Ernst Primosch

Der Deutschland-, Österreich- und Schweiz-Chef von Edelman, Ernst Primosch, verlässt formal zum Jahresende 2019 das weltweit größte inhabergeführte PR-Agenturnetzwerk. Darüber berichtete zuerst der „PR Report“. Damit müssen sich Richard Edelman und Europa-Chefin Carol Potter binnen 15 Monaten erneut einen neuen CEO für den deutschsprachigen Markt suchen. Primosch hatte erst im Juli 2018 die Nachfolge von Susanne Marell angetreten, die Ende März 2018 als CEO von Edelman Deutschland ausgeschieden war. Als Grund für den plötzlichen Abschied gibt Primosch an, die Neuaufstellung von Edelman in Deutschland und DACH habe schneller als geplant abgeschlossen werden können, seine Mission sei erfüllt. Künftig will sich Primosch neuen Aufgaben widmen.

„Es war für mich eine Ehre, für Edelman zu arbeiten. Was unser Team im letzten Jahr alles erreicht hat, war unvergleichlich. Das Unternehmen wächst, ist modern aufgestellt, profitabel und zukunftssicher“, so Primosch.

Ernst Primosch, der viele Jahre in seiner Funktion als weltweiter Vice President von Henkel kommunikative Standards setze, wechselte nach einer erfolgreichen Restrukturierung von Hill+Knowlton Strategies (2010 bis 2018) zu Edelman Deutschland.

Allgemein anerkannt in der Branche ist die Schnelligkeit, mit der es ihm gelungen war, aus der aus einem Merger hervorgegangenen Beratung Edelmanergo ein neues Edelman zu formen, mit einem neuen Management wie dem ehemaligen Kommunikationschef der Deutschen Börse, Rüdiger Assion, und ein total kundenzentrierten Beratungsstruktur. In Primoschs Zeit bei Edelman fiel auch die Neugründung des Münchner Standorts und die Gründung einer Start-up-Unit in Berlin.

EMEA-Edelman-Chefin Carol Potter sagte zu Primoschs Entscheidung: „Wir bedauern seinen Entschluss, das Unternehmen zu verlassen und danken ihm für seinen Einsatz. Wir wünschen ihm für seine neue Aufgabe viel Erfolg.“

Welche Aufgabe das sein kann, ließ Primosch noch offen. Klar zu sein scheint nur, dass er nach aufreibenden Restrukturierungsarbeiten bei Hill+Knowlton sowie bei Edelman zunächst einmal Abstand halten will von internationalen Agenturnetzwerken. Spekuliert wird darüber, ob der in Kärnten geborene Primosch im Rahmen des österreichischen Wahlkampfs zu den Nationalratswahlen im September 2019 möglicherweise ehrenamtlich eine Beraterfunktion wahrnehmen könnte. Es ist bekannt, dass er in seinem Netzwerk auch gute politische Kontakte nach Österreich unterhält. Auf Nachfrage entgegnete er, dass demokratische Bürger heute gefordert seien, sich gerade jetzt politisch zu engagieren.

Primosch mit Gabriel 27062019 quer klDen Informationen des „PR-Journals“ zufolge, liebäugelt Primosch (r.) mit einem stärkeren Engagement in der Atlantik-Brücke, deren langjähriges Mitglied er ist. Die Atlantik-Brücke ist ein überparteilicher und gemeinnütziger Verein, der eine wirtschafts-, finanz-, bildungs- und militärpolitische Brücke zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland schlagen will. Erst am 26. Juni wurde der SPD-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (Foto l.) als Nachfolger des CDU-Politikers Friedrich Merz zum Präsidenten der Atlantik-Brücke gewählt.


Wir haben die Kommentarfunktion wegen zu vieler Spam-Kommentare abgeschaltet. Sie können uns aber trotzdem Ihre Meinung zu diesem Artikel als Leserbrief direkt zusenden. Falls Sie wünschen, dass wir Ihren Leserbrief als Kommentar dem Artikel hinzufügen, vermerken Sie dies bitte in der Mail an uns.
leserbrief@pr-journal.de


Werbung

Heute NEU im PR-Journal