30 Prozent der Beschäftigten in Deutschland wissen nicht, wie viel ihr Ehepartner oder ihre Ehepartnerin verdient. Rund 80 Prozent haben keine Ahnung, welche Summe auf dem Gehaltszettel der Kollegen steht. Die Ergebnisse einer aktuellen StepStone-Studie mit mehr als 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zeigen: Gehalt ist in Deutschland immer noch ein Tabuthema. Seit Jahren arbeiten Unternehmen wie Stepstone oder Gehalt.de daran, mit eigenen Untersuchungen für mehr Transparenz zu sorgen, in dem sie regelmäßig Gehaltszahlen für unterschiedliche Branchen und Qualifizierungslevel veröffentlichen. Jetzt publizieren StepStone und Gehalt.de erstmals gemeinsam einen Gehaltsreport. Er basiert auf 600.000 aktuellen Gehaltsdaten und bietet einen detaillierten Überblick über die Zahlen. Auch die Marketing- und PR-Branche wurde wieder untersucht.

Zum besseren Verständnis der nachfolgenden Zahlen weisen wir darauf hin, dass Stepstone und Gehalt.de für ihren Gehaltsreport 2022 überwiegend mit dem Wert „Median“ arbeiten. Das ist der Wert, der genau in der Mitte der erhobenen Werte liegt. Das heißt, es gibt exakt gleich viele Gehälter, die niedriger und die höher sind als das Mediangehalt.

Mediangehalt nach Berufsgruppen

Ärzte führen mit über 78.000 Euro, vor Ingenieuren mit 59.000 Euro und IT-Experten mit knapp 57.000 Euro. Am Ende der elf aufgeführten Berufsgruppen liegen Einkauf und Logistik (Platz 11) mit 37.700 Euro, Gesundheit, Pflege, Soziale Dienste (Platz 10) mit 37.800 Euro und Vertrieb (Platz 9) mit 42.900 Euro Jahresverdienst.

Die Berufsgruppe Marketing und PR belegt hier Platz 6 mit 45.760 Euro im Jahresdurchschnitt über alle Hierarchiestufen hinweg. Unterscheidet man dabei zwischen Menschen mit einer akademischen und einer nicht-akademischen Ausbildung ergibt sich in der Berufsgruppe Marketing und PR eine Differenz von rund 8.000 Euro im Jahresverdienst. So verdienen Akademiker im Bereich Marketing und PR 49.700 Euro, Nicht-Akademiker 41.600 Euro im Jahr.

Schaut man dann näher in die Berufsgruppe Marketing und PR hinein ergibt sich folgendes Bild: Wie bereits erwähnt, liegt das Bruttomediangehalt bei 45.760 Euro, das Bruttodurchschnittsgehalt bei 52.555 Euro. Der Unterschied im Mediangehalt zwischen Männern und Frauen beträgt 13 Prozent. Männer bekommen somit jährlich 49.900 Euro überwiesen während Frauen mit 43.700 Euro zufrieden sein müssen – siehe nachfolgende Grafik (Quelle: Gehaltsreport 2022, Stepstone, Gehalt.de).

Gehaltsreport 2022 Gender Pay Gap PR

Wer in Marketing und PR Personalverantwortung hat, verdient mit 90.500 Euro im Durchschnitt mehr als doppelt soviel wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ohne Personalverantwortung mit 44.700 Euro.

Ein Blick auf das Kriterium Unternehmensgröße im Bereich Marketing und PR zeigt, dass sich hier durchaus große Unterschiede in der Gehaltshöhe zeigen. Je größer das Unternehmen, desto besser die Bezahlung für die Beschäftigten in Marketing und PR. (Quelle: Gehaltsreport 2022, Stepstone, Gehalt.de).

Gehaltsreport 2022 Unternehmensgroesse PR

Weitere Ergebnisse im Überblick:

Branchen: Tech und Finance weit vorn, Konzerne besonders lukrativ

  • Besonders viel verdienen Beschäftigte in der Halbleiterindustrie (63.000 Euro) sowie der Biotechnologie (61.500 Euro). Ebenfalls in den Top Five vertreten ist die Pharmabranche (56.200 Euro).
  • Auch die Schlüsselindustrien zahlen gut: Bei Banken (58.300 Euro) und in der Automobilindustrie (55.900 Euro) liegen die Mediangehälter rund 30 Prozent über dem Durchschnitt.
  • Je größer das Unternehmen, desto höher ist das Gehalt. Während kleine Arbeitgeber mit bis zu 50 Beschäftigten ein Bruttomediangehalt von 37.400 Euro zahlen, verdienen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei großen Unternehmen (> 5.000 Beschäftigte) mit 59.300 Euro fast 60 Prozent mehr.

Region: Gehaltsniveau in Hessen und Baden-Württemberg rund 42 Prozent über dem Schnitt

  • Die Höhe des Gehalts hängt auch vom Standort ab. In Hessen liegt das Durchschnittsmediangehalt mit 47.840 Euro deutschlandweit am höchsten. Auf Platz 2 folgt Baden-Württemberg mit 47.806 Euro, gefolgt von Bayern (46.800 Euro).
  • Schlusslichter sind Mecklenburg-Vorpommern (33.600 Euro), Brandenburg (34.300 Euro) und Sachsen-Anhalt (35.400 Euro).
  • Das Ranking der Großstädte dominiert Frankfurt am Main mit 54.100 Euro. Es folgen München (53.900 Euro) und Stuttgart (53.600 Euro).

Akademischer Abschluss und Personalverantwortung sorgen für deutliches Gehaltsplus

  • Arbeitnehmer mit Führungsverantwortung werden mit einem spürbar höheren Bruttomediangehalt (86.300 Euro) belohnt. Das ist fast doppelt so viel, wie Beschäftigte ohne Personalverantwortung verdienen.
  • Akademiker verdienen 59.700 Euro und damit 48 Prozent mehr als ihre Kolleginnen und Kollegen ohne Studienabschluss (40.600 Euro).
  • Mit zunehmender Berufserfahrung wachsen auch die Gehaltsaussichten: Während Berufseinsteiger im Median 33.800 Euro verdienen, steigt das Gehalt nach mehr als elf Jahren im Job auf 52.000 Euro.

Prognose: 2022 könnte Jahr der Gehaltssteigerungen werden

  • In den zehn Jahren vor Corona (2010 bis 2019) sind die Gehälter in Deutschland um durchschnittlich 2,4 Prozent gestiegen. Die aktuelle Nachfrage- und Angebotssituation auf dem Arbeitsmarkt ermöglicht künftig stark ansteigende Löhne.

Die Gehaltsangaben sind in der Pressemeldung zugunsten einer besseren Lesbarkeit gerundet.

Weitere Informationen sowie den vollständigen Gehaltsreport 2022 gibt es hier auf der Stepstone-Website zum Download.


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