spannend war?

Hester-Vecoli: Ich durfte in den letzten Jahren an vielen spannenden Projekten mitarbeiten. Eines, welches mir besonders am Herzen liegt, ist unsere Arbeit für die UNFCCC, wo wir die UN-Klimakonferenz mit einer App für die Teilnehmer unterstützen konnten. Auch unsere Arbeit für die Bill & Melinda Gates Foundation, wo wir die Stiftung dabei unterstützen, ihre Themen in die Öffentlichkeit zu bringen und den Kampf gegen die großen Krankheiten dieser Welt voranzutreiben.

PRSH: Wie wird bei Weber Shandwick der PR-Nachwuchs gefördert?

Hester-Vecoli: Auch wenn man noch kein Absolvent ist, kann man bei Weber Shandwick jederzeit ein Praktikum machen. Wir bieten sowohl freiwillige als auch Pflichtpraktika an - die alle mit 600 Euro vergütet sind. Nach dem Studium kann man bei uns als Trainee einsteigen. Das dauert 15 Monate und ist eine klassische Ausbildung "on the job". Man lernt die Agentur kennen, ist vom ersten Tag an in das Team integriert und lernt die Grundlagen der Agenturarbeit kennen. In dem Zug kann man sich schon spezialisieren oder in einer anderen Partneragentur des Netzwerks ein Praktikum machen. Man wird dadurch wirklich sehr gut auf den Beruf eines PR-Beraters vorbereitet.

PRSH: Welche Charaktereigenschaften sollten Young Professionales mitbringen, um erfolgreich zu sein?

Hester-Vecoli: Meinen Kollegen und mir kommt es besonders darauf an, dass die neuen Teammitglieder authentisch sind. Ich sage immer "Sei so wie du bist, alle anderen haben wir schon!" Dass man eine Leidenschaft für Kommunikation hat und das auch transportieren kann, dass man weiß wo man hinwill, und wo die eigenen Stärken und Talente liegen; das ist uns wichtig.

PRSH: Lieber Allrounder oder Spezialist?

Hester-Vecoli: Ich glaube, dass man schon eine große Offenheit für den Rundumblick mitbringen muss, sowie ein großes Interesse an Kommunikation in all ihren Facetten. Letztendlich geht es bei uns aber darum, sich zu spezialisieren. Das ist auch eine Sache, auf die wir im Traineeship gemeinsam schauen: "Was ist eigentlich das besondere Talent und in welche Richtung soll es gehen?" Und am Ende wird diese Spezialisierung auf eine Disziplin oder ein Thema bei uns besonders gefördert.

PRSH: Worauf sollte sich der PR-Nachwuchs in der Zukunft einstellen?

Hester-Vecoli: Die Agenturen werden sich synchron zur Kommunikationslandschaft verändern. Heutige Berufseinsteiger müssen flexibel im Kopf sein, überall in der Welt arbeiten können und sich ständig auf neue Themen einlassen. Man wird sich darauf einstellen müssen, dass Wandel zur Normalität werden wird.

Ein Beitrag von Kilian Schönfeld (BPR3).


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