Branche Kommunikation entscheidet über Erfolg von Transformationen

Eine neue Studie zeigt: Wandel gelingt nur, wenn Unternehmen auf klare, dialogorientierte Kommunikation setzen. Wir haben vorab mit Dr. Georg Kolb von Klenk & Hoursch gesprochen, der die Ergebnisse für den deutschen Markt am 10. September vorstellt.

Transformation gelingt nicht durch Strategiepapiere, sondern durch Kommunikation. (Grafik: PROI)

Transformation ist längst Normalität, doch ob sie gelingt, hängt entscheidend von der Kommunikation ab. Die internationale PROI-Studie „Transformation Readiness Index 2025“ hat die Transformationsbereitschaft von Unternehmen in vier Bereichen gemessen und zeigt: Erfolgreiche Transformationen erreichen im Schnitt 83 Punkte, gescheiterte nur 58.

Dr. Georg Kolb, der die Ergebnisse in Deutschland vorstellt, betont: „Veränderung lässt sich nicht mehr nach alten Mustern abarbeiten. Kommunikation muss heute ein dauerhafter Begleiter sein – datenbasiert, dialogorientiert und transparent.“

Nur 27 Prozent der befragten Führungskräfte bewerten ihre Transformationen als wirklich erfolgreich, während knapp ein Viertel sie ausdrücklich als gescheitert ansieht. Kommunikation wird zwar von fast allen als wichtig eingestuft, doch in der Praxis fehlt oft eine klare Strategie. Jede dritte Transformation startet ohne sie, und nur 56 Prozent der Mitarbeitenden werden frühzeitig einbezogen.

„Früher hat man versucht, jede Veränderung minutiös durchzuplanen“, so Kolb. „Heute geht es angesichts der wachsenden Geschwindigkeit darum, schnell Orientierung zu geben und zugleich Raum für Anpassung zu lassen. Mitarbeitende wollen wissen, wohin die Reise geht, und gleichzeitig die Möglichkeit haben, ihre Perspektiven einzubringen.“

Ein besonderer Fokus liegt auf dem mittleren Management, das oft als Schwachstelle gilt. Kolb sieht hier vielmehr eine Chance: „Die große Rahmengeschichte kommt von oben, doch erst die Teams machen sie lebendig. Wenn Führungskräfte ihre Botschaften in konkrete Beispiele übersetzen, entsteht Relevanz. Genau hier können Kommunikationsabteilungen unterstützen.“

Warum interne Transformationen wie ein Kulturwandel oft schlechter bewertet werden als externe Projekte, erklärt Kolb mit dem Alltag: „Wenn Veränderungen nur nach Selbstbeschäftigung aussehen, lähmt das. Erfolgreiche Projekte vermitteln klaren Sinn – und zeigen, was die Veränderung für den Einzelnen bedeutet.“

Auch beim Monitoring sieht Kolb Nachholbedarf: Nur die Hälfte der Organisationen überprüft ihre Kommunikationsmaßnahmen regelmäßig.

„Transformation ist kein linearer Prozess. Wer früh zuhört und Rückmeldungen ernst nimmt, kann schneller gegensteuern und Vertrauen aufbauen.“

Die Studie liefert damit harte Zahlen für eine alte Erkenntnis: Transformation gelingt nicht durch Strategiepapiere, sondern durch Kommunikation. Wer früh einbindet, klar erzählt und kontinuierlich zuhört, hat deutlich bessere Chancen, Veränderung in Erneuerung zu verwandeln. „Der Druck ist gewachsen, die Menschen mitzunehmen“, resümiert Kolb. „Kommunikation schafft Sicherheit in der Unsicherheit – wenn sie ehrlich, nachvollziehbar und dialogorientiert ist.“

Für alle, die tiefer einsteigen möchten: Die PROI-Studie hält noch viele weitere spannende Details bereit. Wussten Sie zum Beispiel, dass private Unternehmen im Schnitt engagierter kommunizieren als börsennotierte? Oder dass west- und osteuropäische Firmen sich in ihrer Transformationsbereitschaft nur um wenige Punkte unterscheiden? Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Kommunikation zum Erfolgsfaktor wird, können Sie die vollständige Studie direkt anfordern

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