Verbände GWA-Neujahrsempfang Branche dringt auf Debatte zu KI und politischer Verantwortung

Beim Neujahrsempfang des Gesamtverbands Kommunikationsagenturen GWA in Hamburg forderte die Kreativ- und Kommunikationsbranche einen intensiveren politischen Diskurs über den Einsatz Künstlicher Intelligenz, den Erhalt der Medienvielfalt und die öffentliche Haltung von Unternehmen. Rund 280 Gäste aus Agenturen, Unternehmen, Medien und Politik diskutierten über die wachsenden Auswirkungen technologischer und gesellschaftlicher Veränderungen auf Kommunikation und Demokratie.

Jan-Philipp Jahn, Mitglied des GWA-Vorstands, rief die Branche zur Übernahme größerer politischer und gesellschaftlicher Verantwortung auf. (Foto: Gesche Jäger)

Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda warnte in seiner Keynote vor den Folgen der KI-gestützten Massenproduktion von Inhalten für die demokratische Öffentlichkeit. Er betonte, dass automatisierte Inhalte klare Regeln benötigen, um Transparenz, journalistische Qualität und Medienvielfalt zu sichern. Diese Regeln zu gestalten sei eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe, der sich auch die Kreativwirtschaft stellen müsse.

Jan-Philipp Jahn, Mitglied des GWA-Vorstands, mahnte die Branche zur Übernahme größerer Verantwortung. Er rief dazu auf, politische Entscheidungen in der Medien-, Arbeits- oder Plattformpolitik nicht kommentarlos hinzunehmen. Jahn sprach auch das Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen Zwängen und demokratischer Verantwortung im Umgang mit großen Plattformen an. Werbebudgets sollten sich nicht allein an Reichweiten orientieren, sondern stärker an Effektivität, Qualität und gesellschaftlicher Wirkung.

Ein CEO- und CMO-Panel begleitete die Diskussionen und beleuchtete die Rolle von Marken und Marketing im Jahr 2026. Der GWA verwies zudem auf seine 2025 formulierte "Hamburger Erklärung“, in der der Verband eine stärkere Förderung unabhängiger Medien, mehr Medienkompetenz sowie transparente und verantwortungsvolle Werbeentscheidungen fordert. 

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