45 Prozent der Journalisten stimmen der Aussage zu, dass PR-Schaffende ihre Bedürfnisse oder die ihrer Zielgruppe gar nicht oder nur wenig verstehen. (Grafik: Cision)

Journalisten und Journalistinnen nennen Personalbestand und verfügbare Ressourcen als größte Herausforderung. Über die Hälfte sehen einen weiteren Vertrauensverlust der Öffentlichkeit gegenüber den Medien. KI und maschinelles Lernen sind die häufigsten genannten Technologien, die die journalistische Arbeitsweise zukünftig verändern wird. Außerdem halten sie das Verhältnis zu PR-Schaffenden für verbesserungsfähig. Das sind Schlaglichter aus dem neuen „State of the Media Report 2020 Deutschland“, der von Cision, einem global tätigen Media Intelligence-Unternehmen, jetzt veröffentlicht wurde. Die zugrundeliegende Befragung zur Situation der Medienlandschaft wurde weltweit mit insgesamt 3.253 Teilnehmern durchgeführt.

In diesem Rahmen nahmen auch 181 Journalistinnen und Journalisten aus Deutschland teil. Befragt wurden sie zu ihren Einschätzungen zum Einfluss von Technologien auf den Journalismus, den wichtigsten Herausforderungen für ihre Branche, ihre Ansicht über das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Medien sowie zur Zusammenarbeit mit PR-Schaffenden.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

1. Die größten Herausforderungen im Journalismus: Fast ein Drittel (32,2 %) der teilnehmenden Journalisten nennen den Personalbestand und die verfügbaren Ressourcen als größte Herausforderung im Journalismus. Die verschwimmende Grenze zwischen redaktionellen und werblichen Inhalten wird am zweithäufigsten genannt (von 15,6 %). Hingegen erwähnt nur noch jeder zehnte der Befragten Fake News als größte Herausforderung.

2. Wie Journalisten Erfolg definieren: Die Hälfte der Journalisten (50 %) definieren Erfolg über die Leser- bzw. Besucherzahlen. Fast ein Viertel der Teilnehmer (22,8 %) nennen den direkten Zusammenhang zu Umsatzerfolgen als wichtig, bei der Bewertung von Erfolg.

3. Skepsis, wenn es um das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Medien geht: Mehr als die Hälfte der Journalisten (54,1 %) sind der Meinung, dass die Öffentlichkeit weiterhin Vertrauen in die Medien verloren hat. Damit ist diese Einschätzung im Vergleich zum Vorjahr um über zehn Prozent (2019: 64,3 %) zurückgegangen.

4. Diese Technologien erachten Journalisten als besonders einflussreich auf ihre Arbeit: Wie im Jahr zuvor, nannten Journalisten Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen am häufigsten. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr ist der Anteil aber deutlich gesunken (2020: 37,6 % – 2019: 46,7 %). Fast genauso häufig wurden Social-Media-Algorithmen genannt (33,1 %).

5. Das Verhältnis von Journalisten zu PR-Schaffenden ist verbesserungsfähig: Auch wenn mehr als 37 Prozent der Journalisten mit PR-Schaffenden in ihrem Bereich zufrieden oder sehr zufrieden sind, so stimmen 45 Prozent von ihnen der Aussage zu, dass PR-Schaffende ihre Bedürfnisse oder die ihrer Zielgruppe gar nicht oder nur wenig verstehen.

6. Das wünschen sich Journalisten von PR-Schaffenden: Häufiger als alles andere, wünschen sich Journalisten von PR-Schaffenden (47,5 %) die Bereitstellung von Expertenquellen und Daten. Ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse von Journalisten und deren Zielgruppe wünscht sich noch fast jeder Dritte (29,1 %).

7. Nach wie vor hat die Pressemitteilung ihre Berechtigung: Mehr als zwei Drittel der teilnehmenden Journalisten (68,5 %) möchten Informationen mit Hilfe von Pressemitteilungen erhalten. Nahezu ebenso häufig nannten die Befragten Forschungsberichte, Trend- und Marktdaten (67,6 %).

Der 27-seitige „State of the Media Report 2020 Deutschland“ steht ab sofort auf der Onlinepräsenz von Cision Germany zum kostenlosen Download zur Verfügung.


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