Keynote-Speaker Nico Kunkel.

KommunikOS, die zu Beginn des Jahres neu gegründete Studierenden-Initiative am Campus Lingen der Hochschule Osnabrück, hat eine erfolgreiche Auftaktveranstaltung hingelegt. Am 20. Mai kamen Praktiker und Wissenschaftler in Lingen auf Einladung der Kommunikationsmanagement-Studenten zusammen, um über den richtigen Einstieg in die Branche zu diskutieren. Folgt man Professor Susanne Knorre hat das Traineeship bald ausgedient. Klaus Kocks hielt dagegen.

Doch bevor die Diskutanten in den Ring stiegen, gab es zunächst Glückwünsche und viel Aufmunterung für die Initiative der Studierenden, auch in Lingen eine PR-Nachwuchsinitiative zu gründen. Studiendekanin Professorin Dagmar Schütte freute sich. An den Vorsitzenden und Mitgründer von KommunikOS Yannik Döpke gewandt sagte sie: „Ihre Arbeit ist eine wunderbare Ergänzung für unseren Lingener Leuchtturm. Ich wünsche dem Verein viel Erfolg.“

Niedersachen, das „PR-Land schlechthin“

Auch Institutsgründer Peter Szyszka, heute PR-Professor in Hannover, ließ es sich nicht nehmen an seine ehemalige Wirkungsstätte zurückzukehren, um zu schauen, was sich in Lingen alles entwickelt hat. Er dankte unter anderem dem ehemaligen VW-Kommunikationsvorstand Klaus Kocks, dass er sich seinerzeit bereit erklärt hatte, als Honorarprofessor nach Lingen zu gehen, um das Institut weiter voran zu bringen. Das sei gelungen, führte Szyszka aus und klassifizierte Niedersachsen mit Verweis auf die hervorragende wissenschaftliche Arbeit und Ausbildung, die in Hannover und Lingen geleistet werde, als „das PR-Land schlechthin“. Als Gastgeschenke überreichte er Döpke eine neue Ausgabe des Handbuchs der Public Relations.

Keynote-Speaker Kunkel

Nico Kunkel, dem früheren „PR Report“-Chefredakteur und Gründer und Treiber der Nachwuchsinitiative #30u30 fiel dann die Rolle des Keynote-Speakers zu. Er ermunterte die rund 60 angehenden Kommunikationsprofis, bewusst auf Netzwerke zu setzen. Er lobte die KommunikOS-Gründung und empfahl das neu entstehende Netzwerk systematisch auszubauen – auch über die Berufsfeldgrenzen hinaus. Für den folgenden Berufseinstieg empfahl Kunkel den Studierenden, Demut mitzubringen und die Bereitschaft, eine professionelle Identität zu entwickeln. Dazu gehöre auch genau zu prüfen, ob man eher in eine Agentur oder ein Unternehmen gehöre.

Diskussion: Sind Trainee-Programme noch zeitgemäß?

Wie dann der Einstieg in Unternehmen oder Agentur am besten gelingen kann, darüber tauschten sich in einer Podiumsdiskussion Susanne Knorre, Klaus Kocks und Sven Burbott aus. Die ehemalige Ministerin für Wirtschaft, Technologie und Verkehr des Landes Niedersachsen und Professorin am Institut für Kommunikationsmanagement in Lingen, stellte das übliche Traineeship zum Berufseinstieg in Frage. „Ich sorge mich darum, dass ein Studienabschluss durch ein anschließendes Traineeship abqualifiziert wird. Bei einem Studienabschluss sollte man wissen, wo man hin will, so dass man sein Profil direkt im Job entwickeln kann“, führte sie aus.

Dem hielt Kommunikationsberater Kocks, der Geschäftsführender Gesellschafter seiner CATO Sozietät für Kommunikationsberatung Gmbh und auch Honorarprofessor in Lingen ist, einiges entgegen. Er plädierte für ein Traineeship zum Einstieg, weil er das soziale Lernen in dieser Phase für unabdingbar hält. Kocks: „Die sozialen und kognitiven Anforderungen zum Berufseinstieg sind hoch, die Fehlertoleranz sinkt aber. Und die, die scheitern, scheitern selten an fachlichen Defiziten. Deshalb ist der Weg, lernend die ersten Schritte zu gehen, schon gut“, erklärte er.

Sven Burbott, Absolvent des Kommunikationsmanagement-Studiums in Lingen und heute Digital & Social Media Manager im Bereich Unternehmenskommunikation am Flughafen Düsseldorf, brachte die praktische Sicht und seine persönlichen Erfahrungen in die Diskussion ein. Er sprach sich für ein sinnvoll strukturiertes Traineeship aus, man brauche schon eine Einstiegszeit, um wichtige Erfahrungen zu sammeln, die an der Hochschule nicht vermittelt würden.

Positives Fazit

Fazit: KommunikOS hat eine gelungene Auftaktveranstaltung präsentiert. Organisatorisch wie inhaltlich konnten die Gastgeber überzeugen – das gilt insbesondere auch für die beiden Moderatoren Nikola Gardeweg und Maximilian Geier, die KommunikOS aus den eigenen Reihen stellte. Die Branche darf sich auf weitere Einladungen von KommunikOS freuen.

Das „PR-Journal“ hat sich bereit erklärt, auch die Arbeit von KommunikOS am Campus Lingen zu fördern. Schon seit einigen Jahren unterstützt das „PR-Journal“ die PR-Nachwuchsorganisationen in Leipzig (LPRS), Hannover (PRSH), Mainz (kommoguntia) und Münster (campus relations).

Zu der Veranstaltung finden sich auf der Plattform PR Journal Plus auch Videos mit Ausschnitten aus den Reden von Peter Szyszka und Nico Kunkel.


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