Bis zu 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren beim DPRG-Stammtisch Anfang April dabei.

Welches Potenzial bietet LinkedIn für Unternehmen? Und wie finden wir dort Gehör für unsere Themen? Diese Fragen haben am 6. April in der Spitze rund 80 Kommunikatorinnen und Kommunikatoren am DPRG-Stammtisch zusammengeführt. Organisiert wurde die Runde diesen Monat von der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen.
In zwei Jahren viele tausend Follower gewinnen – ohne großes Budget für Kampagnen, LinkedIn-Marketing oder externe Content Creation. Wie das geht, berichtete Charlotte Saebsch, Marketing Managerin bei der Hamburg Commercial Bank, in ihrem Impuls. Sie und ihr Team haben die Unternehmenspräsenz auf LinkedIn nach dem Rebranding der Bank 2019 wieder aufgebaut.

Für Charlotte Saebsch hat die LinkedIn-Seite gleich mehrere Funktionen in der Kommunikation:

  • Sie stärkt das Markenbewusstsein für die (damals neue) Marke durch einen konsistenten Auftritt in Gestaltung und Botschaften.
  • Sie bündelt als Content Hub Inhalte zu den Themen der Bank wie Immobilien, Shipping oder Erneuerbare Energie und stärkt ihre Positionierung als Spezialfinanzierer.
  • Sie unterstützt das Employer Branding, da sie einerseits ein Stück Firmenkultur transportiert und andererseits über das Netzwerk attraktive Kandidaten auf die Bank aufmerksam macht: Rund die Hälfte der Trainees haben sich auch bei LinkedIn über die Bank informiert. 
  • Sie dient als Content Pool für die LinkedIn Aktivitäten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – die aktivsten Follower sind eigene Mitarbeiter.
  • Sie dient als Landingpage – 1/3 der Homepageviews kommen mittlerweile über LinkedIn.

Viel Wow für wenig Geld – geht das?

„Um mit wenig Budget viel zu erreichen, muss man verstehen, welche Inhalte LinkedIn in den Feeds nach oben treibt“, so Saebsch. Sie gab neun Tipps für ein erfolgreiches Content Marketing in LinkedIn:

  1. Content is King: Themen spielen, die das Netzwerk bewegen und Mehrwert bieten. Das Stichwort ist hier „Customer Centricity“.
  2. Top-Hashtags nutzen, wo sie passen: Begriffe mit 100.000 Followern und mehr erhöhen die Sichtbarkeit. Damit die Nutzer den Faden aufgreifen, muss ein Post aber auch einen Beitrag zum Thema leisten.
  3. Content direkt in LinkedIn spielen, denn externe Links „bestraft“ der Algorithmus.
  4. Medienmix: Text, Bild, Bewegtbild abwechselnd einsetzen.
  5. Social nicht vergessen: Unterhaltende und emotionale Inhalte einstreuen, zum Beispiel Video Outtakes.
  6. Community Management: Kommentare beantworten und die Interaktion am Laufen halten.
  7. Gesicht zeigen: Menschen wollen Menschen sehen. LinkedIn „belohnt“ Bilder von Personen.
  8. Befähigen und motivieren: LinkedIn ist ein People to People-Netzwerk. Company Pages werden nie so viel Reichweite generieren wie reale Personen. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sollten daher Orientierung, Themenideen und Vorlagen, zum Beispiel für Header-Bilder, gegeben werden. Zur Motivation können die LinkedIn-Aktivitäten intern auf eine Bühne gehoben werden. Die Hamburg Commercial Bank ruft beispielsweise interne „Top-Voices“ aus.
  9. Vorbild sein: Als Kommunikationsverantwortliche selbst auf LinkedIn rege teilen, kommentieren und taggen.

Welche Chancen bietet LinkedIn für Unternehmen im Vergleich zu anderen Social-Media-Kanälen? Diese Frage diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Stammtisches rege. Starker Content-Fokus sagten einige, besseres Targeting von Entscheidern sagten andere. Wer etwas Geld in die Hand nimmt, kann seine LinkedIn-Reichweite schnell verhundertfachen.

Die entscheidende Frage ist: „Sind meine Stakeholder überhaupt auf LinkedIn aktiv?“ Und in welcher Taktung? Ein Unternehmen, das Fachärzte ansprechen will, sollte nicht auf das kurzlebige LinkedIn-Story-Format setzen, wenn die angesprochene Gruppe maximal einmal pro Woche in den Feed schaut. Wer digitale Fachkräfte rekrutieren will, trifft auf LinkedIn eine aktive und sehr präsente Zielgruppe. Auf der Suche nach neuen Busfahrern dagegen ist Instagram wirkungsvoller.

Interaktion ist Wertschätzung

LinkedIn kann eine treibende Kraft für die Unternehmensmarke sein – auch weil LinkedIn-Inhalte SEO treiben. Damit der Kanal keine Blase bleibt, in der das Unternehmen Selbstgespräche führt, sollten Beiträge zum Teilen neuer Perspektiven einladen. Vielmehr als „Content is King“ gilt auf LinkedIn „Interaction is Queen“. Ein Kommentar ist mehr wert als ein Like – dementsprechend fordern viele der Teilnehmer auch die Kollegen auf, Unternehmensbeiträge zu kommentieren.

„Kommentiert oder teilt ihr eigentlich als Unternehmen auch die Beiträge eurer Mitarbeitenden?“, drehte Stammtisch-Moderator und Interimsmanager Georg Lamerz den Spieß am Schluss um. Das verneinten alle Teilnehmer. Dabei könnte das ein einfacher Weg sein, Wertschätzung für LinkedIn-Engagement zu zeigen und gleichzeitig im Netzwerk die Gesichter hinter dem Unternehmen auf die Bühne zu heben.


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