Branche KI-Praxis-Konferenz der DAPR Erste KI.KOMM blickt auf KI als Gestaltungsaufgabe für Kommunikation
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- von Joris Duffner, Dortmund
Wie Künstliche Intelligenz die Arbeit von Kommunikationsabteilungen, Agenturen und Organisationen verändert, stand im Mittelpunkt der KI.KOMM. Die von der Deutschen Akademie für Public Relations (DAPR) erstmals veranstaltete KI-Praxis-Konferenz fand am 18. Juni 2026 am Flughafen Düsseldorf statt. Das Format richtete sich an Kommunikator:innen aus Unternehmen, Organisationen und Agenturen – unabhängig vom bisherigen KI-Erfahrungslevel. Zum Programm gehörten Paneldiskussion, Impulse, Praxis-Workshops, Cases und Networking.
Zum Auftakt diskutierten Caren Altpeter (Ista), Hannah Jeitner (SAP), Matthias Wesselmann (GPRA) und Michael Preuss (Bayer) im Panel „Kommunikations-Changer KI?“ darüber, wie KI Aufgaben, Arbeitsweisen und Strukturen in der Kommunikation verändert. Moderiert wurde die Runde von DAPR-Geschäftsführer Nils Hille. Dabei wurde deutlich: KI ist in vielen Bereichen der Kommunikationsarbeit bereits angekommen. Zugleich steht die Branche erst am Anfang der Frage, welche Folgen das für Rollenprofile, Prozesse, Geschäftsmodelle und den strategischen Beitrag von Kommunikation hat.
In der Diskussion ging es nicht allein um Effizienzgewinne. Zwar übernehmen KI-Anwendungen zunehmend Routinetätigkeiten, beschleunigen Recherchen, unterstützen bei der Textarbeit oder helfen bei Planung und Analyse. Damit verbunden ist aber die weitergehende Frage, welche Aufgaben für Kommunikationsprofis wichtiger werden, wenn bestimmte Arbeitsschritte automatisiert oder stark unterstützt werden. Das Panel war sich einig: Verantwortung und Vertrauen rückten dadurch als zentrale Kompetenzen stärker in den Vordergrund.
Praxiswissen für den Kommunikationsalltag
Der Konferenztag war danach stark auf konkrete Anwendung angelegt. In mehreren Workshop-Slots konnten die Teilnehmenden eigene Schwerpunkte setzen. Das Programm umfasste Sessions zu Effizienzgewinnen durch KI mit Petra Ullrich, zur Kommunikationsstrategie im Zeitalter von KI mit Christian Münch, zum rechtssicheren KI-Einsatz mit Christian Zappe, zur Textarbeit mit KI mit Kai Heddergott, zu Video-KI mit Christian Steiner sowie zur Führungskräftekommunikation mit Carolin Wright.
Ergänzt wurde das Workshop-Programm durch Praxis-Cases aus Unternehmen. Jens Tangemann gab Einblicke in den KI-Einsatz in der Kommunikation der Deutschen Bank. Thorsten Sperlich zeigte am Beispiel von Tesa, wie KI zu klareren Botschaften und smarterer Planung beitragen kann. Einen weiteren Impuls gab Lena Hufmann von der Otto Group, die für die im Programm angekündigte Annette Siragusano eingesprungen war. Sie gab Einblicke in KI-Frameworks bei Otto und zeigte auf, wie KI im Kommunikations-Ökosystem strukturiert genutzt werden kann.
Vom internen Werkzeug zur externen Reputationsfrage
Inhaltlich zeigte die KI.KOMM auch eine Verschiebung der Debatte. Lange stand vor allem die Innensicht im Mittelpunkt: Wie können Kommunikationsabteilungen KI nutzen, um effizienter zu arbeiten, schneller zu produzieren oder neue Formate umzusetzen? Diese Frage bleibt wichtig. Zunehmend kommt aber eine zweite Perspektive hinzu: Wie verändert KI das Informationsverhalten von Zielgruppen?
Wenn Menschen Informationen über Unternehmen, Marken oder Organisationen künftig häufiger über KI-Systeme suchen, zusammenfassen und einordnen lassen, verändert sich auch die Aufgabe strategischer Kommunikation. Sichtbarkeit entsteht dann nicht mehr nur über Reichweite, Medienpräsenz oder Suchmaschinenlogik. Entscheidend wird auch, ob KI-Systeme auf belastbare, aktuelle und gut strukturierte Informationen zurückgreifen können, und welches Bild daraus entsteht.
Damit wird die Qualität der eigenen Informationsbasis zu einer strategischen Aufgabe. Kommunikation muss nicht nur Botschaften formulieren, sondern auch dafür sorgen, dass relevante Inhalte auffindbar, konsistent und verständlich verfügbar sind. Die Frage, was KI über eine Marke oder Organisation erzählt, wenn Kommunikationsverantwortliche nicht aktiv mitgestalten, wurde damit zu einem zentralen Gedanken des Konferenztags.
Menschliche Kommunikation bleibt entscheidend
Trotz des starken Technologiebezugs rückte die Konferenz immer wieder die Rolle des Menschen in den Mittelpunkt. Gerade weil KI Arbeitsprozesse verändert, gewinnt die Frage an Bedeutung, wo menschliche Kommunikation ihren besonderen, nicht ersetzbaren Beitrag leistet.
Die erste KI.KOMM machte deutlich: KI ist für die Kommunikationsbranche nicht mehr nur ein Zukunftsthema. Sie verändert bereits spürbar den Arbeitsalltag, verschiebt Anforderungen und eröffnet neue Aufgabenfelder. Zugleich bleibt entscheidend, dass Kommunikationsprofis die Entwicklung aktiv gestalten – mit technologischem Verständnis, klaren Arbeitsstrukturen, aber auch menschlicher Urteilskraft.