Die neue Initiative „The good Turn” will das Mobilitätsverhalten von Menschen leiser, sauberer und besser machen. (© PUK)

Täglich grüßt das Murmeltier: 69 Prozent der Bewohner in den zehn größten Städten wechseln gar nicht oder selten das gewohnte Verkehrsmittel bei alltäglichen Wegen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der am 18. September gegründeten Initiative „The good Turn” (TGT). Diese Initiative will die Trägheit der Massen ändern und in eine leisere, sauberere und bessere Mobilität überführen. Hinter der neu gegründeten Initiative stehen die Agenturen fischerAppelt und Philipp und Keuntje sowie das Full-Service-Unternehmen umlaut, das sich auf technologische und organisatorische Beratungs- und Umsetzungsleistungen konzentriert.

Ganze 79 Prozent nutzen durchschnittlich pro Woche nur ein bis zwei verschiedene Verkehrsmittel. Städte geraten dabei mit der steigenden Beliebtheit und Mobilität ihrer Bewohner und Pendler an den Rand ihrer Kapazitäten. Das Problem ist nicht das Angebot – es gibt mittlerweile viele neue Mobilitätsservices. Es liegt am Verhalten der Menschen. Intermodalität, also der Wechsel von einem zum anderen und dann zum nächsten Verkehrsträger, ist noch eine zu selten gelebte Praxis.

Das Herzstück der neuen Initiative: eine neue Währung für den Status quo der Mobilität in Städten in Form eines Index, in den tagesaktuell und in Zukunft auch in Echtzeit unterschiedliche Mobilitätsdaten fließen. Der einzigartige „TGT”-Index soll als App zur Verfügung gestellt werden. Wie beim Check des Wetters am Morgen beim Verlassen der Wohnung soll der TGT-Index Menschen dazu ermutigen, ihr Verkehrsverhalten zu ändern – indem sie den „Good turn” einschlagen. Mit zusätzlichen Kampagnen und Angeboten der Initiativen-Partner soll der Wechsel auf neue Verkehrsmittel gelingen.

Einen ersten Plausibilitätscheck verschiedener Daten, auf denen der Index basiert, zeigt die Initiative auf dem Greentech Festival am 18. September in Berlin, wo auch die Gründung gefeiert wird. Mit einer Simulation des Index erklären die Initiatoren, wie eine einzige Zahl den Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohnern eine Hilfestellung geben soll, sich für ein anderes als das normalerweise genutzte Verkehrsmittel zu entscheiden.

„Während früher PS und km/h das Maß der Dinge waren, geht es heute darum, seine Ziele in der Stadt bequem, sauber und stressfrei zu erreichen. Mit dem Index von TGT verbinden wir den aktuellen Verkehrsfluss, Umweltdaten, das menschliche Empfinden und die Nutzung von grüner Mobilität wie ÖPNV, Elektroautos oder Fahrrädern“, erläutert Matthias Wesselmann, Vorstand der fischerAppelt AG und Initiator von „TGT“ das Vorhaben, mit dem mehr Nachhaltigkeit erreicht werden soll, da klimaschonende Verkehrsmittel den Index nach oben treiben.

„Bei der Mobilitätswende bestimmt das Angebot bisher noch nicht die Nachfrage. Wir wollen mit TGT eine breite Allianz aufbauen, die motiviert, sich sauberer, leiser und smarter durch die Stadt zu bewegen,“ ergänzt Jörg Becke, Executive Client Service Director von Philipp und Keuntje und einer der Initiatoren.

„Ein Index dieser Art ist bisher einzigartig. Bis dato wurden nur einzelne Datenpunkte wie Zufriedenheit oder Luftqualität ausgewiesen. Wir dagegen wollen alles auf eine Zahl setzen, die Guidance gibt und verschiedene Faktoren verbindet, die für das Mobilitätsgefühl in einer Stadt wichtig sind. Kern des Index sind anonymisierte Bewegungsdaten aus unserem Mobile Panel, die wir mit externen öffentlichen Daten und mit Daten von Partnern der Initiative kombinieren”, so Christof Horn, CEO Automotive & Transformation von umlaut, einer Gruppe von Beratungs- und Ingenieursunternehmen und Mitinitiator von TGT.

Die bisherigen Partner und Unterstützer der Initiative sind breit gefächert. Die ITS Hamburg 2021 Weltkongressgesellschaft, zuständig für die Umsetzung des größten weltweiten Events für intelligente Transportsysteme, das im Oktober 2021 in Hamburg stattfinden wird ist dabei, ebenso wie das Greentech-Festival. Der deutsche Außenwerber Ströer, Here Technologies, eine führende Plattform für ortsbezogene Daten und Technologie, das Start-up &Charge, ein Loyalty-Programm, das als Belohnung Kilometer auslobt, sind ebenfalls an Bord. Die wissenschaftliche Begleitung der Initiative übernimmt die RWTH Aachen University und die Hochschule Fresenius. Umfragen zum Verhalten der Verkehrsteilnehmer während des Projekts werden vom Meinungsforschungsinstitut Civey durchgeführt. Mit Medialeistung unterstützt TAXi-AD. MOIA, eine VW-Tochter für Ridesharing, ist ebenfalls an einer Partnerschaft interessiert.


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