Benno Fürmann

„Ich komme aus Damaskus. Seit 2011 ist dort Krieg.“ – wenn Schauspieler Benno Fürmann diesen Satz in die Kamera spricht, irritiert das. Das ist genau das Ziel der neuen Kampagne der Initiative „Berliner Ratschlag für Demokratie“. Sie soll Aufmerksamkeit auf die Schicksale Geflüchteter in Berlin lenken – auf „#Fluchtgeschichten“. Entwickelt und umgesetzt hat dies die Berliner Agentur WE DO communication.

Fürmann ist einer von sechs Prominenten aus der Hauptstadt, die in dem Kampagnen-Spot mitwirken. Sie tragen abwechselnd die Fluchtgeschichte von Queen (18) aus Syrien vor. Dass sie dies anstelle der Geflüchteten tun, ist ein bewusster Bruch – um Aufmerksamkeit zu schaffen. Am Ende löst Queen auf: „Das ist meine Geschichte.“ Im ersten Spot haben auch Moderatorin Jana Pareigis, Wasserspringer Patrick Hausding, Entertainerin Gayle Tufts, Moderatorin Bettina Rust, Podcasterin Jule Wasabi und Moderatorin Astrid Frohloff mitgewirkt. Zwei weitere Spots mit anderen Prominenten und Fluchtgeschichten werden im Laufe des Jahres veröffentlicht.

Am 7. November, fand unter dem Motto „Lesen gegen Hetze“ an öffentlichen und belebten Plätzen in Berlin ein Aktionstag statt. In der Markthalle Neun, der Mall of Berlin, der U-Bahn-Station Alexanderplatz sowie im Kino delphi LUX lasen Prominente und Ratschlagsmitglieder die Geschichten öffentlich vor. Auch hier galt es, einen Bruch im Alltag der Passanten zu erzeugen und so Aufmerksamkeit auf jene zu lenken, die von Hass und Hetze betroffen sind.

„Die Zahl der rassistisch motivierten Straftaten steigt, die Bereitschaft, sich ehrenamtlich für Geflüchtete einzusetzen nimmt ab – leider auch in Berlin“, sagt Gregor C. Blach, WE DO-Gründer und -Geschäftsführer. „In Verbindung mit dem Ergebnis der vergangenen Bundestagswahl ist es für uns eine besondere Verantwortung, den Ratschlag mit unserer Kampagne zu unterstützen und an die Vernunft zu appellieren. Denn: Die Menschen sind nicht freiwillig hier. Eine Auseinandersetzung mit den Hintergründen ist unerlässlich.“

Fluchtgeschichten Plakat Queen We doAls weiterer Pfeiler der Kampagne werden berlinweit Plakate zu sehen sein, die die Geschichten durch kurze eindrückliche Zitate zusammenfassen. Die geflüchtete Syrerin Queen: „Mein Elternhaus wurde zerbombt. Berlin ist mein neues Zuhause.“ Oder Nafeh, auch Syrer: „Ich bin um mein Leben geschwommen. Berlin ist mein rettendes Ufer“. Fotograf ist Harry Weber. Die Spots wurden produziert in Zusammenarbeit mit Wolffpack Vision unter der Regie von Dominik Manikowski.

Über den Berliner Ratschlag für Demokratie: Der Berliner Ratschlag für Demokratie versteht sich als ein breites Bündnis der demokratischen, bürgerlichen und zivilen Gesellschaft. Er wirbt bis hinein in die Mitte der Gesellschaft für die zentralen Merkmale der demokratischen Stadtkultur in Berlin: für Demokratie, für Vielfalt und für Respekt. Der Ratschlag wurde im Januar 2008 gegründet - auf Initiative von Renè Gurka (damals Berlin Partner GmbH), Dagmar Reim (Intendantin rbb), Prof. Klaus Staeck (Präsident der Akademie der Künste) und Dr. Heidi Knake-Werner (damals Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales). Heute sind zum Beispiel auch Polizei Berlin und Hertha BSC involviert.


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