Branche Debatte um KI-Gastbeiträge DPRG, BdKom und GPRA mahnen Verantwortung beim KI-Einsatz an
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- von Joris Duffner, Dortmund
DPRG, BdKom und GPRA haben eine gemeinsame Stellungnahme zum Einsatz generativer KI beim Verfassen von Reden, Gast- und Namensbeiträgen veröffentlicht. Die drei Kommunikationsverbände wenden sich gegen eine pauschale Ablehnung solcher Werkzeuge und betonen die Verantwortung der Absender:innen.
Anlass sind Fälle, in denen politische Amtsträger Reden und Gastbeiträge mithilfe von KI erstellen ließen. Sie lösten kritische Berichterstattung und eine öffentliche Diskussion aus. Nach Einschätzung der Verbände reicht die Frage der Kennzeichnung allein nicht aus. Die Debatte berühre auch fachliche und ethische Maßstäbe für den Einsatz von KI in der redaktionellen Arbeit.
Redaktioneller Prozess bleibt entscheidend
Die Verbände verweisen darauf, dass Reden, Gast- und Namensbeiträge auch vor dem Einsatz generativer KI meist in mehreren Schritten entstanden. Speziell ausgebildete Redenschreiber:innen formulieren Texte, die sich Redner:innen durch Vortrag zu eigen machen. KI könne diesen Prozess unterstützen, Menschen aber nicht ersetzen. Sie bringe keine Urteilskraft, kein politisches Gespür und kein Verständnis für Anlass, Person oder Publikum ein.
Faktenprüfung ist Pflicht
Für die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte nennen DPRG, BdKom und GPRA den EU AI Act und die KI-Richtlinie des Deutschen Rats für Public Relations als Rahmen für die Praxis. Zugleich machen sie deutlich, dass Kommunikator:innen mehr leisten müssen als Transparenz. KI-Systeme können plausibel klingende, aber sachlich falsche Inhalte erzeugen. Die Verantwortung für die Richtigkeit aller Aussagen liege deshalb beim Absender. Der finale Text müsse zudem die Gedanken, die Haltung und den Ton der jeweiligen Person widerspiegeln.
Mediengrundsätze beachten
Bei Gast- und Namensbeiträgen sollten die redaktionellen Grundsätze des veröffentlichenden Mediums beachtet werden. Den KI-Einsatz sollten die Beteiligten im Vorfeld abstimmen. Die drei Verbände wollen die fachliche Diskussion fortführen und ihre Mitglieder beim Aufbau entsprechender Kompetenzen unterstützen. Ihr Kernpunkt: KI gehört zur professionellen Kommunikationsarbeit. Vertrauen entstehe aber erst durch sorgfältige Prüfung, redaktionelle Verantwortung und klare Freigabe.