Judith Wittwer und Wolfgang Krach.

Judith Wittwer soll nach einer Entscheidung der Herausgeber der „Süddeutschen Zeitung“ zur neuen Chefredakteurin berufen werden und die Redaktion künftig gemeinsam mit Wolfgang Krach führen. Wittwer (42) ist derzeit Chefredakteurin des „Tages-Anzeiger“ in Zürich. Krach (56) gehört der SZ-Chefredaktion seit 2007 an und führt die Redaktion seit 2015 gemeinsam mit Kurt Kister. Kister (62) scheidet auf eigenen Wunsch nach 15 Jahren in der Chefredaktion, davon zehn als Chefredakteur, aus dieser Funktion aus. Er wird der SZ-Redaktion weiterhin als Autor angehören. Die neue Chefredaktion soll vollständig integriert arbeiten und sich nicht mehr in getrennte Zuständigkeiten für Print und Online aufteilen. Judith Wittwer und Wolfgang Krach.

Neu in die Chefredaktion haben die Herausgeber zudem Alexandra Föderl-Schmid und Ulrich Schäfer berufen, beide sollen stellvertretende Chefredakteure werden. Föderl-Schmid (49) ist derzeit SZ-Korrespondentin für Israel und die Palästinenser-Gebiete mit Sitz in Tel Aviv; zuvor war sie Chefredakteurin des „Standard“ in Wien. Schäfer (52) ist momentan einer der Nachrichtenchefs der SZ; zuvor war er Leiter des Ressorts Wirtschaft sowie des Ressorts München, Region und Bayern.

Der Vorsitzende des Herausgeberrates der „Süddeutschen Zeitung“, Johannes Friedmann, sagte, die neue Chefredaktion werde „dazu beitragen, dass die ‚Süddeutsche Zeitung‘ ihre herausragende Stellung auf dem deutschsprachigen Markt behalten und die Veränderung hin zum digitalen Medienhaus vorantreiben wird.“ Friedmann: „Die DNA der SZ ist hervorragender Journalismus, im Lokalen und Regionalen ebenso wie im Nationalen. Die ‚Süddeutsche Zeitung‘ zeichnet sich aus durch investigative Recherchen, fundierte Analysen, pointierte Meinung, hintergründige Reportagen und ihren ironischen Erzählton. Diesen einmaligen Charakter wird die neue Chefredaktion auch im digitalen Zeitalter bewahren und pflegen.“

Friedmann dankte dem scheidenden Chefredakteur Kurt Kister, der sich „herausragende Verdienste um die „Süddeutsche Zeitung“ erworben“ habe. Friedmann: „Kurt Kister ist ein Journalist, wie es ihn heute kaum noch gibt: ein exzellenter Schreiber, der vom ‚Streiflicht‘ über die ‚Seite-Drei‘-Reportage und den Leitartikel jede journalistische Form beherrscht, gleichzeitig ein hervorragender Blattmacher und ein strikter Verfechter der Interessen seiner Redaktion.“ Die Herausgeber, so Friedmann, seien sehr froh, dass Kister der SZ als Autor erhalten bleibe.

Die neue Chefredaktion soll ihre Aufgabe im Sommer übernehmen. Die Berufungen stehen unter dem Vorbehalt, dass ihnen das Gremium der Leitenden Redakteurinnen und Redakteure der SZ zustimmt, wie es das Redaktionsstatut der SZ vorsieht.


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