Der SPD-Europaabgeordnete Jens Geier (Mitte) im Kreise seiner Gastgeber der DPRG-NRW. Links: Karl-Martin Obermeier, Professor für Public Relations und Journalismus an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen.

„Viele Journalisten interessieren sich einfach nicht für die Arbeit des europäischen Parlaments. Sie halten es für nicht wichtig und sind nicht bereit, ihre Meinung zu überprüfen“, so Jens Geier, Vorsitzender der Europa-SPD. Ende Oktober, lud der Vorstand der DPRG-Landesgruppe NRW zu einem Impulsvortrag von und Hintergrundgespräch mit ihm ins Rathaus Essen ein. Thema des Abends: Wie lässt sich der steigende Vertrauensverlust in die Europäische Union kommunikativ bekämpfen?

Die Probleme sind vielseitig und schwer zu erfassen. Jens Geier gab Einblick in die Herausforderungen seiner Arbeit. Oft sehe er sich mit einem schlechten Image des europäischen Parlaments seitens der Journalisten und der Bevölkerung konfrontiert. Ein seltenes positives Beispiel sei hier aus seiner Sicht die aktuelle Berichterstattung rund um das Plastikverbot. Hier gebe es ausnahmsweise ein großes Medienecho und das europäische Parlament stünde positiv mit im Fokus der Debatte.

Die Leute würden heute oft vergessen, welche Vorzüge die EU mit sich bringe. Schaue man auf Großbritannien und die Folgen des Brexits, werde das deutlich. Über eine halbe Millionen Menschen protestierten dort jüngst für den Verbleib in der EU. „Die jungen Briten sind schlichtweg nicht wählen gegangen und jetzt haben sie den Salat“, erklärt Geier. Auch die Beteiligung der jungen Generation an der Europapolitik bereite ihm Sorgen.

In diesem Kontext ist die Beteiligung vieler junger Leute der DPRG-Studierendengruppe aus Gelsenkirchen positiv zu erwähnen. Die Studierenden diskutierten eifrig mit und versuchten im Zusammenspiel mit Geier mögliche Gründe für die PR-Krise der EU zu erörtern und erste Lösungsansätze zu finden. Investiert die EU zu wenig in PR-Maßnahmen? Inwieweit spielt die schnell voranschreitende Globalisierung eine Rolle, die einige Teile der Bevölkerung überholt und beängstigt? Sind die Menschen in Europa zu zufrieden und kämpfen zu wenig für ihr Europa?

Viele Fragen, zu denen der Abend keine abschließenden Antworten brachte. Dennoch sollte Jens Geier viele Eindrücke und Impulse für seine Arbeit mitgenommen haben. Für das Wahlprogramm der Europa-SPD kündigt er eine klare Kampfansage gegen den Rechtsruck und für ein starkes Europa an. Eines seiner nächsten Ziele ist die Westfälische Hochschule in Gelsenkirchen, um das Thema dort weiter mit den Studierenden zu vertiefen.


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