Steffen Seibert (© Bundesregierung / Denzel)

Nach der Kritik aus dem russischen Außenministerium an verschiedenen deutschen Medien, hat sich nun auch Regierungssprecher Steffen Seibert (Foto) zu Wort gemeldet. Er wies die Kritik, deutsche Medien seien „staatlich gesteuert“, deutlich zurück. Neben Seibert reagierte auch die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und der Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes (DJV), Frank Überall. Unisono bezogen sie klar Stellung und verteidigten die deutschen Medien gegen den Vorwurf der „staatlichen Steuerung“.

Regierungssprecher Steffen Seibert unterstrich am Freitag in Berlin, die Behauptungen seien abwegig: „Wer solche abwegigen Behauptungen in die Welt setzt, der hat wenig Ahnung von Deutschland und wenig Ahnung von der Pressefreiheit. Oder“, fügt er hinzu, „er will bewusst Deutschland in ein schiefes Licht rücken. So oder so: Ich weise diese Behauptungen entschieden zurück."

Ebenso klar äußerte sich die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer gegenüber „t-online.de“: "Die russische Regierung greift im Gleichklang mit Populisten von rechts und links deutsche Medien und Journalisten aggressiv an." Davon sollten sich Journalisten und Redaktionen nicht einschüchtern lassen.

Ueberall Frank DJV VorsitzenderDer DJV-Vorsitzende Frank Überall (Foto): "Die Kritik an der Arbeit der russischen Auslandsmedien ist einhellig, wird aber in Deutschland von ganz unterschiedlichen Medien und Akteuren vorgebracht. Das zeigt, die Kritikpunkte sind fundiert."

Als weitere Reaktion auf die russische Kritik an deutschen Medien veröffentlichte der DJV in seinem Blog einen Kommentar von Sebastian Huld, dem stellvertretenden Pressesprecher des DJV, mit dem Titel „Warum der DJV nicht schweigen kann“. Darin geht Huld auf die Kritik am DJV ein, warum sich der DJV und Überall unbedingt mit Russland streiten müssten. Und ebenso auf die Frage, ob das wirklich die Aufgabe des DJV sei oder ob hier russophobe Reflexe griffen. Hintergrund hier war, dass der DJV-Vorsitzende Überall sich klar gegen die Erteilung einer Rundfunklizenz für „RT Deutsch“ ausgesprochen hatte.

Huld sagte in seinem Kommentar: „Sender, die die Pressefreiheit pervertieren, in dem sie systematisch Extrempositionen und Verschwörungstheorien eine Plattform bieten und ‚alternative Wahrheiten‘ verbreiten, werden diesen Standards nicht gerecht. Darauf darf und muss der DJV hinweisen, weil es zu unseren Aufgaben gehört, dass die Pressefreiheit in Deutschland nicht missbraucht und pervertiert wird - egal von welcher Seite.“ Hier geht es zum vollständigen Kommentar Hulds.


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