Fritz Esser sollte neuer Kommunikationschef beim 1. FC Köln werden – nun wird er es doch nicht.

Am 1. Februar schien noch alles klar zu sein: Fritz Esser (39) sollte zum 1. Mai 2021 neuer Leiter Medien & Kommunikation beim Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln werden. Doch zwei Tage später rückte der FC-Vorstand um Präsident Werner Wolf offensichtlich wieder ab von der Verpflichtung Essers. Der Grund: Proteste aus dem Umfeld des Vereins verwiesen in den sozialen Plattformen auf die vermeintlich allzu konservative politische Haltung Essers, die nicht zum weltoffenen Anspruch des Vereins passe. Laut Bericht bei „sport1.de“ kommt es nun doch nicht zur Anstellung der Essers, der Vorstand rudert zurück.

Der Hintergrund: Der designierte Kommunikationschef des 1. FC Köln soll laut einem Bericht auf „sport1.de“ einige FC-Fans als "Schwachmaten" bezeichnet und Ultra-Aktionen mit Neonazi-Aufmärschen in Bautzen verglichen haben. Außerdem soll Esser nach der konstituierenden Sitzung des neuen Bundestags im Oktober 2017 bei Twitter öffentlich AfD-MdB Bernd Baumann applaudiert haben, als der mit einem Göring-Vergleich im Bundestag für einen Eklat sorgte.

Das alles kam nicht gut an und sorgte dafür, dass im Netz sehr schnell deutlicher Widerspruch zu vernehmen war. Auch Lukas Podolski, einst Spieler beim „FC“ und heute eine „Klub-Legende“ stimmte in den Chor der Protestler ein. Die Initiative #esserraus versammelte in sehr kurzer Zeit knapp 4.000 Unterstützer hinter sich. Präsident Wolf erhielt persönlich ebenfalls zahlreiche Protestnoten per Mail und Telefon.

Nachdem der frühere Medienchef des 1. FC Köln, Tobias Kaufmann, Anfang August 2020 vom neuen Vorstand um Wolf sehr kurzfristig freigestellt wurde, gab es bereits Proteste gegen die Personalpolitik in der Geschäftsstelle. Interimskommunikationschef Jürgen Homeyer, seit September im Amt, beruhigte die Lage wieder, bis jetzt die Neuverpflichtung einer Dauerlösung geplant war.

Jetzt dürfte die Suche weitergehen und die Fans im Umfeld werden sehr genau hinschauen, wer für diesen Posten in Frage kommt. Ein Verein dieser Größenordnung ist eben kein Unternehmen klassischer Prägung, wo der Vorstand allein entscheidet.

Vorschusslorbeeren für Esser

An Vorschusslorbeeren für Esser mangelte es nicht. FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle sagte in der Pressemitteilung zur Verpflichtung des neuen Kommunikationschefs: „Fritz Esser passt hervorragend zu uns. Er ist ein Profi als Journalist und als vielseitig erfahrener Kommunikationsexperte. Er bringt daher die besten Voraussetzungen mit, um unsere Medien-Aktivitäten erfolgreich auszubauen und weiterzuentwickeln.“

Esser ist derzeit noch bei der Deutschen Bahn tätig. Innerhalb des Bahn-Konzerns verantwortet er die Kommunikation der Logistiktochter DB Schenker. Zuvor arbeitete er unter anderem neun Jahre bei „Bild“ in Köln und Berlin, zuletzt als stellvertretender Ressortleiter Politik und Wirtschaft. 2019 wechselte er – zunächst als Head of Global Newsroom – zu DB Schenker. Seit Dezember 2019 ist er Head of Communications von DB Schenker.


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